Information bleibt Mangelware
Ergebnisse einer Ifo Untersuchung Spitzenmanager wie der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Herbert Grünewald, wissen zwar aus Erfahrung, welche Vorteile für das soziale Klima der „enorme Informationsfortschritt hat, der im vergangenen Jahrzehnt in diesem und anderen Unternehmen erreicht wurde. Dennoch sind die Firmen, die ihre Mitarbeiter über das gesetzlich erforderliche Maß hinaus informieren und vor allem eine regelmäßige Sozialberichterstattung für notwendig halten, immer noch in der Minderzahl.
Das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München, hat vor kurzem über tausend Führungskräfte meist größerer Firmen aus Industrie, Bau und Handel befragt, ob sie in irgendeiner besonderen Form ihre Mitarbeiter und die Öffentlichkeit über die sozio ökonomischen Aktivitäten ihrer Unternehmen informieren. Nur ein Fünftel der Befragten konnte dies bejahen; und bei sechs Prozent bestanden für die Zukunft entsprechende Pläne. Im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft sind diese Anteilssätze natürlich wesentlich geringer, weil bei kleinen und mittleren Firmen das Informationssystem noch weniger entwickelt ist. Von den befragten Unternehmen waren 272 auf dem Gebiet der Sozialberichterstattung tätig, 76 hatten entsprechende Pläne.
von tausend befragten Unternehmen informierten in Prozent:
durch regelmäßig unregelmäßig Berichte in Hauszeitschriften 23 Presseinformationen 9 Sozialbilanzen 6 Annoncen 3 Fernsehspots l 23 20 86lNach den Ergebnissen der Ifo Befragung zu schließen, dürften im Durchschnitt der gesamten Wirtschaft nur wenige Prozent der dafür in Frage kommenden Firmen regelmäßig über wirtschaftliche und soziale Vorgänge in ihrem Unternehmen berichten. Die bestehenden Pläne deuten nicht daraufhin, daß diese Zahl in nächster Zeit wesentlich zunehmen wird. Der „Informationsfortschritt" bleibt also auf relativ wenige Unternehmen beschränkt.
- Datum 20.05.1977 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.5.1977 Nr. 21
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