Die Deutsche Bank hat Schwierigkeiten bei der Plazierung der von Flick übernommenen Daimler-Aktien.

Die Allianz Versicherung machte von ihrem Recht Gebrauch, der Deutschen Bank die zu Beginn dieses Jahres erworbene Schachtelbeteiligung an der Stella GmbH (sie verwaltet Aktien der Mercedes-Holding, deren Vermögen ausschließlich aus Daimler-Aktien besteht) zurückzugeben, weil vom Bundeswirtschaftsministerium der Antrag, Rücklagen nach Paragraph 6 b des Einkommensteuergesetzes auf die Stella-Beteiligung zu übertragen, abgelehnt worden ist. Eine Stella-Schachtel repräsentiert etwa 1,6 Prozent des Daimler-Aktienkapitals und hat einen Wert von rund 100 Millionen Mark. An Stella sind die Schweizerische Bankgesellschaft und die Commerzbank fest beteiligt. Käufer für die beiden anderen Schachteln werden noch ebenso gesucht wie für eine Schachtelbeteiligung an der Stern GmbH, die ebenso mit Mercedes-Aktien ausgestattet ist wie Stella. Stern-Gesellschafter sind bisher die Robert Bosch GmbH, die Dresdner Bank sowie die Bayerische Landesbank.

Die meisten Siemens-Bereiche spüren den Beginn einer Belebung.

Der Auftragseingang in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 1975/76 (30. 9.) ist gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um vier Prozent auf 16,3 Milliarden Mark rückläufig. Dies ist auf den hohen Auftragseingang im Juni 1975 – initiiert durch das Investitionshilfegesetz – zurückzuführen. Es hat zu einer Verzerrung der Vergleichsbasis geführt. Insgesamt rechnet Siemens für das laufende Geschäftsjahr mit einem Auftragseingang in Höhe des Vorjahres. Der „Weltumsatz“ ist bei Siemens in den ersten neun Monaten um acht Prozent auf 14,7 Milliarden Mark gestiegen. Das Wachstum findet allerdings im Ausland statt. Der Elektromarkt der Bundesrepublik stagniert. Der Rückgang der Umsatzrendite auf 2,3 Prozent (im Geschäftsjahr 1974/75 waren es noch 2,4 Prozent) ist nicht beunruhigend, weil die Siemens-Rendite erstmals unter der Einbringung der Osram GmbH in den Konzern leidet. Osram konnte keinen Gewinn beisteuern, außerdem belastete Osram das Siemens-Ergebnis durch „Bereinigungsmaßnahmen“, sprich erhöhte Abschreibungen.

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Die Schachtelbeteiligung der Westdeutschen Landesbank an der Ph. Holzmann AG soll kein Dauerbesitz werden.

Noch ist jedoch nicht zu sehen, wer die Holzmann-Aktien, die von der Bank im Wege der Pfandverwertung von der Glöggler-Gruppe erstanden worden sind, erweitern wird. Bei der Weiterveräußerung will die Bank die Interessen des Baukonzerns, an dem die Deutsche Bank ebenfalls mit mehr als 25 Prozent beteiligt ist, wahren. Die Holzmann-Aktien sind zum Preis von 400 Mark je 50-Mark-Aktie übernommen worden, also für 90 Millionen Mark. Da die Papiere schwerlich mit Verlust weiter plaziert werden sollen, sieht man an der Börse einen Kurs für die Holzmann-Aktie von 400 Mark als unterste Grenze an. Im Zuge der Glöggler-Aufkäufe waren Holzmann-Aktien im vergangenen Jahr zeitweilig bis 602 Mark bewertet worden. Für 1975 erhielten die Aktionäre eine unveränderte Dividende von sieben Mark.