Was dem einen süß schmeckt, mag dem anderen bitter vorkommen. Das ist eben Geschmacksache. Für Wissenschaftler, die sich mit menschlichen Reaktionen auf Umwelteinflüsse beschäftigen, freilich ist dies mehr. Darum geriet ein Abendessen im Haus eines amerikanischen Wissenschaftlers zum Anstoß für ein Forschungsprojekt. Der Gastgeber hatte einen Pfannkuchen mit chinesischen Lorbeer-Beeren gefüllt. Sechs Gästen schmeckte die süße Frucht in der Speise vorzüglich, doch zwei der Anwesenden beschwerten sich. Die Pfannkuchenfüllung sei äußerst bitter, klagten sie, der Nachtisch darum ungenießbar. Diese Verbitterung im wahren Sinn des Wortes blieb nicht ohne Folgen. Man beschloß noch am gleichen Abend, das Phänomen des so konträr unterschiedlichen Geschmacks mit wissenschaftlichen Akribie zu prüfen. 170 Freiwillige wurden mit der Beere (Anthidesma bunius), präziser mit einem Tropfen ihres Safts auf der Zunge, getestet. Allgemein wurde der Geschmack als angenehm süß, etwas säuerlich, salzig oder geschmacklos, von 25 dieser Personen jedoch als ekelhaft bitter beschrieben. Eine Chemikalie, Phenylthiocarbamid (PTC), ist seit langem dafür bekannt, daß ihr Geschmack höchst unterschiedlich beurteilt wird. Damit wurden die 170 Probanden nun auch noch geprüft. 115 hielten den Stoff für bitter, aber keiner von diesen hatte die chinesische Lorbeer-Beere für bitter gehalten. Die dies getan hatten, stuften PTC im Geschmack nicht als bitter ein. Innerhalb ihrer Verwandtschaft testeten zwei der Wissenschaftler ihre Verwandtschaft und kamen dabei zu dem Resultat: Wie beim PTC ist höchstwahrscheinlich auch die Geschmackseinschätzung der Frucht eine ererbte Eigenschaft. Da außer dem chemischen Kunstprodukt keine Substanz bekannt ist, bei der vererbbare krasse Geschmacksdivergenzen festzustellen sind, kann der Abendparty-Entdeckung durchaus eine Bedeutung etwa für das Studium ethnisch bedingter Unterschiede in der Nahrungszubereitung zufallen.

Physiker der Stanford-Universität im US-Bundesstaat Kalifornien haben einen frequenzvariablen Laser entwickelt, der einen kohärenten Lichtstrahl von 10 Kilowatt Leistung aussendet. Die Wellenlänge des Laserlichts ist zwischen 0,1 und 10 Mikrometer (millionstel Meter) einstellbar, umfaßt also das gesamte sichtbare Spektrum und Teile vom infraroten und ultravioletten Bereich. Der Laser besteht, aus einer etwa fünf Meter langen luftleer gepumpten Kupferröhre in einem starken Magnetfeld, die an den Enden mit halbdurchlässigen Spiegeln verschlossen ist. Schickt man durch einen der Spiegel einen relativ schwachen Laserlichtstrahl und einen starken Elektronenstrahl – die kalifornischen Forscher bedienten sich des 40-Millionen-Volt-Stanford-Linear-Elektronenbeschleunigers –, so treten die energiereichen Elektronen mit den Photonen des Lichts in Wechselwirkung und führen ihnen Energie zu. Der Lichtstrahl wird zwischen den beiden Spiegeln hin- und hergeworfen und wird bei jedem Durchgang energiereicher. Das Rohr verläßt schließlich ein Strahl, dessen Energie etwa um den Faktor 100 Milliarden diejenige des ursprünglichen Laserstrahls übertrifft. Durch Variation der Elektronenenergie läßt sich die Wellenlänge des ausgestrahlten Lichts verändern. Laser dieser Leistung finden viele Anwendungsmöglichkeiten in Industrie und Technik. Sie ermöglichen Isotopentrennungen in großem Maßstab, können bestimmte chemische Reaktionen selektiv anregen, finden Verwendung in Materialbearbeitung und Nachrichtentechnik und bescheren uns vielleicht die kontrollierte Kernfusion.