Brauner Jargon

Ich konnte und will eine klammheimliche Freude nicht verhehlen“, heißt der schlimme Satz eines anonymen „Göttinger Mescaleo“ der dortigen AStA-Zeitung in einem „Nachruf auf Buback“. Der Schreck über so kopflose wie herzlose Mordfreude geht tief.

Jeder von uns mag sich schon mal geschämt haben über eine heimliche, uneingestandene Reaktion: scheußliche Neugier bei einem Verkehrsunfall, Sensationsgier bei einem Unglück, Triumph beim Debakel eines Gegners, Lüsternheit im Pornofilm – aber „Freude“ beim Tod eines Ermordeten? Welche innere Verkrustung, welch blutrünstige Unbarmherzigkeit muß einen Studenten zerfressen haben, der derlei – nein: nicht formulieren – denken kann. Und welcher AStA – eine Zwangsorganisation aller Studenten – maßt sich an, solches zu drucken und hinterher, wenn ein Aufschrei des Anstands durchs Land geht und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, frech über unverhüllte Pressezensur zu klagen.

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Der feige Anonymus, gegen den der RCDS und der Bundesjustizminister Strafanzeige erstatteten, bremst zwar sein „inneres Händereiben“ – aber nur aus Taktik. Alles andere könnte die Linke diskreditieren. Linke sind Killer, diese Sorge will er nicht gelten lassen. Und bestätigt sie.

Der Himmel oder eine besser funktionierende Gewalt bewahre uns davor, daß in solchen Händen je Macht sei. Die Konzentrationslager wären voll: „Ehrlich, ich bedaure es ein wenig, daß wir dieses Gesicht nun nicht mehr in das kleine rotschwarze Verbrecheralbum aufnehmen können, das wir nach der Revolution herausgeben werden, um der meistgesuchten und meistgehaßten Vertreter der alten Welt habhaft zu werden und sie öffentlich zu Vernehmungen vorzuführen.“ Rotschwarz? Dies ist die Sprache derBraunen. F.J. R

 
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