Unverständliche Hoffnung

Kaum ist der alte amerikanische Außenminister zwei Wochen aus dem Amt, da liegt auch schon sein letztes diplomatisches Kunstwerk in Trümmern: Der Kissinger-Plan für Rhodesien ist tot. Der Vorsitzende der Genfer Konferenz hat ihn auf seiner afrikanischen Pendeltour nicht mit Leben erfüllen können.

In Salisbury spielt Ian Smith wieder auf Zeitgewinn. Seine weiße Minderheit ruft er zu größeren Opfern auf; bei der schwarzen Mehrheit sucht er derweil nach Mitläufern für seine „interne Regelung“. Die schwarzen Nationalisten dagegen verlangen, daß nur ihre Ansprüche honoriert werden, während Freunde jenseits der rhodesischen Grenze dicht davor sind, den Rassenkrieg auszurufen.

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Kompromißlosigkeit und Uneinsichtigkeit herrschen auch in Südafrika. In der ersten großen Parlamentsdebatte seit den blutigen Rassenunruhen des letzten Jahres polierte Premier Vorster altbekannte Parolen auf: Härte in der Apartheidspolitik, Unnachgiebigkeit gegenüber Gleichberechtigungsbestrebungen. Dann folgte der Todesschuß für die Versöhnungspolitik Kissingers: Druck auf Rhodesien komme nicht in Frage.

Doch in Washington hat sich mittlerweile der Wind gedreht. Auf amerikanischen Beistand dürfe Rhodesien in keinem Fall hoffen, sagte Außenminister Vance. Und Andrew Young, Carters schwarzer UN-Botschafter, machte unterdessen in Daressalam den Schwarzafrikanern klar, daß sein Präsident auf ihrer Seite stehe. Bleibt die Frage: Woher nehmen die Weißen im südlichen Afrika die Hoffnung, daß sie mit Unversöhnlichkeit etwas ausrichten können? Vy.

 
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