Dem modischen „Rohstoff-Pessimismus“ trat das angesehene Berliner Institut für Wirtschaftsforschung entgegen: Die Entdeckung sicherer oder wahrscheinlicher Vorkommen stieg bei fast allen wichtigen Rohstoffen in den letzten zehn Jahren weit rascher als der Verbrauch.

Seit die Regierungen und Notenbanken der westlichen Industriestaaten eingesehen haben, daß sich die Welt auch weiterdreht, wenn die Währungen nicht mehr zu festen Kursen, ausgetauscht werden, blieben uns die ganz großen Währungskrisen erspart. Aber Mini-Währungsbeben erschüttern nach wie vor den Welthandel. Da der Kurs des französischen Franc seit Wochen gegenüber Mark und Dollar absackt (siehe Tabelle unten), verdichteten sich Gerüchte, daß die Regierung in Paris dem freien Fall nicht länger zusehen und den Devisenverkehr beschränken will. Hintergrund: hohe Defizite in der französischen Handelsbilanz und zunehmende Kapitalflucht.

Belgien, mit der Bundesrepublik und fünf anderen Ländern im europäischen Währungsblock, dessen Mitglieder ihre Währungen nach wie vor zu festen Kursen austauschen, muß ebenso wie Dänemark seine Währung gegen Abwertungsspekulanten verteidigen.

Während Finanzminister Hans Apel nach wie vor Ehrlichkeit für einen Wahlschlager hält und von seinem Plan nicht abrücken mag, die Mehrwertsteuer ab 1978 auf 13 Prozent zu erhöhen, lehnt der designierte Wirtschaftsminister der Union, Gerhard Stoltenberg, dies nicht nur ab, sondern kündigte in einem „Sofortprogramm“ sogar noch gezielte Steuersenkungen an. Die Regierung reagierte verärgert mit der Behauptung, dieser „Griff in die Wundertüte“ koste neun Milliarden Mark. Stoltenberg glaubt mit vier Milliarden auszukommen.

Das mit viel Lärm eingeläutete Dumpingverfahren gegen europäische und japanische Autoproduzenten ist im US-Finanzministerium in aller Stille wieder eingestellt worden. Allerdings haben sich VW, Ford, Volvo, Saab und Renault bereit erklärt, ihre Preise in den USA zu erhöhen.

Ähnlich wie bei Aktien werden zur Zeit von den Tageszeitungen die Bewegungen des Kartoffelkurses registriert. Der Preis der Erdäpfel kletterte innerhalb eines Jahres um fast 105 Prozent. Tendenz weiter steigend: Die diesjährige Ernte könnte noch dürftiger ausfallen als im Vorjahr (33,5 Millionen Tonnen). In normalen Jahren graben Europas Bauern mehr als vierzig Millionen Tonnen Kartoffeln aus der Erde. mj