• Ausgabe 18/1979

    Ausgabe 18/1979

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Verbrechensbekämpfung

    Wo Daten zur Drohung werden

    Als Kain seinen Bruder Abel erschlug und damit das erste, nun seit mehreren Jahrtausenden dokumentierte Verbrechen beging, fiel die Aufklärung noch leicht: Der Richter war allwissend, die Zahl der möglichen Täter verschwindend klein; der Beschuldigte versuchte zudem nicht einmal, sich ein Alibi zu verschaffen.

    Von Horst Bieber

  • Polnische Explosionen

    Es war ungewöhnlich: Die polnische Öffentlichkeit erfuhr durch die amtlichen Medien, daß in Nowa Huta, der vor 20 Jahren aus dem Boden gestampften Arbeiterstadt im Industrierevier von Kattowitz/Krakau ein Lenin-Denkmal in die Luft gesprengt worden sei und daß es fünf Verletzte gegeben habe.

    Von Eduard Neumaier

  • Wahlen in Rhodesien

    Ein Bischof als Friedensfürst?

    Zimbabwes erster schwarzer Ministerpräsident Abel Muzorewa steht vor einem dornigen Weg

    Von Gabriele Venzky

  • BONNER BÜHNE

    Zahlen oder Zeichen?

    Zumindest in die Nähe der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik“ ist der algerische Botschafter Mohamed Sahnoun geraten.

  • DOKUMENTE ZUR ZEIT

    „Deutsche Irreführungen“

    Die DDR zahlt mit der Entspannungspolitik einen hohen Preis. Jährlich ca. acht Millionen Westbesucher und relativ offene Medienfenster zum Westen hin fordern ihr Herrschaftssystem wie noch nie zuvor heraus.

  • Iran: Machtkampf der Ajatollahs?

    Zerfällt die iranische Revolution? Der Konflikt zwischen den Ajatollahs Chomeini und Taleghani endete vorerst in einem Waffenstillstand.

  • Worte der Woche

    „Auf der einen Seite wollen die Christdemokraten keine kommunistische Beteiligung, auf der anderen Seite wollen sie auch nicht, daß unsere Partei in die Opposition zurückgeht.

    Von Spd-Fraktions Vorsitzender

  • Wolf gang Ebert

    Die Kern-Frage

    Seit dem Harrisburg-Störfall wirken die Herren von der Reaktorindustrie seltsam verstört. Sie befürchten wohl, unser Vertrauen in die Kernkraft sei so dahingeschmolzen wie (beinahe) der Kern im Meiler von Harrisburg.

  • Zum Tode des Stahlindustriellen und Mäzens Günter Henle

    Künstler als Konzern-Herr

    Der Konzernherr Günter Henle, der am Karfreitag achtzigjährig in Duisburg starb, war einer der einprägendsten Menschen, denen man im Leben begegnen kann.

    Von Josef Müller-Marein

  • Machtwechsel möglich

    Kiel als Zäsur?

    Die Landtagswahl und Bonn: Gelassenheit bei der Regierung – Bangen bei der Union

    Von Rolf Zundei

  • Der Maidanek-Prozeß

    Im Namen des Zweifels

    Die drei Szenen paßten nicht zusammen. Und sie gehörten doch zu ein und derselben Geschichte, trugen sich an ein und demselben Ort zu.

  • Zeitspiegel

    Die Scherze von Radio: Eriwan – „im Prinzip ja“ – sind längst Legende. Aber wer hätte gedacht, daß auch Radio Moskau witzig und freimütig sein kann? Im englischen Dienst des sowjetischen Propagandasenders werden immer häufiger kritische Hörerbriefe verlesen.

  • Englische Unterhauswahlen

    ...ändert sich oder bleibt, wie es ist

    Wenn Mr. Steel, der liberale David zwischen den zwei Goliaths, diesen einen Tort antun will, klettert er aus seinem Wahlkampfbus und rechnet ihnen genüßlich vor, wie undemokratisch sie regieren oder opponieren.

  • Wirtschaft
  • Marken mit Geschichte

    Nach 70 Jahren am Ziel

    Daß ein Firmenzeichen auch für ein Einzelhandelsunternehmen durchaus vorteilhaft sein kann, hat sich bisher nur bei einer Minderheit der heimischen Händler herumgesprochen.

    Von Gunhild Freese

  • Hysterie um Energie

    Bei manchen Politikern ist schwer zu unterscheiden, ob sie sich von der allgemeinen Energiehysterie anstecken lassen oder ob sie es für richtig halten, sie auch noch zu schüren.

