• Ausgabe 02/1978

    Ausgabe 02/1978

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Worte der Woche

    Armin Grunewald Bonner Regierungssprecher, über das Angebot j eines Bündnisses von Franz Josef Strau

    Von „manifest der Opposition&quot

  • Alles Böse kommt von Brüssel

    Es gehört zu den Vorzügen der Europäischen Gemeinschaft, daß sie zumindest formal Gleichberechtigung walten läßt und auch den kleineren Ländern Verantwortung überträgt.

    Von Dieter Bubi

  • Der Juntachef steht im Kreuzfeuer

    Auch die Generale begehren jetzt gegen Pinochets Alleingang und Machtanspruch auf

    Von Horst Bieber

  • Über den Fluß in die Freiheit

    Donald Woods, der schärfste journalistische Gegner der Apartheid, entkam Vorsters Häschern

  • Sozialpolitik

    Das Renten-Tonband läuft

    Herbert Ehrenberg hat den Schleier der Diskretion, mit dem die Bundesregierung derzeit noch ihre Überlegungen zur weiteren Sanierung der Rentenversicherung verdeckt, um ein winziges Stückchen angehoben.

    Von Dieter Piel

  • Worte der Woche

    „Der Bundesnachrichtendienst der BRD wirkt bei der Durchsetzung seiner Ziele unmittelbar mit westlichen Massenmedien und bestimmten in der DDR akkreditierten Journalisten zusammen.

    Von „manifest der Opposition&quot

  • Beschwörungen aus dem Getto

    Wer verfaßte das Manifest des „Bundes demokratischer Kommunisten Deutschlands“?

    Von Joachim Nawrocki

  • Bonner Haushaltsausschuß

    Kasse macht sinnlich

    Da saßen sie im Rechteck hinter ihren Handbibliotheken aus Statistiken, Haushaltsgesetzen und Stellungnahmen des Bundesrechnungshofes, Mitglieder des mächtigen Ausschusses als Bücherwürmer in rauchgeschwängertem Kunstlicht, Paragraphengesichter, faltig vor Fachverstand und Erfahrungen hintergründiger Machtkämpfe zwischen Parlament und Ressorts.

    Von Ulriph Dübber

  • Zeitspiegel

    Ohne Fanfaren und große Debatten, fast unbemerkt, werden die Vereinigten Staaten am 9. Januar um 184 Quadratmeilen größer: Mit den 16 Pazifik-Inseln der Nord-Marianen kommt zum erstenmal seit 60 Jahren ein neues Gebiet unter die Regierungsgewalt Washingtons.

  • „Auf dem Dorfe liegt das Heil“

    Bericht aus Indien (III): Der ländliche Gandhi-Sozialismus des Morarji Desai

  • Ein Aufbruch in die Vergeblichkeit

    Nach einem politischen Frühling sah es am 5. Januar 1968 in Prag nicht aus, auch wenn der Tag mit einer Sensation ausklang. Antonin Novotny, seit 1953 allmächtiger Chef der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei, wurde nach einer dreitägigen Marathonsitzung vom Zentralkomitee aus dem Amt gejagt.

  • Wirtschaft
  • Bei Kälte wird geschossen

    schen Kampfpanzer Leopard nach dem Diebstahl eines Steuerungselements auftrat. schaffen die schweizerischen Eigenbaupanzer PZ 68 ganz allein.

    Von Alexander Mayr

  • Wenn sein starker Arm es will

    Während in der Bundesrepublik der Lohnkampf nach dem Jahreswechsel erst so richtig losgeht und erst nach harten Auseinandersetzungen bekannt sein wird, was Eugen Loderers IG Metall von ihrer Acht-Prozent-Forderung durchsetzen kann und ob ÖTV-Chef Kluncker den öffentlichen Arbeitgebern wirklich 7,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt abtrotzen kann, wissen Österreichs Arbeitnehmer bereits, was ihnen das neue Jahr in der Lohntüte bringen wird: nicht viel.

