Der eine Teil des Bonner Konjunkturprogramms führt zu einer Ausweitung der Bundesausgaben im kommenden Jahr um über 17 Milliarden Mark gegenüber 1977. Das sind über vier Milliarden Mark mehr, als die Bundesregierung zunächst geplant hatte. Unterstellt wird dabei, daß auch Länder und Gemeinden für 1978 ihre Ausgaben entsprechend steigern.

Der andere Teil des Programms ist steuerpolitischer Art: Auf Einnahmen in Höhe von 7,4 Milliarden Mark soll der Staat demnach im kommenden Jahr verzichten, damit private Investoren und Konsumenten ihre Nachfrage verstärken können. Zwei der drei von der Regierungskoalition empfohlenen, steuerlichen Erleichterungen sollen bereits in diesem Jahr wirksam werden: Die Erhöhung des sogenannten degressiven Abschreibungssatzes auf Investitionen (Steuerausfall im ersten Jahr: 1,73 Milliarden Mark, die freilich später wieder dem Staat zukommen werden) bereits vom 1. September an sowie die Vervierfachung des Arbeitnehmer-Weihnachtsfreibetrages von 100 auf 400 Mark. Dies wird 2,1 Milliarden Mark kosten.

Vom kommenden Jahr an soll darüber hinaus der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer um jährlich 510 Mark für Ledige und 1020 Mark für Verheiratete erhöht werden. Diese Maßnahme, die freilich am Widerstand von CDU und CSU zu scheitern droht, würde den Staat 3,57 Milliarden Mark kosten.