Hohes Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen in der Brust – das sind die Symptome der Veteranenkrankheit, die so genannt wird, weil sie ausschließlich bei Teilnehmern eines Veteranentreffens in Philadelphia aufgetreten ist. Etwa 200 Personen hat diese mysteriöse Krankheit befallen. Bisher sind ihr 27 Menschen erlegen. Die an eine schwere Grippe erinnernden Symptome des Leidens ließen zunächst den Verdacht aufkommen, daß es sich um eine Infektion mit dem gefürchteten Fort-Dix-Grippevirus (siehe nebenstehenden Artikel) handelt. Diese Vermutung erwies sich aber als ebenso unzutreffend wie der Verdacht, es könne eine Nahrungsmittelvergiftung gewesen sein. Eine bakterielle Infektion ließ sich mit Sicherheit ausschließen. Experten glauben nun, daß der Erreger der merkwürdigen Krankheit ein Virus ist, das normalerweise nur eine beistimmte Tierart befällt, aber durch widrige Umstände (Kot im Kaffee?) in den Organismus einiger Kongreßteilnehmer gelangt war, wo es zwar heftige Reaktionen hervorruft, aber kein Vehikel wie Auswurf oder Ausscheidungen findet, um den Körper zu verlassen und andere Menschen zu infizieren. In der Tat hat sich bei den Kranken jedenfalls bisher niemand angesteckt.

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Radioaktiv markiertes Kohlenstoff-Gas in einer Test-Kammer des automatischen Labors auf dem Mars hat die Biologen des Viking-Forscherteams in helle Aufregung versetzt. Der radioaktive und darum verräterische Kohlenstoff hatte sich in der Nährflüssigkeit befunden, die einer Mars-Bodenprobe beigegeben worden war. Schon einen Tag darauf befanden sich markierte Kohlenstoff-Moleküle im Gas oberhalb der Bodenprobe – so als hätten Mikroben, die sich an der Nährsuppe gütlich taten, den Kohlenstoff „ausgeatmet“. Die Wissenschaftler freilich wagen bisher nicht, dem Befund diese Deutung zu geben. Noch suchen sie nach chemischen Erklärungen dafür. Mit der inzwischen wieder funktionierenden Schaufel soll sich der Viking-Lander neuen Marssand für weitere biologische Untersuchungen holen. Ob es Leben auf dem Mars gibt, ist nach wie vor unentschieden. Inzwischen ist die zweite Viking-Marssonde beim roten Planeten eingetroffen. Sie schwenkte in eine Umlaufbahn ein. Voraussichtlicher Landetermin von Viking 2 ist der 4. September.

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Jede beliebige Landkarte, und sei sie noch so skurril, seien die dargestellten Länder noch so zahlreich und noch so kompliziert ineinander verschlungen, läßt sich mit nur vier verschiedenen Farben so kolorieren, daß keine zwei aneinandergrenzende Länder die gleiche Farbe bekommen. Das hatten Kartographen aus ihrer Praxis heraus von jeher so vermutet, aber mathematisch war dieses Vier-Farben-Problem bis jetzt ungelöst. Unzählige professionelle wie Hobby-Mathematiker haben sich seit mehr als einem Jahrhundert um einen Beweis für die Richtigkeit der Vermutung oder ein Gegenbeispiel bemüht. Jetzt ist das Vier-Farben-Problem gelöst. Mit Hilfe eines Computers gelang es den Mathematikern Kenneth Appel und Wolf gang Haken an der Universität von Illinois eine logische Schlußkette aus über zehn Milliarden Gliedern zu knüpfen, die schließlich das Ergebnis lieferte: Es stimmt, man kommt stets mit vier Farben aus. Die Lösung dieses klassischen Mathematik-Puzzles hat zwar keine praktische kartographische Bedeutung. Wohl aber wissen Mathematiker diese dreijährige Arbeit von Appel und Haken zu schätzen, in der die beiden Forscher neue Beweiswege beschritten.

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Sind manche Herzerkrankungen, die nach Nikotinmißbrauch auftreten, möglicherweise allergischer Natur? Wissenschaftler der amerikanischen Cornell-Universität haben aus Tabakblättern einen Stoff extrahiert, der eine Überempfindlichkeitsreaktion bei zwölf von 31 freiwilligen Versuchspersonen hervorrief, wenn er unter die Haut injiziert wurde. Diese Versuche bestätigen frühere Experimente, die bewiesen hatten, daß Extrakte aus Tabakblättern Änderungen im Blutkreislauf hervorriefen. Aber das Antigen aus den Tabakblättern, das sich chemisch als ein Glykoprotein vom Molekulargewicht von 18 000 erwies, ist nicht nur in den Blättern vorhanden. Chemisch nahe verwandte Stoffe ließen sich auch im Rauch und aus dem Kondensat, den Teerablagerungen des Rauches, nachweisen.