Künstliche Niere

Von Franz Frisch

Schicksal“, müssen die Mediziner auch heute noch in den meisten Fällen sagen, wenn die Niere des Menschen, aufhört zu funktionieren. Denn unter den Krankheiten, die zu einer irreparablen Schädigung dieses lebenswichtigen Organs führen, steht die sogenannte Glomerulo-Nephritis an erster Stelle – eine Form der Nierenentzündung, deren Ursachen die, Forscher noch nicht klären konnten. Ebensowenig ist es bis heute gelungen, wirksame Behandlungsmethoden für diese Erkrankung zu finden.

Und doch sind die Chancen der Menschen, die von einer chronischen Nieren-Insuffizienz getroffen werden, heute beträchtlich höher als noch vor wenigen Jahren. Jedem von ihnen steht, zumindest in der Bundesrepublik, eine Dialysebehandlung offen: die Möglichkeit, mit einer künstlichen Niere zu leben;

Bezogen auf die Bevölkerungszahl tritt die Nieren-Insuffizienz in armen Ländern ebenso häufig auf wie in reichen Ländern. Zivilisatorische Faktoren spielen hier offenbar keine Rolle, wohl aber, wenn es um die Frage des Überlebens geht: Je höher das Sozialprodukt eines Landes, um so mehr Erkrankte erhalten einen Dialyseplatz (oder aber eine Spenderniere transplantiert). Schon in Westeuropa existiert ein steiles Gefälle. Voran steht Dänemark, wo heute pro Million Einwohner 176 Menschen mit einer künstlichen – oder eingepflanzten – Niere leben können. Das sind grob viermal so viele wie bei den „Schlußlichtern“ Griechenland, Spanien und Portugal.

Nur hochentwickelte Volkswirtschaften können sich heute eine vollständige Versorgung der Kranken mit Nieren-Insuffizienz leisten. In der Bundesrepublik gab es im vergangenen Jahr 6750 Dialyse-Patienten. Für sie mußten die Krankenkassen rund eine halbe Milliarde Mark aufwenden.