Firmen und Fakten
Das perfekte „Schutt aus — hol rück" Verfahren praktizierte Daimler mit seiner Dividende und der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung flüssig machen müssen.
Audi bei BMW hat die 7u günstigen Bedingungen vorgeschlagene Kapitalerhöhung praktisch „Zusatzaktiencharakter".
Die Hauptversammlung am 7. Juli soll die Anhebung der Dividende von neun auf zehn Mark beschließen, gleichzeitig aber auch eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 5:1 zu 50 Mark. Die BMW- Aktionäre können also die jungen Aktienbeziehen, ohne neues Kapital zur Verfügung stellen zu müssen. Allerdings reicht die Ausschüttung hier nicht aus, um auch die Kapitalertragsteuer vorzufinanrieren.
Mit einem Rekordinyestitionsprogramm — dem höchsten seit der Währungsreform — will die Phoenix Gummiwerke AG, Hamburg, den Weg m eine nachhaltige Rentabilität zurückfinFür 1 976" muß allerdings die im vergangenen Jahr gerade wieder aufgenommene Dividendenzahlung ausfallen. Die guten Erträge aus dem i Bereich „technischer Produkte" reichten nur aus " um die im Reifengeschäft entstandenen Verluste aufzufangen. Zusatzlasten entstanden durch die nunmehr forciert betriebene Konzentration und Umstrukturierung mit dem Ziel, auch im allerdings reduzierten Reifengeschäft wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Das Investitionsprogramm macht aber deutlich, daß Phoenix in Zukunft seinen Weg weiter allein gehen will „Kooperations- oder Fusions Gespräche finden nach keiner Seite statt", erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Weinlig. Die Übernahme von Metzeier Winterreifen in das Phoenix Sortiment war in der Öffentlichkeit als erste? Schritt einer engeren Verbindung der beiden Reifenproduzenten angesehen worden.
Die Investitions- und Handelsbank AG, Frankfurt, litt auch im Geschäftsjahr 1976 noch unter dem Leichtsinn der Vergangenheit. Um das Institut- über die Runden zu bringen, mußten die beiden Großaktionäre (Hessische Landesbank etwa 73 Prozent und die gewerkschaftseigene Bank für Gemeinwirtschaft etwa 26 Prozent) die Forderungen der IHB gegenüber der sb Mehr- Wert Gruppe und gegenüber Neckermann zum Nominalwert übernehmen. Erst dann war es der IHB möglich, ein ausgeglichenes Ergebnis vorzulegen. Nach Auffassung des Vorstandes ist das Kreditportefeuille der Bank nunmehr endgültig bereinigt. An eine Rückplazierung von IHB Aktien ins breite Publikum ist nicht gedacht, wohl aber an eine Ergänzung des Aktionärskreises durch ausländische Partner. Durch Gegenanträge der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz verspricht die diesjährige Hauptversammlung der IG FarbenIndustrie i. A wieder lebhaft zu werden. Bei der Entlastung des auf der letztjährigen Hauptversammlung gewählten Liquidators Vollmann wird Stimmenthaltung verlangt, weil er nach Ansicht der Schutzvereinigung zu Unrecht in das Handelsregister eingetragen worden ist. Bei der Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Wacker, Dr. Basedow, Corti und Dr. Oswald soll der Beschluß vertagt werden, bis der Anfechtungsprozeß gegen ihre Wahl entschieden ist. Bei anderen Tagesordnungspunkten wird die Ablehnung der Verwaltungsvorschläge verlangt. Die Aktionäre der Hoesch AG sollen auf der kommenden Hauptversammlung der Begrenzung des Stimmrechts auf 15 Prozent zustimmen.
Diese Maßnahme wird von der Verwaltung als Schutz gegen mögliche Überfremdung begründet. Sie verweist darauf, daß allein 1976 etwa vier Fünftel des Aktienkapitals an den Börsen umgeschlagen worden sind. Die Hoesch AG hält wie die Koninklijke Nederlandsche Hoogovensen Staalfabrieken (KNHS) je die Hälfte am deutsch niederländischen Stahlkonzern Estel. Hoesch hat neben 110000 Streubesitzaktionären mit der KNHS noch einen Großaktionär mit 14 5 Prozent Beteiligung. Er möchte durch die Stimmrechtsbeschränkung nicht benachteiligt werden.
20 Prozent Dividende waren den freien Aktionären der Süddeutschen Bödencreditbank, München, zuwenig. Bezogen auf das Grundkapital von 18 Millionen Mark besitzt das Institut mit 122 Millionen die höchsten Rücklagen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse (mindestens 51 Prozent des Aktienkapitals liegen bei der Bayerischen Vereinsbank und über 25 Prozent bei der Bayerischen Landesbank) blieben die Forderungen nach einer höheren Ausschüttung natürlich ungehört. Immerhin machte Vorstandsmitglied Franz May den Aktionären Hoffnungen auf eine wesentlich verbesserte Ausschüttung für 1977, die nicht nur die Vorteile der Körperschaftsteuerreform weitergeben soll.
- Datum 20.05.1977 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.5.1977 Nr. 21
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