Gib mir ein Stück vom Mond und ich sage dir, wie unser Sonnensystem entstanden ist.“ So ähnlich lockten Forscher zu Beginn des 100 Milliarden Mark teuren Apollo-Programms. Nun, ein halbes Jahrzehnt nach den sechs erfolgreichen Mondlandungen, sind alle Rätsel über die Entstehung des Sonnensystems – und des Mondes – noch lange nicht gelöst. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa aber scheint sich jetzt nichts Neues mehr vom Mond zu erhoffen: Sie will ein paar hunderttausend Dollar einsparen und stellt deshalb Ende September ein immer noch funktionierendes Seismometer und drei andere Gerate auf der Mondoberfläche ab. Die betroffenen Wissenschaftler argumentieren, daß der Mond ein vergleichsweise ruhiger Himmelskörper sei, der nur selten von meßbaren Mondbeben oder Meteoriteneinschlägen geschüttelt würde. Deshalb brächte jedes Jahr, das die Apollo-Automaten länger funktionierten, zusätzliche kostbare Informationen über den Aufbau unseres nächsten kosmischen Nachbars

„Jetzt wegen ein paar hunderttausend Dollar Ersparnis die Aufzeichnungen (vom Mond) zu stoppen, scheint eine Verleugnung der Argumente für das Apollo-Programm zu sein“, schimpfte die New York Times, „und das ist in gewisser Weise eine Verleugnung eines der’feinsten Kapitel der amerikanischen Forschung.“

„Und Ginseng wirkt doch“, jubelte der PR-Dienst „Pharma-Report“ unlängst, als er über „Dr. Ivan Popov, Arzt der Könige, Präsidenten und Stars“ berichtete, der „ein flammendes Plädoyer für die asiatische Wunderwurzel“, hielt. Gleichzeitig klagte eine Presse-Information der „Ginseng Products Ltd.“ aus derselben PR-Schmiede: „Ginseng – immer wieder Prügelknabe.“ Jetzt prügelt in den USA die dortige Nahrungs- und Arzneimittelbehörde FDA mit. Im Juli und August ließ sie per Gerichtsbeschluß Ginseng-Kapseln und -Tabletten einziehen. Begründung: „Produkt enthält einen gefährlichen Nahrungsmittelzusatz, nämlich Ginseng.“

Ein Report des Journal of the American Medical Association enthüllte, daß Operationssäle keine besonders gesunden Aufenthaltsorte sind. Dort regelmäßig arbeitende Ärztinnen haben eine um 26 Prozent über dem Durchschnitt liegende Rate an Fehlgeburten; der Wert für mißgebildet geborene Kinder liegt sogar um 38 Prozent höher. Männer, die in OPs arbeiten, erkranken häufiger an Leberdefekten, und auch in ihrer Nachkommenschaft sind Mißbildungen deutlich wahrscheinlicher. Der Report stützt sich auf Studien dreier Ärztegruppen, zwei von der schottischen Universität Glasgow und eine von der Stanford-Universität im US-Bundesstaat Kalifornien. An erster Stelle unter den vermuteten Ursachen steht die ständige leichte Verunreinigung der Luft mit Narkosegasen und -dämpfen. Da diese Stoffe medizinisch verwendet werden, gelten sie als harmlos, so daß es kaum Schutzmaßnahmen gibt, um die Atemluft davon freizuhalten. (Das Narkosemittel Halothan ist bei Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg bereits in Verdacht geraten, als sogenanntes Co-Karzinogen bei der Krebserregung mitzuwirken; DIE ZEIT berichtete darüber in Nummer 33/1977).

Eine neue Lichtquelle, die mehr als 20 Jahre lang ohne Wartung und Energiezufuhr leuchten soll, entwickelte die englische Firma Saunders-Roe für militärische und zivile Zwecke. Das „ewige Licht“ besteht aus einer Hohlkugel aus Borosilikat-Glas, die mit Leuchtphosphor gefüllt ist. Der Leuchtstoff enthält schwach radioaktives Tritium, ein Wasserstoff-Isotop, das in jeweils zwölf Jahren zur Hälfte zerfällt und dabei Elektronen aussendet, die wiederum den Phosphor zum Leuchten anregen. Zwar reicht das Licht gerade zum Ausleuchten eines DIN-A4-Blattes. Dafür aber ist die Lampe beständig gegen Meerwasser, Hitze und Kälte, braucht keine zusätzliche Energie und ist wartungsfrei.

Zwei Gruppen von Insektenbekämpfungsmitteln gibt es – biologisch abbaubare wie etwa Parathion und beständige wie DDT oder Dieldrin. Um langfristige Bodenvergiftungen zu vermeiden, verwenden Landwirte und Forstleute immer mehr abbaubare Pestizide. Nun scheint es, als habe gerade diese Gruppe die Wissenschaftler genarrt: Solche Chemikalien bauen sich im Boden kaum ab, sondern binden sich vielmehr an Bodenbestandteile an – und entgehen so chemischen Analysen. Zu diesem Ergebnis kam der US-Chemiker T. W. Fuhremann, nachdem er Bodenproben mit radioaktiv markierten Pestiziden bestreut und die Proben vier Wochen später untersucht hatte. Nach herkömmlichen Methoden registrierte er, wie erwartet, viel DDT und Dieldrin, aber nur geringe Mengen Parathion. Als Fuhremann jedoch die Radioaktivität der Proben maß, stieß er auf große Mengen von nur scheinbar verschwundenen „abbaubaren“ Giften. Zwar zeigten weitere Tests, daß so gebundene Pestizide einen Teil ihrer Giftigkeit verloren hatten. Über ihre Langzeitstabilität und mögliche Reaktionen mit anderen Stoffen – etwa Düngemitteln – ist jedoch noch nichts bekannt.