In seinen früheren Routine-Wahlreden pflegte sich Carter als „Atom-Physiker und Erdnußfarmer“ vorzustellen. Jetzt gibt man im Carter-Wahlkampfbüro in Atlanta dem Titel „Atom-Ingenieur“ den Vorzug. „Es ist eine Frage der Semantik, ob man den Unterschied zwischen diesen beiden Bezeichnungen für bedeutungsvoll hält“, erklärte ein Sprecher aus dem Carter-Lager gegenüber der Zeitschrift Science.

Mit der Eigendarstellung als Atom-Physiker wollte Carter wohl nur andeuten, daß er eine Menge von der Kernphysik versteht, was in der Tat zutrifft. Aber diese Bezeichnung ist insofern irreführend, als sie zur Vermutung Anlaß gibt, er habe auf diesem Gebiet eine akademische Qualifikation vorzuweisen. Sein einziger akademischer Grad jedoch ist der eines Bachelor of Science (entspricht in Deutschland etwa einem Vordiplom), den ihm 1946 die Marine-Akademie in Annapolis verliehen hat. Das Studium hierfür dauert vier Jahre; einen Kursus für Atom-Physik gab es dort damals nicht.

Carters Selbstdarstellung als Atom-Physiker oder Atom-Ingenieur (vergleichbar dem deutschen „Kerntechniker“) entspricht also nicht dem, was allgemein unter diesen Berufsbezeichnungen verstanden wird. Dennoch sollte man dies nicht als flagrante Beispiele für etwas werten, von dem Jimmy versprach, daß es niemals über seine Lippen kommen werde. Tatsache ist, daß er während seiner Marinezeit beachtliche technische Kenntnisse erworben hat, die ihn durchaus berechtigen, sich in einer Wahlrede Atom-Ingenieur zu nennen. Schließlich sind in Amerika „Ingenieur“ und „Physiker“ keine geschützten Titel.

v. R.