    Von Irmgard Bayer

  • ZEIT spart Geld

    Die Sparkassen stellen sich darauf ein, den Zins für Spareinlagen mit täglicher Kündigung (Spareckzins) spätestens am 1. Februar von 3 auf 2,5 Prozent zu senken.

  • Phoenix aus der Asche

    Streiken in diesen Tagen und Wochen Setzer und Drucker, so streiken sie letztlich auch wegen der Berthold AG in Berlin; denn dieses Unternehmen hat in Europa als erstes in Serie gebaut, was heute das technische Personal in Druckereien um seine berufliche Zukunft bangen läßt: Lichtsatzmaschinen, die den herkömmlichen Bleisatz ersetzen und, mit der Computertechnik kombiniert, zum Teil von Anlernkräften oder Sekretärinnen bedient werden können.

  • Friedhelm Gröteke aus Mailand

    Image aufpoliert

    An einem Wochenende vor Weihnachten fehlten dem italienischen Schatzminister Gaetano Stammati 2500 Mark, das sind eine Million Lire.

  • Firmen und Fakten

    Die Auflösung der deutschen Müller-Wipperfürth-Gruppe, die seit längerer Zeit mit ihrem Gründer, dem ehemaligen Hosenkönig gleichen Namens, nicht mehr verbunden war, sondern sich im Besitz der Hessischen Landesbank (HLB) befindet, steht bevor.

  • Auf der Suche nach dem „dritten Weg“

    Die Gewerkschaften des DGB arbeiten an ihrem dritten Grundsatzprogramm. Es soll eine Zusammenfassung der gewerkschaftlichen Ziele im Sinne eines „dritten Weges“ enthalten.

    Von Werner Miihlhradt

  • Der Weg zum Paradies?

    ZEIT: Herr Minister, als Ihre Partei vor einem halben Jahr an die Macht kam, war die Rede von einem politischen Notstand, und man nimmt an, daß das auch ein Grund dafür war, daß die Partei des rechten Zentrums die Wahlen gewann.

    Von Teddy Preuß

  • Milton Friedman:

    Ein zweites Entebbe

    Israels radikale wirtschaftspolitische Maßnahmen ... zeigen dieselbe Kombination von Kühnheit, Scharfblick und Mut wie der Sechstagekrieg oder die Geiselbefreiung in Entebbe.

  • Verzichtet auf 300000 Dollar

    Als Präsidentschaftskandidat hatte Jimmy Carter die Politik des Federal Reserve Board, des amerikanischen Zentralbankrats, als „unmenschlich“ und „gegen die Interessen des Volkes gerichtet“ kritisiert.

    Von Rudolf Herlt

  • Das Geheimnis der roten Zahlen

    Wenn es ums Geld geht, dann wird die Regierung in Paris nicht nur knausrig, sondern bisweilen auch auffallend schweigsam. Jeder weiß, daß Frankreich (wie die meisten anderen Länder) Schulden im Ausland hat.

    Von Klaus-Peter Schtnid

  • Wissen
  • Kalorie adieu

    Der Fortschritt fordert seinen Preis – und wer wollte leugnen, daß Harmonisierung – ob national, ob europäisch, ob international – allemal ein Schritt in die richtige Richtung sei? Den Völkern wurde dafür stets der Verzicht auf Vertrautes abverlangt, auf liebgewordene Eigenheiten wie Wert- und Maßsysteme, Gewichte und Münzeinheiten.

  • Was geschah in Stammheim wirklich?

    Seit der Todesnachricht von Stammheim ist fast ein Vierteljahr vergangen....................................................

  • Hiob auf Reisen

    Der amerikanische Präsident hat sich mit seiner Neun-Tage-Reise durch sieben Länder auf drei Kontinenten zu viel vorgekommen.

    Von Kurt Becker

  • Es geht uns besser als wir glauben

    Die Großen der Bonner Politik haben das neue Jahr mit einer geballten Ladung von staatsbürgerlicher Gebrauchslyrik eingeschossen.