    Von Michael Jungblut

  • Werden die Arbeitsämter ihrer Aufgabe gerecht? Gegen die Kritik an zuviel Bürokratie und zuwenig Effizienz (ZEIT Nr. 12) wehrt sich der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg

    Besser als ihr Ruf

    Seit einigen Jahren wird bei uns in der öffentlichen Diskussion nach den „Schuldigen“ für die Arbeitslosigkeit gesucht. Dabei geht es zu wie im Schwarzer-Peter-Spiel.

    Von Josef Stingl

  • Auslandsinvestitionen

    Der große Treffer

    Ein Pflanzenschutzmittel namens Sencor stimmt bei Bayer alle Leute froh. Ob in Kansas City, wo es hergestellt wird, ob in Pittsburgh, wo die amerikanische Bayer-Tochter Mobay Chemical Corporation ihr Hauptquartier hat, ob im Bayer-Hochhaus in Leverkusen: Überall singt man Loblieder auf dieses Erfolgsprodukt.

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • ZEIT spart Geld

    Immer neue Varianten werden erfunden, um den Sparer langfristig zu binden. So bietet jetzt die Vereins- und Westbank in Hamburg einen „Bonus-Sparplan“ an.

  • Börsen-Report

    Angst vor der Inflation

    Die von der Industriemesse in Hannover üblicherweise ausgehenden positiven Impulse taten in den Börsensälen nur für wenige Tage ihre Wirkung.

  • Frankreich

    Segen für den Klassenkampf

    Es gibt wohl nur wenige, die wissen, wo das. Städtchen Sees liegt. Der Name dieses verschlafenen Ortes im Nordwesten Frankreichs tauchte vor ein paar Wochen in allen Zeitungen auf, als einer seiner angesehensten Bewohner von sich reden machte: Henri Derouet, 56 Jahre alt und katholischer Bischof.

    Von Klaus-Peter Schmid

  • Gespräche am Bankschalter

    Kernkraftärger schafft hohe Renditen

    Die Aktienkurse der Hamburgischen Elektricitäts-Werke AG (HEW) ist in diesen Tagen erneut unter Druck geraten. Anlaß ist eine Rede, die der neue Vorstandsvorsitzende Werner Oberlack vor den Führungskräften seines Unternehmens gehalten hat und in der er darauf hinwies, daß dem Unternehmen eine Durststrecke bevorsteht.

  • Atomenergie – ein „Märchen wird wahr“

    Zu seinem 72. Geburtstag am 19. Dezember 1978 erhielt der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnjew drei offizielle Geschenke, die in allen Zeitungen der Sowjetunion Schlagzeilen machten: noch zwei Orden und ein Telegramm.

  • Firmen und Fakten

    Die Partner bezeichnen das Gesamtergebnis für 1978 als gut. Die Bank verdient im wesentlichen durch Dienstleistungen Wieviel – das bleibt das Geheimnis der Inhaber dieses Familienunternehmens, das seit mehr als 300 Jahren Bankgeschäfte betreibt.

  • Automarkt in den USA

    Weniger Blech – mehr Erfolg

    Die Autogroßmacht General Motors präsentierte Ende vergangener Woche in Los Angeles ihre neue „X-Waffe“: die Compact-Wagen der achtziger Jahre, mit denen vier GM-Marken zusätzlich ausgerüstet werden.

    Von Jesrau

  • Vor 21 Jahren wurde die EG gegründet. In wenigen Wochen wählen wir ein Europäisches Parlament. Doch Europäische Unternehmen“ gibt es bisher kaum. Eines der wenigen geglückten Experimente: Estel

    Fusion auf Raten

    Auch die Mitarbeiter von Hoesch und Hoogovens haben den Zusammenschluß inzwischen akzeptiert

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • Wenn die Preise wieder steigen...

    Achtung! Achtung! Vier Prozent!“ schrieb der Londoner Economist vorige Woche über einen Beitrag zur Lage an der deutschen Preisfront.

  • Wissen
  • Datensammler

    Feinde der Freiheit haben es in unserem Staate nicht leicht. Wer sich offen dazu bekennt, wer nur in den Verdacht solchen Denkens gerät, spürt den geballten Zorn einer streitbaren Demokratie, die sich der Unerbittlichkeit gegen ihre Gegner rühmt.

  • Ein Warnsignal

    In Teheran ist der erste Stabschef der „Revolutionären Armee“ ermordet worden, General Gharani. Chomeini hatte ihn schon im März zum Rücktritt gezwungen.

