Bonner Kulisse

Peter von der Heydt Freiherr von Massenbäch, Bankkaufmann, Mitinhaber des vornehmen Kölner Bankhauses Delbrück & Co, ist auch als Bundestagsneuling der CDUFraktion ein bedeutender Mann, wie er nach einem Besuch in den Vereinigten Staaten wissen ließ. Mit der Bitte um Kenntnisnahme verschickte von der Heydt Schriftliches über von der Heydts WashingtonTrip: „Er traf dort, auf Vermittlung persönlicher Freunde, mit mehreren Mitgliedern der US Regierung und anderen führenden Persönlichkeiten zu Gesprächen über aktuelle Fragen gemeinsamen Interesses aus dem Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik zusammen "

Dann werden die Gesprächspartner des Freiherrn aufgeführt: Fred Bergsten, Assistant Secretary, für Internationale Angelegenheiten, Richard N.

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Cooper, Under Secretary für Wirtschaft und Vorsitzender des Rates von Wirtschaftsberatern des Präsidenten, Stephan S. Gardner, stellvertretender Vorsitzender des US Zentralbankrates. Weiter heißt, es dann: Höhepunkt des Besuches war ein Mittagessen mit Bert Lance, denreinflußreichön Berater und Freund Präsident Carters, der Direktor des Haushaltsamtes im Weißen Haus ist "

Ulrich Everling, Leiter der Europa Abteilung im Wirtschaftsministerium, verfaßte zehn Thesen zur geplanten EGErweiterung durch Griechenland, Spanien und Portugal.

Die Thesen, diese Woche im „EG magazin" abgedruckt, werfen laut Everling mehr Fragen als Antworten auf. Es sind so brisante Fragen, daß sie bei den politisch Verantwortlichen Aufsehen erregen dürften, zumal der Fragesteller nicht irgendwer ist. Everling gilt als „Mr. Europa" in der" Bonner Beamtenhierarchie. Everling sagt zwar, „die erneute Erweiterung ist unausweichlich"; dann legt er aber eine Reihe von Bedenken dar, die hier nur verkürzt wiedergegeben werden.

Zum EG Agrarmarkt: „Mit den drei weiteren Mittelrneerländern, deren Beschäftigte zu einem Viertel bis einem Drittel in der Landwirtschaft tätig sind, drohen nun auch Überschuß - und Kostanprobleme bei mediterranen Produkten und Wein", wo doch die Märkte bei diesen Produkte ! bisher „relativ gesehen noch unter Kontrolle gehalten wercen. Vor einer theoretisch möglichen Revision der Agrarordnung warnt Everling aber mit, Hhweis auf ihren Stellenwert. Die Agrarordnung sei ja unbestritten das derzeit stärkste Bindemittel der EG.

Pikant werden die Griechen einen Hinweis von Everling finden, wonach sie — einmal in der EG — ihrem Erzfeind, der Türkei, künftig Entwicklungshilfe zahlen müßten. Der Europa Beamte sieht bei der EGErweiterung atch eine Verschärfung der Strukturunterschiede imgewerblichen Sektor heraufziehen. Das veranlaßt ihn zu der Frage, „ob die Gerneinschaft bei dieser Sachlage weiter die strik:en Regeln des Gemeinsamen Marktes mit dem Europäischen. Gerichtshof als unerbittlichem Wächter durchsetzen soll Ist die Gemeinschaft etwa am Ende, möchte man fragen.

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