Wer bereit ist, wesentliche Freiheitsrechte aufzugeben, um sich damit auf Zeit ein bißchen Sicherheit zu erkaufen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.

Benjamin Franklin, 1787

Der sowohl vom Wort her als auch unter juristischen Kategorien unpräzise Begriff des Sympathisanten ... trägt mehr dazu bei, die „Terrorszene“ auszuweiten als einzugrenzen ... Die mit dem Sympathisanten-Begriff verknüpfte Strategie hat zu einer Vergiftung des politischen Klimas ... geführt ... Der Anwalt, der darauf besteht, daß auch gegenüber Terroristen (wie bei anderen Taten) Motive berücksichtigt werden und der „politische Motive“ zur Verteidigung vorträgt, ist kein „Sympathisant“ ... Wer öffentlich durch Unterschriften, Demonstrationen oder Eingaben für die Wahrung der in Verfassung und Gesetzen festgelegten Verfahrensvorschriften eintritt oder wer vor der Preisgabe rechtsstaatlicher Errungenschaften der Strafprozesse warnt, ist kein „Sympathisant“ und leistet keine Beihilfe ... Wer Menschlichkeit auch gegenüber Akteuren selbstverschuldeten Leidens wahrt, ist kein „Sympathisant“ und kein Förderer der Position der Terroristen ... Das beste Rezept gegen Terrorismus ist eine offene und zum Dialog fähige Gesellschaft

Die humanistische Union“ in einem vor dem Blutbad in Köln formulierten Brief an den Bundespräsidenten (,,Frankfurter Rundschau“, 14. 9. 1977)

Es kann einem mitunter das Fürchten lehren, was gegenwärtig aus Politiker- und Publizistenmund dringt, zumal von der rechten Seite. Bisweilen will es scheinen, als ob die nun ganz große Keule geschwungen werde, mit einem verbissenen „Endlich“ auf den Lippen; Rache für jahrelang empfundene Demütigung seitens linker Intellektueller scheint im Spiel zu sein, sowie der Triumph dessen, der „es immer schon gewußt“, doch stets nur Hohn geerntet hat Vom „endgültig Schlußmachen“ ist die Rede, vom „Austrocknen des Sympathisantensumpfs“. „Endlich“ kommen die antiautoritären Lehrer und die laschen Politiker, die liberalen „Sowohl-als-auch-Apostel“ und auch die „permissiven“ Eltern an den Pranger; am besten auch gleich das ganze Psycho-, Polito- und Soziologenpack der linken Szene. Ein Gespenst geht um in diesem Land, es trägt den Namen McCarthy.

Hans Heigert, Süddeutsche Zeitung, 19. September 1977

Auch wir in der CDU dürfen uns nicht von der Erregung gefangennehmen lassen. Wir müssen uns bemühen, die Verbrecher zu isolieren. Und das gelingt nicht, wenn wir jetzt sagen: Alles was links daherredet, gehört zum „Dunstkreis“. Wir müssen da sehr gut aufpassen, denn das Hauptziel muß sein, die Terroristen praktisch aus ihrem Kreis so herauszulösen, daß sie keine Unterstützung mehr finden. Dies erreichen wir aber nicht, wenn wir jetzt blind herumschlagen und uns nicht überlegen, wen es trifft