  • Wieder Weltpolizist

    Die Amerikaner haben 100 000 Soldaten als Eingreiftruppen in weltpolitischen Unruhezonen bereitgestellt – die Nachricht verblüfft.

    Von Theo Sommer

  • Der bittere Preis des Rechts

    War dieser Prozeß, der sich seit fast dreieinhalb Jahren vor einem Düsseldorfer Schwurgericht dahinschleppt, nicht schon halb vergessen ? Hätte man die Deutschen vor zwei Wochen befragt, ob sie überhaupt von ihm wüßten, wohl kaum zehn Prozent würden die Frage mit ja beantwortet haben.

    Von Hans Schueler

  • Sippenhaft

    Als die DDR ihre neue Verfassung einführte, schrieb ein Bauer an die Regierung: „Wozu brauchen wir denn eine neue Verfassung, die alte ist doch noch gar nicht benutzt worden.

  • DIE ZEIT
  • Der Haken von Rijeka

    Ausgerechnet bei einer Demonstrationsfahrt für die Qualität ihrer Autoreisezüge passierte der Bundesbahn das Mißgeschick: Am Zielbahnhof im nordjugoslawischen Rijeka war zwar eine Abfahrtsrampe für die Wagen im Untergeschoß der Spezialwaggons, aber für die obere Etage war baulich nicht vorgesorgt.

  • Für Spieler

    Würfel-Wettlauf

    Numeri ist nicht gerade neu, aber in einer neuen Aufmachung frisch herausgekommen. Der Hersteller hat meinen mehrfachen Anstoß aufgegriffen und auf der Unterseite der Packung verbraucherfreundliche Angaben geliefert.

  • Ben Witter

    Nebbich

  • Studenten gehen auf Nummer sicher

    Keine Lust zu wechseln

    Sie bleiben wo sie sind. Weder streben sie in die Ferne, noch lockt es sie von Hamburg nach Stuttgart oder von Freiburg nach Kiel.

  • Zeitmosaik

    Nach mehr als sechs Jahren unter (juristisch bedenklichen, noch immer nicht geklärten) „verschärften Haftbedingungen“, ist es dem Schriftsteller Peter-Paul Zahl, seinem Anwalt und wohl auch dem zunehmenden Protest der Öffentlichkeit gelungen, den Rechten des Bürgers Zahl als Strafgefangener Geltung zu verschaffen.

  • Frühlings-Erwachen

    Höhle des Laien: Pottenstein in der Fränkischen Schweiz veranstaltet im Sommer für Fachleute und interessierte Laien vier Seminare zum Thema „Höhlen“ (Termine: 12.

  • Diesen Donnerstag übergibt Bundespräsident Walter Scheel den Super-Speicherring PETRA offiziell den Physikern des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY. Ein Ziel der Arbeit mit PETRA ist die Suche nach Beweisen für die Quarks-Theorie. Über mögliche Konsequenzen dieser Forschung berichtet Bernd Schuh vom Institut für theoretische Physik der Universität Köln

    Quarkkraft? Nein, danke!

    Aus dem Anzeigenteil der World News aus dem Jahr 2379: „Der Flug zum Sirius ein Komfortproblem? Nicht mit den neuen tragbaren Q-Zellen von Multicomp! Zwei Zellen speisen Antrieb und Versorgungssystem auch Ihrer Luxusyacht für mindestens 200 Lichtjahre .

  • Kopf an Kopf

    Vielleicht, daß er sich Günther Jansens historische Ermahnung zu Herzen nahm, vor 60 Jahren seien es in Kiel schließlich revoltierende Matrosen gewesen, die einen Kaiser vom Thron gejagt hätten.

    Von Dietrich Strothmann

  • J.M.-M.: Die Sicherheitstochter

    Wie der Spiegel, das Hamburger Nachrichtenmagazin, berichtet, will Innenminister Gerhart Baum die Bewerber und Bewerberinnen für den Staatsdienst scharfer überprüfen.

  • Der Brite Silkin kämpft für eine andere europäische Agrarpolitik. Verdient er die Unterstützung seiner Partner?

    Anwalt der Verbraucher

    In Brüssel konnten sich die Landwirtschaftsminister bisher nicht auf neue Agrarpreise für den Gemeinsamen Markt einigen. Der kürzlich mühsam erreichte Kompromiß über den Abbau der sogenannten Grenzausgleichsbeträge hat die gegensätzlichen Auffassungen über die zukünftige Preispolitik der Gemeinschaft keineswegs ausgeräumt.

    Von Heinz Blüthmann

  • Gesetz des Dschungels

    Wer billig reist, bewegt sich in Thailand auf gefährlichem Pflaster: Im vergangenen Herbst endete für fünf junge Deutsche eine Traumreise in einem Alptraum.

