Zeitspiegel
Dieter Gütt, bislang ARD Korrespondent in New York, soll vom Januar 1978 an die Gesamtleitung der Redaktion „Aktuelles" im Fernsehen der ARD übernehmen. Diese Entscheidung, um die es seit vielen Monaten in der ARD heftige Machtkämpfe gegeben hatte, fiel auf der jüngsten Intendantentagung in Hamburg. In der Redaktion „Aktuelles" werden die „Tagesschau" und das im nächsten Jahr neu einzurichtende „Tagesthema", eine gefällige, breitenwirksame halbstündige Nachrichtenschau um 22 30 Uhr, die die bisherige Spätausgabe der Tagesschau ablöse;! soll, zusammengefaßt. Der Tagesschau Chef Hartwig von Mouillard soll eher früher als später durch Günter Müggenburg, Fernsehkorrespondent in Washington, abgelöst werden. Leiter des „Tagesthema" wird Klaus Stephan, Romancier und Münchener Moderator von „Report".
Der Öldollar Segen hat am Persischen (oder Arabischen) Golf ein neues Statussyinbol entstehen lassen —: Großflughäfen internationalen Stils. So besitzen die sieben Vereinigten Emirate (750 000 Einwohner) bereits vier Airports für Großflugzeuge; drei weitere sind im Bau, und zu den drei nationalen kleineren Häfen werden sich wenigstens zwei neue gesellen. Die EinhundertMillionen Objekte leiden nur noch ari Passagierthemas" wird Klaus Stephan, Romancier und liehe Entladungsmöglichkeiten.
Nach Rhodesien, wo monatlich rund 1200 von den etwa 270 000 Weißen das Land verlassen, hat nun auch Südafrika sein Auswanderungsproblem. Etwa 1500 Weiße — so die offizielle Statistik — verlassen jeden Monat das Land am Kap der Guten Hoffnung. Doch wahrscheinlich liegt die Zahl noch höher. Zwar sind es vor allem englischsprechende Weiße, die erst in den letzten fünfzehn Jahren nach Südafrika gekommen sind, die jetzt nach einer neuen Bleibe suchen, unter ihnen viele Portugiesen aus Angola und Mofambique und auch Rhodesier. Doch zunehmend bewerben sich mehr Afrikaans sprechende Südafrikaner um ein Visum für die bevorzugten Staaten: die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, aber auch Uruguay und Argentinien.
Nicht der Attentäter Lee Harvey Oswald, sondern ein in Panik geratener Leibwächter soll im November 1963 den tödlichen Schuß auf Präsident John F. Kennedy abgefeuert haben. Diese Version gab ein Büchsenmacher aus Maryland zum besten, der sich seit zehn Jahren mit dem Mord von Dallas beschäftigt. Oswald habe nur zwei Schüsse abgegeben, einer traf den Bürgersteig (ein Splitter verletzte Kennedy am Kopf), der andere durchschlug den Hals des Präsidenten und traf Gouverneur Connally auf dem Vordersitz des Wagens. Dennoch war dieses Geschoß nicht verformt, wohl aber das dritte, das ins Gehirn drang — es müsse also anders beschaffen gewesen sein.
Die Aussichten der Regierung in der frankophonen kanadischen Provinz Quebec, in absehbarer Zeit einen selbständigen Staat zu bilden, sind gesunken. Fünf Provinzregierungen Kanadas haben sich energisch, gegen den Wunsch Quebecs ausgesprochen, nach dem Ausscheren aus dem Bundesverband eine ökonomische Gemeinschaft mit Restkanada zu bilden. Neuere Umfragen zu dem irgendwann stattfindenden Referendum in Quebec haben gezeigt, daß die Frankokanadier dem neuen Staat nur zustimmen werden, wenn Unabhängigkeit nicht zugleich Isolation und wirtschaftlichen Rückgang bedeutet. Mit dem Waffenlärm von Panzerfäusten, Panzerkanonen und Haubitzen werden die Vorbereitungen für eine neue Nahost Friedensrunde untermalt. Seit sechs Wochen — so berichtet die ter in der Pufferzone auf der Sinai Halbinsel nachts nicht schlafen, weil Ägypter und Israelis unmittelbar hinter der Waffenstillstandslinie Scharfschießen üben. Allein die Ägypter verschießen jede Nacht 250 bis 300 Granaten. An den Manövern soll auf beiden Seiten je eine Division, beteiligt sein.
- Datum 20.05.1977 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.5.1977 Nr. 21
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:



