Paradies-Gipfel
Die großen Vier des Westens – Carter und Callaghan, Giscard d’Estaing und Schmidt – wollen Ende dieser Woche die weltpolitischen Probleme Revue passieren lassen. Die Wahl des Ortes für ihr Gipfeltreffen wurde im britischen Unterhaus mit nachsichtigem Gelächter quittiert: Die französische Antilleninsel Guadeloupe gilt um diese Jahreszeit als mildes Urlaubsparadies.
Aber die Gesprächsthemen der vier Staatsmänner sind alles andere als heiter. Der strategische Dialog zwischen Amerika und der Sowjetunion, wenn es denn tatsächlich bald zum Abschluß von Salt II käme, soll künftig auch die Europäer einbeziehen – aber wie? Niemand vermag die Zukunft des Iran vorherzusehen – doch wer wagt risikoträchtige Rückwirkungen auf den Mittleren Osten auszuschließen? Der innere Wandel in China und seine Öffnung zum Westen sind atemberaubend – aber wie reagiert der Westen, wie reagiert vor allem die Sowjetunion? Bei alledem nimmt sich die schließlich auch noch zu behandelnde Inflation schon fast als überschaubares Problem aus.
Beschlüsse soll dieser Gipfel nicht hervorbringen; die Intimität der Vierer-Begegnung schließt dies aus. Immerhin könnte sie außer zur Annäherung im Urteil auch zu gemeinsamer Diplomatie führen – Konzertierung. statt europäisch-amerikanischer Frontenbildung. Das wäre schön sehr viel. -er






