Daß Frauen weniger als Männer im „kritischen Alter“ vom Herzinfarkt erfaßt werden, hat man allgemein auf eine Schutzwirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen zurückgeführt, zumal der Herzinfarkt bei den Frauen in gehäuftem Maße erst in der Menopause auftritt, dann nämlich, wenn weniger Östrogen erzeugt wird. Forscher der Georgetown Universität in Washington kommen jetzt mit einer ganz neuen These ans Licht der Wissenschaft: Aus Tierversuchen glauben sie schließen zu dürfen, daß das männliche Geschlechtshormon Testosteron die Ursache der Bildung von Blutpfropfen ist, die die Herzkranzarterien verstopfen. Durch die Gabe von Testosteron-Antagonisten ließ sich bei Ratten die Bildung von künstlich erzeugten Blutpfropfen verhindern. Nahezu gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieser Studie in der Zeitschrift „Nature“ (Nr. 5562) wurde das Ergebnis einer Untersuchung an der Columbia-Universität in New York bekannt, aus der hervorgeht, daß junge Männer, die an Herzinfarkt erkranken, ungewöhnlich viel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen im Blut hatten. Dr. Gerald Phillips, der diese Entdeckung machte, betont, daß auch äußerlich junge männliche Infarktpatienten wegen ausgesprochen femininer Merkmale auffallen. Die beiden so gegensätzlich erscheinenden Befunde lassen erkennen, daß die hormonelle Prädisposition für den Herzinfarkt noch keineswegs geklärt ist.

Vergeblich suchen oft die Kriminalexperten am Orte des Verbrechens nach Fingerabdrücken, weil die Oberflächen, auf denen der Abdruck haften könnte, zu glatt waren. Auf Papier beispielsweise ist es oft schwer, die Abdrücke sichtbar zu machen. Die britische Atombehörde hat jetzt, sozusagen als Nebenprodukt ihrer Bemühungen, ein Verfahren entdeckt, Fingerabdrücke, die mit den normalen Methoden nicht sichtbar gemacht werden können, dennoch zu erfassen. Das System beruht auf der Tatsache, daß die meisten Fingerabdrücke genug Mengen des aus dem Schweiß stammenden Harnstoffs enthalten. Mit Hilfe eines allerdings recht komplizierten Verfahrens können diese Mikromengen sichtbar gemacht werden.

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Was ist angeboren, was anerzogen? In einer Hinsicht jedenfalls wähnten Psychologen dieses uralte Vererbung-Umwelt-Rätsel gelöst: Weil Weiße, die in Städten wohnen, horizontal und vertikal verlaufende Geraden leichter erkennen als solche, die schräg verlaufen, kanadische Indianer hingegen, die in Zeltdörfern mit den spitzen Tepees wohnen, schräg verlaufende Geraden wesentlich besser erkennen als horizontale oder vertikale, galt als erwiesen, daß dieser Unterschied auf einer Prägung durch die Umwelt beruhen müsse. Jetzt aber haben Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Experimenten mit zwei Wochen alten Babys herausgefunden, daß schon bei weißen Kleinstkindern horizontale und vertikale Geraden signifikant stärker die Aufmerksamkeit erregen als diagonal verlaufende. Da bei diesen Babys noch keine Prägung durch die „eckige“ Umwelt stattgefunden haben kann, nehmen die MIT-Forscher diesen Befund als einen deutlichen Hinweis darauf, daß diese Präferenz für Horizontale und Vertikale genetisch bedingt ist. Bestärkt werden die Wissenschaftler in dieser Ansicht von einem früheren Testergebnis, wonach nordamerikanische Chinesen, wie die (ebenfalls mongolischen) Indianer schräge Geraden bevorzugt erfassen.

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Das Nervengift Roquefortin, ein Produkt des Schimmelpilzes, der dem Roquefort und anderen Edelpilzkäsen den besonderen Geschmack gibt, ist bei einem von der kanadischen Gesundheitsbehörde ausgeführten Test in 16 Edelpilzkäse-Proben aus sieben Ländern entdeckt worden. Den größten Anteil dieses Gifts, das bei Versuchstieren Krämpfe hervorruft, fanden die Untersucher im Edelpilzkäse aus der Bundesrepublik. Das Neurotoxin wurde unter anderem im Roquefort (Frankreich), Stilton (England), Danish Blue (Dänemark) und Gorgonzola (Italien) gefunden. In welchen Mengen Roquefortin für Menschen gefährlich sein kann, ist noch nicht erwiesen.