  • Inflations-Tief

    Fast acht Jahre ist es her, daß die Inflationsrate in der Bundesrepublik zum letztenmal genauso niedrig war wie im Dezember 1977: 3,5 Prozent.

  • DIE ZEIT
  • Ben Witter NEBBICH

  • Guter Mensch, böser Engel

    Meine erste Erinnerung an Chaplin ist die Erinnerung an eine Irritation. Was mich anzog, war der Terror seiner kalten Schadenfreude auf der Rollschuhbahn oder am Fließband, was mich abstieß das Obszöne seiner Komik in der Angst vor dem feindlichen Riesen.

  • Dollar, Löhne, Zinsen...

    Ein großes Börsenjahr wird 1978 nicht werden, Selbst Optimisten gehen über die Prognose meist nicht hinaus: Chancen und Risiken halten sich in etwa die Waage.

  • Der Staat verdient mit

    Ein Teil des Geldes geht immer an den Staat: Beim Kaul von Alkohol, Zigaretten oder Kaffee, beim Möbelkauf und beim Tanken. Die indirekten Steuern, die dem Bürger meist nicht so unangenehm auffallen wie die Lohn- und Einkommensteuer, machen immerhin mehr als vierzig Prozent der gesamten Steuereinnahmen aus.

    Von Hermann Bößenecker

  • Zeitmosaik

    Das Amt des Kritikers ist kurios. Es wird ja nicht öffentlich ausgeteilt, nicht ausgeschrieben wie Ämter sonst. Man usurpiert es, wenn man Lust dazu hat, genügend Selbstbewußtsein und Ellbogenkraft.

  • Neuer Beruf

    Mit einem neuen Studiengang für Fachkräfte im Fremdenverkehr startet am 13. Februar die Württembergische Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Heilbronn.

  • Nicht nur für Brot allein...

    Von den Ärzten kommt so gut wie keine Meldung. Sie, die es eigentlich am ehesten erfahren und am leichtesten einschätzen können müßten, wenn ein behinderter Mensch für seinen Beruf untauglich geworden ist, tun sich offenbar schwer, ihren Patienten zur Rehabilitation zu raten.

  • Das Geschäft mit der Jugend

    Ärgernisse im Samira-Klub

    Sind Sie jung und lieben eine zwanglose Ferienklubatmosphäre, ein reichhaltiges Sportangebot für einen Aktiv-Urlaub, dazu viel Komfort für Ihr Geld, so fahren Sie mit Kaufhof-Reisen in das Land der Bilderbuchstrände, nach Tunesien oder genauer: in den Samira-Klub von Hammamet.

  • MANAGER UND MÄRKTE

    Hermann Neuberger, Chef des weltgrößten Sportverbandes Deutscher Fußball-Bund, schrieb am 27. 12. 1977 dem „Lieben Herrn (Dettmar) Cramer“ einen Brief.

  • Deutsch lernen, aber fremd bleiben?

    Wie ein Kraftfahrer einen Führerschein haben muß, um seinen Wagen zu fahren, so muß im neuen Jahr ein türkischer Straßenkehrer einen „Sprachenschein erwerben, um, seinen Besen schwingen zu dürfen.

  • Wenn das Schwein Trichinen hat...

    Sie sind aber pünktlich. Exakt 5 Uhr 30. Hoffentlich haben Sie gefrühstückt?“ ruft mir Herr Tabe zu. Als Beauftragter des Ordnungsamtes überwacht er die Tiervermarktung.

  • Die Europäer und die Armen

    Gefragt wurden die neun Nationen Europas von renommierten demoskopischen Instituten im Auftrag der Europäischen Kommission. Diese sich bescheiden als einen ersten Versuch gebende Studie „Armut in Europa“ hat zu Ergebnissen geführt, die ernst genommen werden wollen.

