Islamische Jakobiner

Als die Wölfe der Revolution zu heulen begannen, stieß der Schah ihn vom Schlitten: Amir Abbas Hoveyda, der ihm von 1965 bis 1977 als Premierminister gedient hatte, wurde ins Gefängnis geworfen. Dort starb der Siebenundfünfzigjährige am Samstag voriger Woche unter den Kugeln eines Exekutionspelotons der neuen Islamischen Republik, nach einem Prozeß, in dem er beschuldigt wurde, er sei „ein korruptes Element auf Erden, verantwortlich für die Ausbreitung der Korruption und des Verrats an Iran“. Es war ein Spottprozeß.

Hoveyda war nicht zum Heldentum geboren, nicht zum Widerstand oder zur Entsagung. Er, der seine Karriere als Konsul im Stuttgart der Trümmerjahre begonnen hatte, war ein Bonhomme, witzig, gebildet, schwach; ein Bösewicht war er nicht. über die Armee, die gefürchtete Geheimpolizei Savak, die Außenpolitik gebot er nicht; dies hatte der Schah sich vorbehalten. Er riet von der Schaffung eines Einparteiensystems ab – und wurde dann der Generalsekretär der Einheitspartei; er warnte vor den großmannssüchtigen Waffenkäufen des Schahs – und fügte sich doch dem Willen des Souveräns; er holte 1973 eine Gruppe von Intellektuellen aus dem Gefängnis – tat aber nichts für jene, die hinter Gittern blieben. Er liebte das Leben. Darum war er fehlsam. Vielleicht wurde er deswegen sogar schuldig.

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Der Schuldspruch des Mullah-Gerichts freilich ist eine Travestie der Justiz und eine Schande für die neue Islamische Republik. Summarisch wurde da revolutionäre Rache geübt, nicht Gerechtigkeit. Im Vergleich dazu wirkt das Verfahren gegen Ali Bhutto geradezu wie das Muster eines fairen Prozesses. Das Beunruhigende daran ist, daß Ministerpräsident Bazargan dem Wüten der Revolution erichte nicht länger wehren konnte. In Iran offenbar der Amoklauf der Jakobiner begoi n. Th. S.

 
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