  • MANAGER UND MÄRKTE

    Zum ersten Male seit 1974 verdient die Mineralölindustrie beim Absatz ihrer Produkte wieder Geld. Wie eine ZEIT-Umfrage bei BP, Esso, Shell und Veba ergab, wurde im Schnitt des ersten Quartals ein Gewinn von etwa 15 Mark je Tonne verkauftes Produkt erzielt.

  • Politik ohne Flausen

    Gerhard Stoltenbergs harter Kampf um Kiel mit den fixen herausfordernden Jungs von der Opposition

  • INFORMATION . HINTERGRUND

    Flugrettungsdienste

    Die von der Björn-Steiger-Stiftung getragene Deutsche Rettungsflugswacht e. V. (DRF) führt Notflüge rings um den Globus durch.

  • Frankreich

    Grotesk

    Zunächst erschien Henry Ford II. allen als der deus ex machina, zum rechten Augenblick aus den USA herbeigeeilt, im Gepäck die Verheißung einiger tausend Arbeitsplätze für das von der Krise gebeutelte Lothringen.

  • Fernseh-Zeit

    Planung ist alles

    Nein, es ist kein verspäteter Aprilscherz: Die Planungs-Strategen der ARD-Sender haben gerade das gemeinsame Weihnachtsprogramm ausgetüftelt, das heißt, sie haben mit Sendungsangeboten, „Leisten“, Zeiten, und „Plätzen“ solange kunstvoll jongliert, bis ein, hoffentlich, sinnvoller Programmablauf herauskam.

  • BONNER KULISSE

    Forschungsminister Volker Hauff hat eine besondere Art, sich Freunde zu machen. In der jüngsten Ausgabe der vom Ministerium herausgegebenen Publikation „Energiediskussion“ wurde ein Offener Brief von sechs Angehörigen der Kerntechnischen Gesellschaft an die sechs FDP-Bundestagsabgeordneten Ingrid Matthäus, Helga Schuchardt, Klaus Gärtrier, Helmut Haussmann, Friedrich-Wilhelm Hölscher und Manfred Vohrer abgedruckt.

  • Kunstkalender

    „Wenn man nichts sieht, schaut man länger hin“ – das Ausstellungsmotto könnte die konzentriertsparsame Präsentation einiger reduzierter Arbeiten erwarten lassen, Erfüllt wird diese Erwartung nicht Mit knapp 150 Bildern aus den vergangenen 25 Jahren zeigt die Düsseldorfer Kunsthalle eine großangelegte Übersicht über das Werk von Gerhard Hoehme und belegt die künstlerische Entwicklung des Malers (Jahrgang 1920), der den Gesetzen der Fläche „immer nur widerwillig gefolgt“ ist.

  • Erforscht und erfunden

    Die moderne Kardiologie ist seit gut einem Jahr um eine brisante Erkenntnis reicher: Offenbar ist die Grenze ihrer Effizienz erreicht.

  • Die Reaktion der Leser auf seinen Bericht zeigt: Auch einheimische Autofahrer können ein Lied singen von der PS-Bürokratie. Zum Beispiel das Ehepaar Richter aus Frankfurt...

    Ein Automobil – fabrikneu

    Am 29. März dieses Jahres kaufte mein Mann in dem EG-Land Luxemburg einen fabrikneuen ausländischen Wagen. Vor Antritt der Reise nach Luxemburg erkundigten wir uns bei der hiesigen Zulassungsstelle, welche Unterlagen für die Überführung benötigt würden.

  • Schlesiwig-Holstein

    „De Snüffelee hört afschafft“

    Die 73 zu wählenden Landtagsabgeordneten werden künftig im Monat 4500 Mark beziehen plus 1800 Mark steuerfreie Aufwandsentschädigung.

    Von Viola Roggenkamp

  • Rettungsaktion für die Türkei

    Walther Leisler Kiep beteuert: „Ich bin optimistisch, die Türkei wird wirtschaftlich wieder gesunden.“ Er sagt es überzeugend und mit einem gewinnenden Lächeln.

    Von Kurt Bedker

  • „Autoreisezüge sind kein Sozialverkehr“

    Ein sattes halbes Jahr Vorausbuchung erbittet sich die Bundesbahn für ihre Autoreisezüge, sofern man in der Hauptsaison „huckepack“ ins Ferienland reisen will.

  • Liaison von Sex und Song

    Was die beiden Frauen, die gerade in der Bundesrepublik unterwegs sind, miteinander verbindet, ist die Rubrik, in der sie geführt werden: Popmusik.