  • Deutschland, undeutliche Gegend

    Ein hoher, kahler Raum; wässrig-grüne und schmutzig-weiße Plastikwände; auf dem Boden nasses Laub, an der Decke Neonlampen. An der Seite ein mit weißen Laken verdecktes Bett.

  • Deutscher, made in USA

    Im Amerika der Nachkriegsjahre ging für den von europäischer Kulturtradition und einer „deutschen idealistischen romantischen Einstellung“ geprägten Maler Friedel Dzubas „eine neue Welt auf.

  • Das Eisenbahn-Unglück

    Es gab einen Stoß, – aber mit „Stoß“ ist wenig gesagt. Es war ein Stoß, der sich sofort als unbedingt bösartig kennzeichnete, ein in sich abscheulich krachender Stoß und von solcher Gewalt, daß mir die Handtasche, ich weiß nicht wohin, aus den Händen flog und ich selbst mit der Schulter schmerzhaft gegen die Wand geschleudert wurde.

  • Im jüngsten Spionagefall ist ein Mann zum Sündenbock gemacht worden: Ministerialdirektor Herbert Laabs, der Chef der Hardthohen-Agentin Renate Lutze. Sind die über ihn in Umlauf gesetzten Gerüchte und Behauptungen reine Kolportage? In einem ZEIT-Gespräch setzt sich Laabs zur Wehr

    Ein Mann sieht schwarz

    Herbert Laabs hat eine Erfahrung gemacht, die den meisten Bürgern glücklicherweise erspart bleibt: Er wurde verurteilt, ohne je angeklagt gewesen zu sein.

    Von Rolf Zundel

  • Musik: Bruckners 4. Sinfonie jetzt in zwei Originalen

    Mehr Präzision, weniger Unschuld

    Für die einen war er der „Gefährlichste“ unter den musikalischen Neuerern des Tages, für die anderen ein „genialer Stürmer“, ein Märtyrer, ausgesetzt den „Verfolgungen einer bösartigsten Clique“; die einen hielten seine Musik für „aufgeblasen, krankhaft und verderblich“, die anderen sahen in ihr „die Freiheit eines höheren Reiches von göttlich gewordener Wirklichkeit“: Im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts schien sich am Werk Anton Bruckners eine musikalische Welt zu spalten.

  • Sturm + Drang + Glück + Tod

    Ein kleiner Stapel Bücher, dreimal vier rote, grüne, braune Oktav-Bändchen übereinander, liegt auf dem Boden. Zu Beginn lehnt daneben eine kleine primitive Puppe an der Wand.

  • Hotel in der Kirche

    Kein Fehler des Photoarchivs, dies ist tatsächlich ein Hilton-Hotel: Die Barockfassade eines Jesuiten-Kollegs von 1688, der Turm der mittelalterlichen St.

  • Siedler im Untergrund

    Wenn der Hotelgast im 24. Stock des „Waldorf Astoria“ sein Frühstücksei aufschlägt, ahnt er nicht, daß 30 Stockwerke tiefer zur selben Zeit einer seine Suppe auf Dampfröhren kocht.

  • Auf der Suche nach 1001 Nacht

    Vollmond über Hammamet. Die alte spanische Festung ist hell erleuchtet. In den verlassenen, winkligen Gassen wirft das Licht harte Schatten und beschreibt verschlungene Ornamente auf den Pflastersteinen.

  • Wie Hedwig

    In Stuttgart, Freunde, ist die Welt noch heil; am Killesberg leben die Schönen und Reichen, die Hochdeutschsprecher inmitten des schwäbelnden Volks: jede Villa ein Schloß, jedes Zimmer ein Gemach, jedes Möbel ein Meublement! Die Gärten gleichen Parks, und die Blumen sehen nach Ascona statt nach Zuffenhausen aus.

  • Häuser zum Gebrauch

    Wie baue ich mein Haus? Diese Frage bewegt heute Tausenden die dem Häusermeere der Stadt entfliehen wollen und der nervenzerrüttenden Anspannung des großstädtischen Treibens nicht länger gewachsen zu sein glauben.

