Nahöstliche ReaktionenEinheitsfront

Camp David ein amerikanisches Herbstmärchen? Auch dies jedenfalls ist eine Folge der Wirren im Iran: Stärker denn je und als bitterer Enttäuschung über Carters Kreditverlust drängt Saudi-Arabien seine ägyptischen Brüder, vom Friedenskurs abzulassen.

Mißtrauisch war die saudische Prinzengarde van Anfang an – erst, als Sadat seinen großen Sprung nach Jerusalem wagte; dann, als Jimmy Carter die Kontrahenten in Camp David zum Friedenskuß zwang; schließlich beim Bagdad-Gipfel, wo Riad die Protagonisten in Kairo warnte: Opfert nicht die arabische Einheit auf dem Altar eines Scheinfriedens!

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Jetzt ist es so weit: Unumwunden verlangen die Saudis wegen des iranischen Desasters von den Ägyptern die reuige Rückkehr in den Schoß des Panarabismus weil Carter versagt und damit den Sowjets Tür und Tor für Störaktionen geöffnet habe. Vielleicht hat Sadat das saudische Signal schon vor dem 17. Dezember verstanden – wie sonst wäre zu erklären, daß er in der letzten Phase der Friedensverhandlungen noch einmal so hoch reizte? Vielleicht ahnten die Israelis ja auch, was da plötzlich im nahöstlichen Hintergrund aufbrach, und ließen sich auf nichts mehr ein.

Es könnte sein, daß die Vision von Camp David unter den Trümmern der Pahlevi-Dynastie begraben wurde. D. St.

 
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