• DIE ZEIT: Jahrgang 1978

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1978/02

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    • Kalorie adieu

      Der Fortschritt fordert seinen Preis – und wer wollte leugnen, daß Harmonisierung – ob national, ob europäisch, ob international – allemal ein Schritt in die richtige Richtung sei? Den Völkern wurde dafür stets der Verzicht auf Vertrautes abverlangt, auf liebgewordene Eigenheiten wie Wert- und Maßsysteme, Gewichte und Münzeinheiten.

    • Was geschah in Stammheim wirklich?

      Seit der Todesnachricht von Stammheim ist fast ein Vierteljahr vergangen....................................................

  • Ausgabe 1978/03

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    • Spieglein, Spieglein an der Wand...

      Vor fünf Jahren, nach der Unterzeichnung des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages, sagte Egon Bahr: „Bisher hatten wir keine Beziehungen, jetzt werden wir schlechte haben – und das ist der Fortschritt.

    • Jeder gegen jeden

      Offiziell ist in Frankreich der Startschuß zum Wahlkampf noch gar nicht gefallen. Doch in den letzten Tagen, zwei Monade vor den Wahlen zur Nationalversammlung haben die Parteien ihre Ausgangspositionen bezogen.

  • Ausgabe 1978/04

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    • Bald ein Blutbad?

      Südafrikas viereinhalb Millionen Weiße sind um eine Illusion ärmer und um ein gerüttelt Maß Angst reicher geworden. Jahrzehntelang hatten sie ihre Apartheidspolitik auf die trügerische Hoffnung gebaut, daß sich Schwarze, Mischlinge und Asiaten niemals zusammenschließen würden.

    • Schwarz-Rot: Italiens Zwickmühle

      Noch sind die Würfel nicht gefallen. Doch aus dem Spiel um die Macht, das Italiens Politiker seit drei Jahrzehnten mit mehr taktischem als sachlichem Erfindungsreichtum betreiben, ist banaler Ernst geworden: Wo pure politische Ohnmacht zum Vorschein kommt, hat auch das schlaueste Pokern ein Ende, kann Demokratie nur noch verspielt werden.

  • Ausgabe 1978/05

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    • Einschüchterung

      Leonid Breschnjew scheint nicht so krank zu sein, daß er auf das Briefeschreiben verzichten müßte. Per Postwurfsendung richtete er um die Jahreswende barsche Worte zum Thema Neutronenbombe an die westlichen Kanzleien.

    • Dosierte Détente

      Die Bonner Deutschlandpolitiker sind verärgert, „daß alles rausposaunt worden ist“. So ist der Versuch, in einem diskreten Gespräch mit der Ost-Berliner Führung Steine aus dem Weg zu räumen, nicht so glatt angelaufen, wie es sich der Bundeskanzler und sein startbereiter Abgesandter Wischnewski erhofft hatten.

  • Ausgabe 1978/06

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    • Fehlstart im Hafen

      Die Hafenarbeiter haben der Bundesregierung einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Kaum hat sie ihren Jahreswirtschaftsbericht 1978 vorgelegt, da muß sie sich fragen, ob er nicht schon Makulatur ist.

    • Lebers Nonnenkloster

      Es gibt Grund genug zu solchen Fragen: Nach dem Abhörfall Traube, nach der „Wanzen“-Aktion in Stuttgart-Stammheim nun die Offenbarung, daß der Militärische Abschirmdienst eine Sekretärin des Bundesverteidigungsministers mit Hilfe versteckter Mikrophone in ihrer Wohnung belauscht hat, weil sie unter Spionageverdacht stand.

  • Ausgabe 1978/07

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    • Bessere Europäer

      Die an Unbeweglichkeit und innerem Unfrieden krankende Europäische Gemeinschaft konnte in der vergangenen Woche einen wichtigen Erfolg buchen: Das zwischen den Neun und der Volksrepublik China paraphierte Handelsabkommen markiert einen Durchbruch.

    • Moskaus Walstatt?

      Sind die Sowjets und ihre kubanischen Reisläufer zum Kampf um die Vorherrschaft in Afrika angetreten? Somalias Staatschef Siad Barre behauptet es.

  • Ausgabe 1978/08

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    • Roter Koch

      Die Bundeswehr hat einen Koch entlassen. Nicht das Essen, sondern die Weltanschauung des jungen Mannes war seinen Oberen aufgestoßen.

    • Atlantische Unruhe

      Wenn sich unter Verbündeten die Wirtschaftspolitik tiefgreifend auseinanderentwickelt, so lautete vor vier Jahren die Prognose des damaligen Bonner US-Botschafters Hillenbrand, dann wird diese Entwicklung auch auf die gemeinsame Sicherheitspolitik zurückschlagen.

  • Ausgabe 1978/09

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    • Preis für den Wandel

      Vor seinen Kreis-Sekretären hat SED-Chef Erich Honecker abermals verkündet, daß er den deutsch-deutschen Normalisierungsprozeß „zum gegenseitigen Nutzen weiter festigen und verbreitern“ will, grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten hin oder her.

    • Winkelzüge und Hakenschläge

      Der FDP-Vorsitzende Hans-Dietrich Genscher hat der Öffentlichkeit ein Rätsel aufgegeben: Blies er am vergangenen Wochenende das Signal zu einer behutsamen Absetzbewegung der Freien Demokraten von der sozialliberalen Koalition? Er kritisierte nicht nur die inneren Schwierigkeiten der Sozialdemokraten, er hob auch die Eigenständigkeit der FDP so stark hervor, daß es zu Beginn dieser Woche eines lobenden Wortes vor dem FDP-Bundesvorstand über die gute Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten bedurfte, um überzogene Interpretationen seiner Kritik einzudämmen – als sei die Regierung Schmidt dem allmählichen und unaufhaltsamen Untergang geweiht.

  • Ausgabe 1978/10

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    • Roßtäuscher Staat

      Wenn der Staat Geld braucht, ist er nicht zimperlich auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Seine Skrupel schwinden im gleichen Maße, wie seine finanziellen Nöte zunehmen.

    • Langer Marsch zur Weltmacht

      China ist wieder auf dem Langen Marsch. Der erste, unter dem Vorsitzenden Mao Tsetung, endete fünfzehn Jahre später mit dem Sieg des Kommunismus.

  • Ausgabe 1978/11

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    • Wende in Rhodesien

      Nun ist also der Vertrag zwischen Rhodesiens weißem Ministerpräsidenten und den drei schwarzen Nationalistenführern tatsächlich unterschrieben: Am 31.

    • Ein Polizei-Desaster

      Ein größeres Desaster hätte es für unsere Polizei kaum geben können als bei der Suche nach dem entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.

  • Ausgabe 1978/12

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    • Verschärfter Kampf

      Die Arbeitskämpfe in der Bundesrepublik –sowohl der am Montag beigelegte Konflikt in den Zeitungshäusern wie die noch anhaltende Konfrontation in der Metallindustrie – bringen durch ihre frappierende Härte das landläufige Bild von der sozial befriedeten Bundesrepublik ins Wanken.

    • Ganz Gallien ist viergeteilt

      Es ist erlaubt, einmal kurz durchzuatmen. Den ungleichen Volksfront-Genossen Mitterrand und Marchais ist der Sieg versagt geblieben.

  • Ausgabe 1978/14

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    • Nachsicht

      Bretonische Fischer, die mit Schaufel und Eimer der bisher größten Ölpest zu Leibe rücken, mit Gesichtern, in denen die Wut wetterleuchtet.

    • Verjährte Schuld?

      Kurz vor der Pensionierung hat den niedersächsischen Justizminister Hans Puvogel das Geschick eines unrühmlichen Abschieds ereilt.

  • Ausgabe 1978/15

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    • Tarifautonomie ist teuer

      Franz Steinkühler wollte in Stuttgart Sozialgeschichte machen. Das ist dem Bezirksleiter der IG Metall nicht gelungen. Eine Wirkung hat er jedoch erzielt: Die Diskussion darüber, wie lange wir es uns in der Bundesrepublik noch leisten können, die Entscheidung über Lohnhöhe und Arbeitsbedingungen allein Arbeitgebern und Gewerkschaften zu überlassen, während der Staat bei politisch wie gesamtwirtschaftlich so wichtigen Entscheidungen nur Zaungast ist, wird jetzt erst richtig beginnen.

    • Der Mummenschanz von Harheim

      Es gibt zwei Deutschlands. In dem einen befinden sich etwa fünftausend politische Gefangene in Haft, in dem anderen keine. In dem einen sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit an der Tagesordnung – jedenfalls wenn man die UN-Charta zum Maßstab nimmt; im anderen bemüht man sich, dem international kodifizierten Standard und dem eigenen Grundgesetz zu entsprechen, was im allgemeinen auch gelingt.

  • Ausgabe 1978/16

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    • Gesucht: Auswege aus der Sackgasse

      Es gibt Phasen im Leben der Staaten, da verknäueln sich die Fäden der Politik zu unentwirrbaren Knoten. Das Handeln der Mächte verkommt zum Prozedurgerangel; jede wirkliche Bewegung erstarrt, keiner hat die Kraft zum Ausbruch und Durchbruch ins Freie.