  • Reversi – alte Idee neu vermarktet

    Manche Spiele sind so alt, daß sie niemandem „gehören“. Niemand kann zum Beispiel Urheberrechte für Schach, Mühle oder Dame geltend machen.

  • Bildungsurlaub

    Ein bekanntes College des amerikanischen Südens, das Austin College in Texas, veranstaltet im Sommer dieses Jahres das ursprünglich nur für Lehrer gedachte landeskundliche Seminar „Contemporary America“.

  • Ski-Kjöring: Auf Brettern im Schlepptau

    Aus Lappland stammt eine in unseren Wintersportzentren bisher kaum bekannte Skisport-Variante: das Ski-Kjöring (Ski-Schleppen).

  • „Antwortsagend, Fragesingend. Duft und Lieder.“

    Im Jenseits der Sinne

    Es ist geschehen / Es ist getan: / Des Lebens Sorgen gehen / Mich nichts mehr an.“ Christian Wagner schrieb diese Verse als Betrachtung eines düsteren, von Tannen und Kiefern umstandenen Waldsees, gegen Ende des 19.

  • Und morgen den ganzen Pol?

    Nur selten ist es einem Journalisten vergönnt, eine wissenschaftliche Entdeckung zu machen, sei sie auch noch so klein. Noch viel weniger ist ein recht alltägliches Insekt, ein Kakerlak, zu einer solchen Pioniertat geeignet.

  • Die Skier im Flugzeug

    Eine zusätzliche Belastung des Budgets für den Winterurlaub bedeutet – bei Reisen mit dem Flugzeug – der Transport des Skigeräts.

  • Recht im Alltag

    Streit um das Kindergeld

    Eltern haben Anspruch auf Kindergeld für jedes noch nicht 18jährige Kind; darüber hinaus kann für Kinder bis zum 27. Lebensjahr Kindergeld verlangt werden, wenn das „Kind“ noch in der Berufsausbildung ist und weniger als 750 Mark im Monat verdient.

  • Fernseh-Vorschau

    Freie Flügel

    Der Komponist scheint etwas geahnt zu haben. „Wie sind wir wandermüde – ist dies etwa der Tod?“ heißt es in der letzten Zeile von Eichendorffs „Im Abendrot“.

  • Die Brüsseler Zauberlehrlinge

    In Brüssel fängt das neue Jahr gut an. Seit dem 1. Januar gilt ein System von Mindest-, Orientierungs- und Basispreisen für Stahlimporte aus Drittländern.

  • Informationen und Preise

    Zum Preis von 550 Mark bietet das Flugbüro Kawadri/München die Strecke München–Tunis an (Abflug mittwochs und samstags), 634 Mark berechnet der Veranstalter Orientours/Frankfurt für den Hin- und Rückflug Frankfurt-Tunis (Abreise: Mittwoch, Freitag, Samstag).

  • Nicht zu den Akten

    Haehser: Wer sich der vom Bund angebotenen Subventionen für diesen Bereich bedienen möchte, muß zunächst einmal Anträge ausfüllen.

    Von gegenüber Vormonat Vorjahr

  • Heine im Heim

    Nehmen wir Anfang und Ende dieses Heimkino-Epos. Am Anfang eine Schulklasse, böse Buben, die dem bleichen, schwarzlockigen Mitschüler Mist in den Geigenkasten füllen, der Lehrer, dessen Geruchsnerven beleidigt sind, verprügelt den armen, schweigenden Judenbuben Harry Heine.

