Im letzten Augenblick ist der Verkauf von Konstruktionsplänen für das Mehrzweck-Kampfflugzeug „Tornado“ an den Geheimdienst einer fremden Macht verhindert worden. Zwei der daran Beteiligten sind festgenommen.

Die Pläne, die der belgische Waffenhändler Kuzniak besorgt hatte, sind Ausdrucke von Daten, die von einem Computer auf Magnetbänder gespeichert worden waren. Solche Bänder lassen sich wie Schriftstücke oder Schmuck in einem Panzerschrank aufbewahren. Die Computerspeicherung bietet theoretisch aber zusätzliche Sicherungen. So kann man die Daten verschlüsselt speichern, und es ist schon mit den kleinsten Computern möglich, dies so zu tun, daß das Dokument „kaskadisch“ entschlüsselt werden muß. Das heißt: Erst wenn mehrere verschiedene Decodierprogramme eingegeben worden sind, liefert der Computer das Dokument in Klarschrift. Diese programmtechnischen Sicherheitsschlüssel lassen sich auf mehrere Geheimnisträger verteilen, die – ähnlich wie bei einem Banksafe – alle nacheinander aktiv werden müssen, ehe der Klartext ans Licht kommt.

Hat die Firma MBB für die Aufbewahrung der Flugzeug-Geheimdaten von solchen Sicherungsmöglichkeiten keinen Gebrauch gemacht? Oder hat – und davor schützt die raffinierteste Verschlüsselungstechnik nicht – jemand einen decodierten Ausdruck der Speicherinhalte im Werk herumliegen lassen? Schlamperei ist mit Sicherheit im Spiel gewesen. (Siehe Seite 8) v. R.