    • Abschied vom Mao-Look

      Jeder nimmt die Farbe seiner Umgebung an, sagt ein chinesisches Sprichwort. Und so war denn Pekings Außenhandelsminister Li Tschiang bei der Besichtigung des Airbusses von seinen Gastgebern Strauß und Karry kaum zu unterscheiden: ein Maoist in Schlips und Kragen.

  • Ausgabe 1978/17

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    • Bonn ohne Vorfreude

      Die Stimmung ist merkwürdig verschieden. Die sowjetischen Herolde der Breschnjew-Visite in Bonn äußern schöne Hoffnungen und bedeutende Erwartungen.

    • Geprüftes Italien

      Nur in Diktaturen verkörpert ein einziger Mann das System – und nicht einmal – dort steht und fällt es mit ihm. Solche Erkenntnis hat kühldenkenden Tyrannen-Mördern oft den Arm gelähmt, aber sie hat die Verfechter politischer Wahnideen nie daran gehindert, ihre Feindbilder auch dann auf einzelne Menschen zu projizieren, wenn diese mit dem Willen der Mehrheit, ja im Einvernehmen mit legalen Gegnern ihre Führungsfunktionen ausüben.

  • Ausgabe 1978/18

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    • Sinnlose Schüsse

      Der Irrflug der sükoreanischen Boeing 707 mit annähernd 4000 Kilometern Kursabweichung ist wohl nur unter Rückgriff auf einen alten, bösen Fliegerspruch zu erklären: Pilot und Navigator unterscheiden sich dadurch, daß der eine auf dem Tisch, der andere unter dem Tisch schläft.

    • Die zerfledderte Zentralgewalt

      Wer in diesen Tagen mit alten Fahrensleuten des Bonner Parlaments spricht, erlebt sie in einer Stimmung mehr oder minder milder Resignation.

  • Ausgabe 1978/19

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    • Die Entspannung auf der Kippe

      Leonid Breschnjews zweiter Besuch in Bonn kann jene erwartungsvolle Premierenstimmung nicht aufs neue beleben, die dem Sowjetführer noch bei seiner ersten Visite im Mai 1973 entgegengeschlagen war.

    • Neue Ideen gefragt

      Niemand wird dem DGB-Chef Heinz-Oskar Vetter widersprechen wollen: „Es gab in der Bundesrepublik schon schönere Maifeiern“. Deutliche, ja grobe Worte waren gewiß auch früher auf solchen Kundgebungen zu hören, und ein Schuß Klassenkampf war ebenfalls oft dabei.

  • Ausgabe 1978/20

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    • Die Bürde der Vergangenheit

      Hans Karl Filbinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, hat also in Norwegen nicht nur drei Wochen nach der Kapitulation des Deutschen Reiches den aufsässigen Obergefreiten Petzold, der sich die Hakenkreuzabzeichen von der Uniform trennte, wegen Verstoßes gegen die Manneszucht und Gesinnungsverfalls zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

    • Der Draht nach Moskau

      Die ausgeprägte Sachlichkeit bei den Gesprächen während des Bonner Breschnjew-Besuches hat keine Faszination aufkommen lassen.

  • Ausgabe 1978/21

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    • Vereinsamtes Israel

      Die New York Times nannte das Ergebnis eine „Wasserscheide“, und obwohl viele Senatoren solcher Metaphorik heftig widersprachen, empfanden mehr als einer das Abstimmungsergebnis genauso: Mit 54 zu 44 Stimmen lehnte es der Senat am Montagabend ab, Präsident Carters „Flugzeugpaket“ für den Nahen Osten – die von der Regierung miteinander verknüpfte Belieferung Israels, Ägyptens und Saudi-Arabiens mit modernen Hochleistungs-Kampfflugzeugen – zu blockieren.

    • Eine Ohrfeige für Jimmy Carter

      Ein Jahr ließen sie ihn auf seinen Prozeß warten. Die Hoffnung trog, daß die Sowjets unter dem Druck der Carterschen Menschenrechtsoffensive den Gründer der Moskauer Helsinki-Gruppe vorher freilassen und in den Westen abschieben würden.

  • Ausgabe 1978/22

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    • Des Kanzlers dreifache Mission

      Der Amerikabesuch des Bundeskanzlers ist eine ungewöhnliche Bündelung von drei wichtigen Missionen. Zum ersten Male tritt Helmut Schmidt am Freitag vor dem Forum der Vereinten Nationen auf, wo er auf der Sonderversammlung zur Abrüstung Bonns Konzept zur Eindämmung von militärischen Konfliktgefahren erläutern wird.

    • Der Para-Sprung

      In der unruhigen Kongo-Provinz Shaba haben Franzosen und Belgier militärisch eingegriffen – zwei europäische Nationen, die im Interesse ganz Europas handelten und sich dabei auf amerikanische Nachschub-Hilfe verlassen durften.