  • Die neue Schallplatte

    Friedrich Gulda – Musician Of Our Time“, Vol. 1. Wenn es einen Musiker gibt, der in seiner Zeit verwurzelt ist, dann ist er es: Friedrich Gulda, der den Konzertbetrieb satt hat und einer der überzeugendsten Pianisten ist, der in den Jazz ausbricht und sich dabei auch mal in den uferlosen Weiten des Pop verirrt Er ist, was immer er probiert, wie kaum einer sonst gerüstet: Er ist ein Virtuose, wie einer das nur sein kann; er kennt (und beherrscht) alle Schattierungen, die ein Klavier herzugeben imstande ist; er hat die „Klassik“ im Kopf und in den Händen; sein Sinn ist offen für alles, was ihm interessant zu sein scheint und die Aussicht auf etwas Neues eröffnet.

  • Fußball ist für uns Krieg

    Die Kneipe ist echt „kölsch“, und selbst kölsche Kneipen haben mittlerweile türkische oder griechische Besitzer. Der Chef bringt ein paar Bier an den Tisch, sein Deutsch klingt abgehackt.

  • ZEITLUPE 20

    Verzicht auf eigene Rechte?

    Wenn ich reelle Toleranz übe, kann ich auch erwarten, daß man sich mir gegenüber tolerant verhält. Wenn jemand sich das Recht nimmt, etwas Bestimmtes zu tun, und ich dies toleriere, dann gehe ich davon aus, daß ich auch mir dieses Recht nehmen darf.

  • Filmtips

    „Sonne der Hyänen“ von Rhida Behi. Es gibt ein Genre Südseefilme, deren Bilder Trauer über die verlorenen Paradiese und zugleich die Sehnsucht danach produzieren.

  • J.M-M.: Voilà, kein Schnee

    Als in den französischen Alpen an den soeben vergangenen Festtagen nicht soviel Schnee gefallen war, wie dies von den Bewohnern der Ski-Dörfer und den Direktoren der Wintersport-Hotels gewünscht und eingeplant worden war, sprach einer der von diesem Unglück betroffenen Bürgermeister die Erwartung aus, daß der Staat hier einschreiten möge.

  • Der Prozeß

    Der Prozeß von Stuttgart-Stammheim gegen die Kernmitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe hat mit knapp zwei Jahren länger gedauert als seinerzeit der große Auschwitz-Prozeß in Frankfurt: Vom 21.

  • Wir kennen hier nur die Nummern

    Die wenigen, die ihn kannten, werden ihn bald vergessen haben; Er wurde im Grab Nr. 215 beigesetzt. Pfarrer und Küster der nahen Pfarrei gaben ihm das letzte Geleit.

  • Hollywoods letzter Abenteurer

    Von Los Angeles aus fährt man auf einem Highway, der Interstate 10 heißt, zwei Stunden in südöstlicher Richtung, bis der Ort Palm Springs ziemlich unvermittelt aus der Wüste auftaucht.

  • ZEITRAFFER

    Ins neue Jahr sollte man mit guten Vorsätzen gehen. Heinz Oskar Vetter, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, scheint diesem Grundsatz zu huldigen.

  • Hitliste des Fernwehs

    Die deutschen „Weltmeister im Reisen“ haben durch ihre Vorliebe für Auslandsreisen (jeder zweite deutsche Urlauber verbringt seine Ferien außerhalb der eigenen Grenzen) inzwischen ein feines Gespür für Qualität und Preis bekommen.

  • Gesellschaft
  • Die Botschaften der Jahres-Bilanzen

    Ein eher verbiesterter Kohl präsentierte sich da, der wieder einmal krampfhaft die „Wende in der deutschen Politik“ herbeibeschwor und den Kanzler in Grund und Boden stampfte – mit Worten.

    Von Gunter Hofmann

  • In Haft

    Faust war Anfang Dezember letzten Jahres auf Grund eines vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes erlassenen Haftbefehls wegen Verdachts „verfassungsfeindlicher Sabotage“ festgesetzt worden.

    Von H. Seh.

  • Autonomie für die Basken

    Spaniens Ministerpräsident Adolfo Suárez hat sich erneut als geschickter Taktiker erwiesen: In den letzten Stunden des Jahres 1977 genehmigte er den bereits ungeduldig wartenden drei Millionen Bewohnern des Baskenlandes ein vorläufiges Autonomie-Statut.

