Von ZEIT-Mitarbeitern
Paul Schulz: „Ist Gatt eine mathematische Formel?" Der Untertitel des Buches heißt: „Ein Pastor im GlaBbeiJSproJseß seiner Kirche. Gegen den Autor, Pfarrer der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg, läuft seit geraumer Zeit ein „Lehrzuchtverfahren". Eine seiner Thesen: „Ich habe mich zu der Einsicht bekannt, daß es einen persönlichen Gott, der mich ständig hört, der mir hilft, mich sieht, mich begleitet, als Realität so nicht gibt, sondern daß Gott vielmehr Ausdruck einer Hoffnung des Menschen ist, angesichts von Not und Versagen, von Ängsten und Schwierigkeiten über sich selber hinauszukommen " Als im Herbst vergangenen Jahres diese Nachricht bekannt wurde, war der Autor zum öffentlichen Fall geworden. Er hatte auf der Kanzel die Frage gestellt und für sici, beantwortet, die jeder Christ des 20. Jahrhunderts insgeheim immer wieder stellt: Wie ist die Existenz Gottes vereinbar mit meinen naturwissenschaftlichen Kenntnissen und den Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Forschung? „Wir können heute nicht mehr ungeprüft die Vorstellungen von Gott übernehmen, die sich die Menschen vor Tausenden von Jahren gemacht haben, selbst wenn sie in der Bibel stehen. Angesichts der modernen Naturwissenschaften, der Astrophysik und der Biochemie, gilt es nicht, Gott zu leugnen, sondern Gott neu zur Sprache zu bringen. Von Gott muß in Zukunft in viel gewaltigeren Bildern gedacht und geredet werden als bisher (Rowohlt Verlag, Beinbek, 1977; 18 50 DM )
- Datum 20.05.1977 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.5.1977 Nr. 21
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