  • Der Musterknabe wird von Frauen umhegt

    Am 15. Oktober 1844 wird Friedrich Wilhelm Nietzsche als Sohn des Pfarrers Carl Ludwig Nietzsche und seiner Frau Franziska in Röcken bei Lützen/Sachsen geboren.

  • Laufen, was das Zeug hält

    Als ihm vor Jahren vom Deutschen Sportbund ein gewisser Trimmy an die Fersen geheftet wurde, nahm der Bundesbürger erstaunlich bereitwillig seine Beine in die Hand.

  • Die nebenstehende Glosse unseres Mitarbeiters Wolfgang Ebert war kürzlich Anlaß für eine heftige Debatte im nordrhein-westfälischen Landtag. Es ging um die Frage: Ist Eberts Satire als Unterrichtsstoff für Schüler der neunten Klasse, in der heutigen Zeit, zumutbar?

    „Anstatt sich zu distanzieren von dem Mist“

    Die nebenstehende Glosse unseres Mitarbeiters Wolfgang Ebert war kürzlich Anlaß für eine heftige Debatte im nordrhein-westfälischen Landtag.

  • Ein neuer literarischer Fund: Die frühesten Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann

    Todgehetzt von Rauschbegierden

    Briefe und Gedichte des Siebzehnjährigen an eine Internatsschülerin in Vechta aus dem Jahr 1957

  • Blumenlärm im Landschaftsgarten

    Man sieht den Park vor Blumen nicht. Riesige Rabatten voller blühender Blumen ringeln sich im Gras um runde Hügel und beherrschen mit ihren lärmenden Farben die ruhige Ebene: zerstörerische Schönheit.

  • Ein Brief von Gert Neumann

    Einige Atemzüge der Freiheit

    natürlich habe ich in dieser späten Nachtstunde, die mir mit harrenden Fensterkreuzen und einer, noch morgendunklen, Straße starrt, und nur den Morgen erwartet, um die herrschenden Gedanken über ihren Zustand – die aus einer spitz durchs geöffnete Fenster hereinstechenden Luft quellen und den stillesengenden Eisengeräuschen der, breit durch den nahen Straßenmorgen, fallenden Bahnen und einem, rasch verstummenden, Monolog einer Drossel, der wie ihr Kleid, von schwarzer Schönheit war – in einem hastig eintreffenden, physikalischen, Vorgang aus Licht und herumgehenden Menschen, und einem sich darin selbst begründenden Straßenverkehr: zu löschen .

  • Elektroindustrie

    Managers Lust - Managers Leid

    Was der eine gewonnen hat, hat der andere verloren: Während Siemens, das Spitzenunternehmen der deutschen Elektroindustrie, das letzte Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuß von 467 Millionen abschloß, hat Walter Cipa, Vorstandsvorsitzender von AEG-Telefunken seit 1976, einen Bilanzverlust zwischen 300 und 400 Millionen; vermutlich dürfte er sogar um etliches höher liegen.

  • Trilogie des Sehens

    Werner Nekes ist in diesen Wochen unterwegs. Er zeigt seine drei neuen Experimental-Spielfilme („Lagado“, „Mirador“ und „Hurrycan“) in den Kommunalen Kinos.

  • Souvenirs – seltsame Kinder der Sehnsucht

    Souvenirs sind so allgemein und rätselhaft wie die Reisesehnsucht selbst. Jeder geht auf Reisen, jeder beschäftigt sich mit Reiseandenken, belächelt oder verachtet sie.

  • Fernseh-Vorschau

    Bunte Spitze eines Eisberges

    Amerikanische Autoren sind eben doch die besseren – zumindest was Komödien anbelangt, Denn deutsche (Gag-)Schreiber, denen es allerdings auch an einer entsprechenden Tradition fehlt, kaprizieren sich zumeist auf das, was man hierzulande„Lustspiel“ nennt.

  • Fernseh-Kritik

    TTT-Aspekte französisch

    Allzu französisch darf es am „französischen Abend“ der ARD natürlich nicht zugehen,. Zwischen Fernsehspiel (nach Georges Courteline) und Kulturberichten aus der französischen Provinz, erinnert die „Bekanntgabe der Wochengewinner der ARD-Fernsehlotterie“ an hehres deutsches Bildschirm-Brauchtum.

  • Kulinarisch-historischer Bummel durch Süd-Jütland

    Wie in der Hutschachtel

    Lang zieht sie sich hin, die Europastraße 3 nach Skandinavien – zu lang, um sie „in einem Rutsch“ durchzufahren.............