  • Spannungen Algier – Paris

    Zur Zeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die amtliche algerische Tageszeitung El Mouajahid Frankreich übelster imperialistischer Sünden zeiht – meist sogar auf der Titelseite.

  • Stellvertreter-Krieg in Indochina?

    Auf einer vierstündigen Pressekonferenz in Peking hatte zuvor der kambodschanische Botschafter den Vietnamesen vorgeworfen, seit September wiederholt von schwerer Artillerie gedeckte Vorstöße auf kambodschanisches Gebiet unternommen zu haben.

  • Kultur
  • US-Geheimdienst

    Ein Agent klagt an

    CIA-Chef Admiral Turner hat Probleme. CIA-Chef Turner selber ist ein Problem. Um mehr als achthundert langgediente Beamte, vorwiegend Spezialisten auf dem Gebiet geheimer Operationen im Ausland aus den Zeiten des Kalten Krieges und des Indochinakrieges, will er den Bestand von 16 000 Mann kürzen.

  • Länderspiegel
  • Urteilsschelte unerwünscht

    Wenn ein Journalist bei der Prozeßberichterstattung zu dem bewertenden Ergebnis kommt, es habe in dem Verfahren zwar Aussage gegen Aussage gestanden, das Gericht jedoch hätte „ein Hintertürchen für die Verurteilung“ gefunden und nicht im Zweifel für den Angeklagten, sondern gegen ihn entschieden – wird durch eine solche Formulierung der Vorwurf der Rechtsbeugung erhoben? Mit dieser Frage muß sich jetzt die politische Abteilung der Frankfurter Staatsanwaltschaft abplagen.

    Von Gerhard Ziegler

  • Köpfe sollen rollen

    Bamberg hat seit einigen Monaten eine neue Attraktion. Der fassadenprächtige Straßenzug, der von der alten Rathauskirche über den Grünen Markt zum neuen Rathaus durch die Altstadt sich windet, wurde als Fußgängerzone hergerichtet.

  • Wer so viel Überzeugungsmacht hat...

    Eine Anstandsfrist muß man der Staatsanwaltschaft in Frankfurt wohl zubilligen, ehe sie den Fall Barbara Diekmann zu den Akten legt.

  • Demonstration im Gestreiften

    Kein Zweifel, das Bild bewirkt heftiges Unbehagen: Manfred Katz, 43 Jahre alt, angeklagt, etwa 4,8 Millionen Mark Steuern hinterzogen zu haben, ist vor der Großen Strafkammer 17 beim Hamburger Landgericht in KZ-Kleidung erschienen.

    Von Jost Nolte

  • Zeitliches aus Hannover

    Herz aus Beton

    Hannover hat wieder eine Kröpcke-Uhr. Und als die gefühlige Melodie vom alten Försterhaus erklang, übertextet mit dem anbetenden „Du alte Kröpcke-Uhr“, zuckte es in den Gesichtern der Hannoveraner.

    Von Joachim Holtz

  • Stirbt ein Idyll?

    Im Hamburger Bezirk Niendorf läßt sich ein exemplarischer Konflikt zwischen Wohn- und Wirtschaftsinteressen anschaulich studieren.

    Von Harald Steffahn

  • unzugeordnet
  • Was kostet, was bringt die Rehabilitation?

    Die Heidelberger Stiftung Rehabilitation hat trotz aller Bedenken, die berufliche Wiedereingliederung Behinderter unter Wirtschaftlichen Aspekten zu sehen, eine sogenannte „Kosten-Nutzen-Analyse“ gemacht.

  • Die Weißlacher

    Das waren auch einmal Leben: „Damals wurden uns Hetzfilme gezeigt wie ‚Jud Süß‘... Die Filme wurden der Mannschaft gezeigt. Und wie haben die Häftlinge am nächsten Tage ausgesehen!“ So, im Auschwitzprozeß, der ehemalige SS-Rottenführer Baretzki.