Auftrieb auf Donauwellen

Als Ende der Fünfziger Jahre der Bayerische Lloyd seine letzten Musikdampfer, die den deutsdien Teil der Donau befahren hatten, aus dem Verkehr zog, da schien für die Ausflugsschiffahrt zwischen Regensburg und Passau das Aus gekommen. Nur noch die Strecken am landschaftlich besonders reizvollen Donaudurchbruch oberhalb von Kelheim und das Flußstück von Regensburg bis zum Ruhmestempel der Deutsdien, zur „Walhalla" bei Donaustauf, wurden von einigen Privatunternehmern bedient.

Einen Neuanfang machten Anfang der Siebziger Jahre die Sowjets mit ihren Luxuslinern Djnepr und Wolga. Während der Liegezeiten der beiden Schiffe in Passau in den Ruhezeiten zwischen den Schwarzmeer Kreuzfahrten versuchten sich deren Kapitäne ein wenig in Völkerverständigung. Zuerst luden sie die Passauer zu Besichtigungen und zu einem Schluck Wodka an Bord, dann kurvten die Schiffe mit ihren Besuchern ein Stück die Donau abwärts. Damit war die Idee der „Schleifenfahrt" geboren.

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Rundfahrten auf Donau Inn und Hz um die Dreiflüssestadt herum und Schleifenfahrten von Passau aus die Donau abwärts über Engelhartszell ein Stück ins österreichische hinein gehören inzwischen zu den festen Bestandteilen eines Urlaubs im Bayerischen Wald „Einmal auf Donauweile n" heißtdie Parole, für die Ausflugs- und Kaffeefahrten, bei denen im Vorjahr immerhin 385 000 Passagiere gezählt wurden. Vor allem die Schleifenfahrten mit zollfreiem Einkauf und vergnüglichem Bordprogramm haben es den Feriengästen angetan. So bedurfte die Äusflugsflotte dringend einer Erweiterung. Zur ungarischen „Rakoczi" und zu den deutschen Schiffen „HoheNau", „Bavaria" und „Agnes Bernauer" stößt in der kommenden Saison die „Germania" mit 700 Sitzplätzen.

Eingeschränkt wird demgegenüber der Ausflugs verkehr zwischen Passau und Regensburg. Regelmäßig, aber auch nicht mehr täglich, befahren wird die Strecke Deggendorf—Passau. Unverändert weiter läuft dagegen der Verkehr zwischen Regensburg und der Walhalla. Erstmals seit Jahrzehnten wieder befahren wird oberhalb von Regensburg auch die Strecke Kelheim—Bad Abbach. Hier setzt der Bayerische Lloyd sein für Juni aus der Werft erwartetes neues Schiff „Ludwig der Kelheimer" ein. Weitere sechs Schiffe besorgen den Ausflugsverkehr durch die Donauenge zwischen Kelheim und Kloster Weltenburg. Aktuelles Schauobjekt der Ausflugsfahrten wird jetzt die Baustelle des Rhein Main Donau Kanals in Kelheim. Schon träumt man in den Direktionen der deutschen Fahrgastreedereien davon, daß nach Vollendung des RheinrMain Donau Kanals einmal Flußkreuzfahrtenschiffe mit Urlaubern zwischen Rotterdam und Jalta verkehren könnten, jv

 
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