  • JEAN AMERY:

    In den Wind gesprochen

    Der letzte Text des kämpferischen Aufklärers Jean Améry, der als einer der wenigen Auschwitz überlebte und der sich in Verfinsterung und Bitterkeit 1978 in Salzburg das Leben nahm: eine radikale Anklage gegen uns und die Welt, die wir uns errichtet haben.

  • Times-Verlag

    Trutzig

    Die Absicht des Verlags der Londoner Times, die Zeitung als Wochenblatt im Ausland zu drucken und nur im Ausland zu verkaufen, ist eine trutzige Geste des Managements: Wir geben nicht auf, wir kämpfen weiter gegen Dickschädligkeit und Unvernunft der Gewerkschaften.

  • Aussperrung

    Verwirrend

    In Hessen, so beschied das dortige Landesarbeitsgericht, ist eine Aussperrung nicht zulässig, weil die Landesverfassung sie verbietet.

  • Ein offener Brief europäischer Autoren

    Resolution für Robert Havemann

    Robert Havemann ist ein unbequemer Kritiker. Was er sagt und in seinen Büchern schreibt, analysiert bestehende Zustände und unterbreitet Vorschläge zu ihrer Veränderung.

  • Bildungsschutt für Lexikon-Leser

    Doch wenn sich Oswald Wiener, immerhin der Autor eines Romans, der tatsächlich die Chance hat, die von der Verlagswerbung einer bloßen Novelle zugesprochen wird, nämlich unser Jahrhundert zu überdauern, wenn sich Wiener also aus seinem Berliner Exil einmal zu Wort meldet, was selten genug geschieht, hat es immer triftige Grunde.

  • Friedrich Nietzsche:

    Hat das Ungeheuer von Kraft sich selbst vergiftet?

    Am 24. September 1886 sandte „der Einsiedler von Sils-Maria“, wie er sich selbst bezeichnete, sein Buch „Jenseits von Gut und Böse“ an die liebe, naive Malwida von Meysenbug, doch mit dem warnenden, Vorsicht gebietenden Zuruf: „Verzeihung! Sie sollen es nicht etwa lesen, noch weniger mir Ihre Empfindung darüber ausdrücken.

    Von Pierre Bertaux

  • Ausstellung: Paul Klee in Köln

    Eine Linie macht sich ziellos auf den Weg

    Blick auf einen allzu volkstümlichen Künstler im Jahr seines 100. Geburtstages

  • Zeitliches aus München

    Reden ist Gold

    Zehn Minuten vor der vollen Stunde naht im Sitzungssaal die Sekunde der Wahrheit. Da erhebt sich gern eine längst amtsbekannte Münchener Stadträtin und schreitet zum Rednerpult.

  • Diskrete Hilfe bei schmerzlichem Anlaß

    Der Kundendienst eines Bestattungsunternehmens umfaßt schlechthin alles – außer der Trauer

  • Recht im Alltag

    Darf jeder auf der Straße Politik machen?

    Jede Hausfrau, die regelmäßig mit der Einkaufstasche in den Supermarkt geht, jeder Arbeitnehmer, der in der rush-hour auf den Bus oder die U-Bahn wartet, hat schon mal von einem – meist jugendlichen – Menschen einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen.

  • Ärgerliche Überraschungen

    Das westafrikanische Gambia, neues touristisches Ziel vor allem für die Wintermonate, steht vor einer ersten Bilanz. Bis Mitte Februar dieses Jahres besuchten knapp sechstausend Bundesbürger mit Veranstaltern, wie den TUI-Töchtern Touropa und Scharnow, dem Schweizer Kuoni, den kleinen, zu den ärmsten Ländern der Welt gehörenden Staat.

  • Konfirmation ’79

    Heute wäre Jesus ein Penner

    Antworten von Konfirmanden auf die Frage, wie Christus in unserer Zeit leben würde

  • DEVISEN-SELLER

    Der US-Dollar hat seine Position gegenüber der Deutschen Mark wieder etwas verbessert – eine Folge der Bemühungen der US-Regierung um Preisstabilität und Verbesserung der Zahlungsbilanz, wie die Deutsche Bundesbank kommentiert.

  • Kultur im kleinen: „UN ’79“

    Lachendes und weinendes Auge

    Bergkamen. Als die Steinkohle noch eine Nation beschäftigte wie heutzutage das Öl, tauchte der Name dieser Gemeinde vom Nordost-Rand des Industriegebietes gelegentlich in guten wie in schlechten Nachrichten auf.

