Moskau im Abseits

Moskau droht – dank amerikanischer Geschäftstüchtigkeit – ein politisches Druckmittel zu verlieren. In Washington wurde mitgeteilt, daß die Firmen General Electric und Lockheed mit Ägypten verhandeln, um jene sowjetischen MIG-Düsenjäger zu reparieren, für die Moskau weder Ersatzteile liefert noch Fachpersonal stellt. Die Überholung soll in einem nicht genannten europäischen Staat erfolgen. Dabei ist angeblich nicht daran gedacht, die MIGs mit westlichen Turbinen auszustatten; die Maschinen sollen nur auf den „ursprünglichen Stand“ gebracht werden. Die Rechnung wird so heißt es Saudi-Arabien bezahlen.

Kent State und kein Ende

Sieben Jahre nach den Zusammenstößen auf dem Gelände der Kent-State-Universität, bei denen am 4. Mai 1970 vier Studenten getötet worden waren, wird der Prozeß um Schuld oder Unschuld des damaligen Gouverneurs und der National Garde noch einmal aufgerollt. Ein Gericht befand, daß sich der Richter im ersten Prozeß unkorrekt verhalten habe: Gegen Ende der 15-Wochen-Mammutverhandlungen war ihm bekannt geworden, daß ein Jury-Mitglied wenigstens dreimal von einem Prozeßbeteiligten bedroht worden war; der Richter unterließ es, diesen Geschworenen zu befragen. Um das Gelände der damaligen Unruhen droht neuer Streit: Die Universität will dort ein Gebäude errichten; eine „4.-Mai-Koalition“ möchte das Areal als „nationales Monument“ im alten Zustand erhalten.

Laßt Blumen sprechen

Zu einem eigenartigen Vergleich verstieg sich die „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“. In ihrer Warnung vor einer Unterschätzung des Neonazismus in der Bundesrepublik heißt es: In der „linken Terrorszene“ rechneten Experten mit mehreren tausend Sympathisanten, zur rechten dagegen gehöre eine vielfache Zahl. Begründung: Günter Sonnenberg, verdächtiger Teilnehmer am Buback-Attentat, erhielt nur einen Blumenstrauß, Kappler, dem geflüchteten SS-Obersturmführer, dagegen wurden zahllose Gebinde geschickt.

Verdächtiges Spind