Kinderbücher in Kurzkritik

Zum Schmunzeln

Klara soll mit Dolly spielen. Weil ihr das nicht gefällt, haut sie heimlich ab zu Oma und Opa. Unterwegs trifft sie auf den lieben, alten Tiger und reitet vergnügt bei den verdutzten Großeltern ein. Glücklicherweise endet der Ausritt nicht wie im berüchtigten Limerick aus der dritten Englischstunde, sondern höchst wundersam. Die freundliche Raubkatze übernachtet unterm Bett hinter den Pantoffeln. Mit trockenem Humor und sehr viel Einfühlungsvermögen werden in diesem Bilderbuch mit wenig Text Ängste, Glück und Phantasien eines kleinen dickbackig-vergnügten Mädchens geschildert.

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Karin Stjernholm Raeder: „Klara und der liebe, alte Tiger“; Carlsen Verlag, Reinbek; 32 S., 9,80 DM.

Zum Vergnügen

Ein Reisender durchstreift Europa. Strichelfeine, zarte Federzeichnungen, hauchdünn koloriert, macht der japanische Künstler Anno zu aufregenden Such-Bildern ganz eigener Art. Es gilt zu entdecken: einige Takte aus Beethovens neunter Sinfonie auf einer Hauswand, Don Quichote, einen Äsopschen Fabelhund, Pinocchio, den Rattenfänger von Hameln und vieles mehr.

Mitsumasa Anno: „Wo ist der Reiter?“ Artemis Verlag, Zürich, München; 46 S., 19,80 DM.

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