  • Zur Ausstellung des Neoklassizisten John Flaxman in Hamburg

    Die Kunst pittoresker Begleitung

    Wer zu unfreiwillig langem Aufenthalt in der Abflughalle des Londoner Flughafens Heathrow gezwungen ist, und das soll ja vorkommen, der nimmt irgendwann auch einmal am Zeitungs- und Souvenir-Stand von W.

  • Bonner Schätzungen

    Wenige Tage vor Eröffnung des großen Spektakels versuchte Bonns Oberstadtdirektor den Bonnern Sand in die Augen zu streuen. Allen Ernstes meinte er, die Gartenschau sei nicht zu teuer, sie sei sogar billig, gemessen an der Fläche des Parks.

  • Die fetten faulen Weiber

    Im Münchner Spastikerzentrum erfuhren Behinderte eine Behandlung, die den Landtag, Heimaufsicht, Staatsanwaltschaft und das Bayerische Verwaltungsgericht beschäftigte.

  • Prozeß gegen Rechtsextremisten

    Richter im Kittchen

    Den großen Schwung liebt er, der Professor Hans-Dieter Schwind. Niedersachsens Justizminister wird daher schon seit seinen Uni-Tagen als „Sturmtruppführer“ apostrophiert.

  • Die neueste Endspiel-Prosa von Max Frisch

    Der alte Mann und der Berg

    Der Flecken Berzona, im Tessiner Valle Onsernone, taucht schon in Frischs Tagebuch des Jahwes 1966 auf, wird dort auf einigen Seiten zu Prosa, zu Literatur verarbeitet.

  • Kritik in Kürze

    „Realismus als Widerspruch – Die Wirklichkeit in Courbets Malerei“, herausgegeben von Klaus Heding. Nützlich ist der Band dank der von Courbet selber, von Champfleury, von Castagnary oder von Max Buchon stammenden historischen Texte; auch enthält er moderne Überlegungen, von Timothy J.

  • Die neue Schallplatte

    Hervorragend Jeremy Steig, Eddie Gomez: „Music for Flut“ & Double Bass“. Das ist eine ziemlich nüchterne Bezeichnung für eine derart lebendige, erfindungsreiche; – farbige Musik.

  • Jugoslawiens Fremdenverkehr nach dem Erdbeben:

    Hoffen auf treue Gäste

    Eine der wichtigsten Einnahmequellen im armen Montenegro ist der Fremdenverkehr. Jetzt, wo nach dem schweren Erdbeben und seinen Verwüstungen jeder Dinar gebraucht würde, ist diese Quelle zumindest für eine Saison, vermutlich aber lange darüber hinaus, verschüttet: Hotels und Restaurants sind zerstört oder so stark beschädigt, daß sie bis zum Beginn der Sommerferien nicht einmal provisorisch wieder hergerichtet sein werden.

  • Wahl in Großbritannien

    Die Revoluzzer von Cambridge

    Entindustrialisierung heißt das letzte Schlagwort in Großbritannien. Das Rezept zum Stoppen dieses Prozesses, der die Insel zu einer „industriellen Wüste“ zu machen droht: ein massiver Einfuhrschutz.

  • Johann Wolfgang Goethe

    Die Leiden des jungen Werther

    Um zu verstehen, wie zivilisiert es hier früher noch zuging, und wie herrlich weit wir es seither gebracht haben, stelle man sich einmal vor, es würde heute der Oberkommandierende eines Invasionsheeres – etwa der amerikanische General Westmoreland oder dessen chinesischer Nachfolger – die wichtigsten Schriftsteller des von seinen Truppen überrannten Landes zu sich bitten, um mit ihnen stundenlang ästhetische und poetologische Fragen zu diskutieren.

  • Preisnachlässe und Ölaufschläge:

    Billiger Jakob

    In den Reisebüros sind wieder einmal die Tage des billigen Jakobs: Es gibt reichlich Sonderangebote mit erklecklichen Nachschlägen auf die ohnehin niedrigeren Vorsaisonpreise.

  • Von Häusern und, Gebetszetteln, von Keramik und Comics

    Wer ist Volk? - Was ist Kunst?

    Der Begriff „Volkskunst“ bürgerte sich in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts ein. Die damals noch junge Wissenschaft der Volkskunde ein Ableger von Germanistik und Philologie hatte sich zunächst mit sprachlichen Gebilden (Mythen, Märchen, Volksliedern) befaßt.

  • Der Streik an der Costa del Sol:

    Nachholbedarf

    Wird es Sommer, regt sich die Streiklust all jener, deren Metier der Fremdenverkehr ist. Es ist gewiß keine kühne Prognose, daß der Streik an der Costa del Sol nicht der letzte Arbeitskampf dieser Saison sein wird, der auf dem Buckel von Touristen ausgetragen wird.

