Ausbildung und Aufstiegschancen unterscheiden sich vom sonstigen öffentlichen Dienst

Von Rudolf Herlt

Bei der Deutschen Bundesbank gibt es einen einzigen Präsidenten, Otmar Emmingen Aber sie beschäftigt rund 13 200 Mitarbeiter, von denen rund 2420 Beamte des gehobenen Dienstes und 892 Beamte des höheren Dienstes den Marschallstab im Tornister haben. Von den Einstellungsvoraussetzungen, der Ausbildung und den Aufstiegsmöglichkeiten dieser kleinen, aber feinen Gruppe von Bundesbankbeamten soll hier die Rede sein.

Es ist nicht ganz einfach, in diesen exklusiven Klub hineinzukommen. Der Jahresbedarf an Nachwuchskräften für den gehobenen Bankdienst beläuft sich zur Zeit auf etwa 120 Anwärter; für den höheren Dienst werden jährlich 20 bis 30 Nachwuchskräfte gebraucht. Kürzlich haben sich um acht freie Nachwuchsstellen für den gehobenen Dienst 1050 Kandidaten beworben, 131mal mehr, als schließlich eingestellt werden konnten.

Vielseitige Aufgaben

Die Attraktivität dieser Berufe liegt auf der Hand. Die Aufgaben sind interessant, vielseitig, führen auch ins Ausland und setzen einen hohen Wissens- und Leistungsstand voraus. Diesen Anforderungen entspricht eine gute, kostenlose bankinterne Ausbildung. Die Aufstiegsmöglichkeiten unterscheiden sich positiv vom sonstigen öffentlichen Dienst und obendrein werden die Bundesbankbeamten besser besoldet als ihre gleichrangigen Kollegen in der Verwaltung.

Das hängt damit zusammen, daß die Bundesbank Aufgaben besonderer Art zu erfüllen hat. Sie ist sowohl Bank der Banken als auch Bank des Staates und Währungsbank. Daraus ergibt sich ihre doppelte Funktion: Sie hat Bankaufgaben und Hoheitsaufgaben zu erfüllen, sie ist Bank und Behörde zugleich.