Sehenswert

„Kleiner Micky – Große Maus“ von Walt Disney. Sie sind zwei Ausnahmeerscheinungen: Micky Mouse und ihr vor zehn Jahren verstorbener Schöpfer Walt Disney. Micky, der bei seiner Geburt im Jahre 1927 noch „Mortimer“ hieß, erfreut sich nun seit fünfzig Jahren eines größeren Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades als Staatsmänner, Künstler oder Showbusiness-Idole anderer Sparten. Und es gibt wohl keinen Künstler, der in einer Gattung derartig überlegen dominierte wie Disney im Zeichentrickfilm-Genre. Das Wirtschaftsimperium, das Disney zusammen mit Micky gründete, versorgt immer noch mit ungebrochener Regelmäßigkeit Kinos in aller Welt mit Zeichentrick-Anthologien. Von früheren Zusammenstellungen unterscheiden sich die neun Kurzfilme dieses Programms durch Qualität: Sie gehören durchweg zu dem Besten, was die Disney-Studios produziert haben, vom ersten farbigen Trickfilm der Filmgeschichte („Blätter und Blüten“, 1932) bis zu der Pluto-Geschichte „Reich mir die Pfote“ (1941).

Mittelmäßig

„Das Wiegenlied der Verdammten“ von Peter Yates. Bereits im Jahre 1970 drehte „Bullitt“-Regisseur Peter Yates die abenteuerliche Geschichte an Schauplätzen in Venezuela und Guayana. Peter O’Toole spielt einen dickschädeligen Iren, der als versprengter Weltkriegsteilnehmer im südamerikanischen Busch von einer sanftmütigen Quäker-Missionarin gepflegt wird. Mit der Idylle ist es aus, als ein deutsches U-Boot in der nahen Flußmündung auftaucht. O’Toole und sein Helfer Philippe Noiret rüsten auf: Ein abgeschossenes Flugzeug, ein schrottreife Dampfer, schließlich sogar ein fehlgelaufenes Torpedo sollen den „häßlichen“ Deutschen den Garaus machen. Immerhin schafft es Yates, dem mäßig spannenden Abenteuer-Ein-Mann-Kriegsfilm gegen Ende noch so etwas wie eine Antikriegsbotschaft aufzupfropfen.

Langweilig

„Rivalen gegen Tod und Teufel“ von Peter Hunt. Unter dem Originaltitel „Brüll den Teufel an“ kam der Film des „James-Bond“-Regisseurs Hunt zunächst in die Kinos. Die flinke Umtitelung macht ihn auch nicht besser. Wie Peter Yates’ „Wiegenlied der Verdammten“ zehrt auch Hunt von John Hustons Klassiker „African Queen“: Privater Ein-Mann-Krieg in exotischer Umgebung gegen die bösen Deutschen. Hier ist es der Rauf- und Trunkenbold vom Dienst Lee Marvin, der als echter Ire die Flasche stets zur Hand hat und trickreich im kaiserlich-deutschen Ostafrika dem lächerlich bösen Kommissar Fleischer (Reinhard Kolldehoff) einen blutig-komischen Kleinkrieg liefert Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges eskalieren die Scharmützel zur grausamen Schlacht: Mit Pickelhaube und germanischer Gründlichkeit massakrieren die Deutschen Kleinkinder, während Marvin und Ex-Bond Roger Moore gleich ein deutsches Schlachtschiff in die Luft sprengen. Ein auf zweieinhalb Stunden ausgewalztes Opus, gedreht nach dem Motto: Je länger, desto zäher.

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