  • MITTELMEER

    Die Arbeiten an der Brücke vom Festland auf die beliebte jugoslawische Urlaubsinsel Krk gehen zwar voran, aber zur kommenden Sommersaison müssen die Autofahrer noch auf das Fährschiff gewinkt werden.

  • Prêt-à-Porter 79/80

    Kuriose Eleganz in Geometrie

    Das verwirrende Angebot der „Créateurs de Pret-a-Porter“ wurde als großer Modezirkus vorgeführt. Über dem größten „Loch“ von Paris, der Baugrube der einstigen „Hallen“, wurden vier Zelte errichtet.

  • Filmtips

    „Der Dieb von Bagdad“ von Clive Donner. Nicht der Dieb von Bagdad verliebt sich in die schöne Prinzessin und darf mit ihr wie 1924 Douglas Fairbanks in der Raoul-Walsh-Verfilmung auf dem Zauberteppich davonfliegen.

  • Nachspiel zur Demonstration gegen Gorleben

    Was war im Trecker-Tank?

    Natürlich, einer konnte mal wieder nicht über die beamtenmäßig staubfreie Schreibtischkante hinwegdenken. Den Lüchow-Dannenberger Bauern wollte er ans Leder, jenen, die mit der Parole „Albrecht – wir kommen“ kurzerhand nach Hannover aufgebrochen waren, um den Oberen ihre Meinung zur Atom-Entsorgung persönlich zu stecken.

  • Iran – ein Sonderfall

    Zimmermann: Ich glaube das nicht. Der Iran ist ein Sonderfall geworden. Er hat ja nicht nur den deutschen Auftrag storniert, sondern auch eine ganze Reihe viel größerer amerikanischer Aufträge.

  • ZEITRAFFER

    Angst vor den eigenen Engagements in fernen Ländern hat die deutsche Bauindustrie gepackt. Zwar sind 1978 die Aufträge aus dem Ausland um zwei Milliarden auf etwa 9,3 Milliarden Mark gestiegen, sie sind aber auch mit größerem Risiko behaftet.

  • Eine neue Zeitschrift ist die verwaschene Kopie einer alten

    Linkische Linkskurve

    Erst einmal ein Flachstart. Da erscheint nun seit März dieses Jahres ein neues „Magazin für Kunst und Kultur“ Linkskurve, anknüpfend an die berühmte Zeitschrift desselben Titels, die Ende der zwanziger Jahre Organ des Bundes proletarisch revolutionärer Schriftsteller (BPRS) war.

  • Die jüngste Union

    Kaum war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Paragraphen 218 verkündet, da fiel dem CDU-Mitglied Sauerland ein, daß er von einer Trägerin „schutzwürdigen Rechtsguts“, Brigitte B.

  • Gesellschaft
  • Nach dem Sturz des autoritären Regimes in Portugal fürchtete der Westen, das Land könne ins östliche Lager abdriften. Doch heute befindet sich das Land im Schlepptau des Westens

    Sag mir, wo die Nelken sind

    In der europäischen Geschichte hat wohl selten eine Revolution sanfter und sentimentaler begonnen: Am 25. April 1974, eine halbe Stunde nach Mitternacht, ertönt aus den Lautsprechern von Radio Renascena bei Lissabon das Lied „Grandola, villa morena.

    Von Volker Mauersbergei

  • Kultur
  • Im zweiten Teil seiner Moskauer Bilanz beschreibt Christian Schmidt-Häuer den Rückzug der Russen von den offiziellen Pflichten in die private Welt

    Die zwei Leben der Sowjetmenschen

    Der reale Sozialismus: Teilnahme aller am Frisieren von Statistiken und Tabellen

  • Faschismus

    „Unser Fleisch und Blut“

    Nicht Hitler, sondern Mussolini war es, der den Rassenantisemitismus in Italien einführte. Unklarheit herrscht heute höchstens noch über die Motive des Duce, den Wechsel vom Judenfreund zum Handlanger von Hitlers Vernichtungspolitik zu vollziehen.

    Von Julius H. Schoeps

  • Deutsche Geschichte

    Vom Ende des alten Europa

    Der deutsche Historiker Ludwig Dehio schrieb 1951, nach zwei Weltkriegen sei die Voraussetzung jeder schöpferischen deutschen Reaktion das bedingungslose Eingeständnis der furchtbaren Rolle, die sein Land in dieser Periode gespielt habe.