Im Jahre 1976 hat die Adam Opel AG mit 911 Millionen Mark Gewinn nahezu fast das Grandkapital von 950 Millionen verdient.

Rein rechnerisch beträgt der Überschuß je produzierten Wagen rund 1000 Mark. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Gewinn nicht ausschließlich aus 1976er Erträgen stammt, sondern durch die Auflösung von Reserven aufgestockt wurde. Für die Jahre 1975 und 1974 war keine Dividende für General Motors abgefallen. Jetzt wurde die letzte Gelegenheit genutzt, zu den noch günstigen steuerlichen Bedingungen einen möglichst hohen Betrag an die amerikanische Muttergesellschaft abzuführen – ähnlich wie bei Ford, wo auf 720 Millionen Mark Grundkapital eine Dividende von 100 Prozent in die USA geflossen ist. Das waren je verkauftes Auto annähernd 900 Mark. „Mit dem Wirksamwerden der Körperschaftsteuerreform werden die ausländischen Großaktionäre künftig schlechter gestellt. Denn sie können mit der zu gewährenden Steuergutschrift nichts anfangen.

Für 1977 wird es nicht leicht sein, das gute 1976er Ergebnis zu wiederholen, prognostiziert der Vorstand von Opel. Auf alle Fälle dürfte es aber wieder gut ausfallen. Auch für 1978 wird „nicht unbedingt“ eine Abwärtskurve erwartet.

*

In einer konzertierten Aktion wehrt sich die Geschäftsführung der insolvent gewordenen Wohnungsbaugesellschaft „Bremer Treuhand“ gegen den Vorwurf, Treunhandgelder statutenwidrig verwendet zu haben.

In einem Schreiben an die Anteilseigner der HB-Fonds hält die .Geschäftsführung fest, daß sie nach den Statuten zwar verpflichtet gewesen sei, alle aus dem Grundbesitz der HB-Fonds erzielten Einnahmen einem bei ihr für die im jeweiligen Fonds zusammengeschlossenen Anteilseigner unterhaltenen Konto zuzuführen. Da jedoch diese Konten nicht als sogenannte Anderkonten geführt worden sind, waren sie dem Zugriff der Gläubiger-Banken ausgesetzt. Die Geschäftsführung behauptet, diese Gelder – es handelt sich um 18 Millionen Mark – niemals verpfändet zu haben.

Mit einer sehr mageren Entschuldigung versuchen die Geschäftsführer der Bremer Treuhand den Vorwurf abzuwehren, sie hätten es versäumt, bei den in Algerien abgeschlossenen Vertragen über die Errichtung von 5050 Wohnungseinheiten Preis- und Währungsgleitklauseln zu vereinbaren. „Diese Feststellung“, so die Geschäftsführung, „ist unrichtig. Tatsache ist, daß eine abweichende Vertragsgestaltung nicht zu erreichen war.“ Warum man sich dennoch ins ruinöse Algerien-Abenteuer gestützt hat, wird den „sehr geehrten Anteilseignern“ nicht mitgeteilt.