Frauen haben es im Journalismus, wie in anderen Berufen, nicht leicht. Dies gilt auch für Franca Magnani, die römische Mitarbeiterin der ARD.

Die beim Publikum allseits beliebte Fernsehkorrespondentin mit dem bei uns so beliebten fremdländischen Akzent, wird von ihrem Chef, dem ARD-Studioleiter in Rom Wolf Feller, regelrecht niedergeknüppelt, oder, modern ausgedrückt: diskriminiert. Wo immer es geht, stellt der wilde Kommunistengegner seine Mitarbeiterin in die Ecke und sich selbst ins Bild. Und dabei wäre er klug beraten, bediente er sich der Dienste der Italienerin, die seit den sechziger Jahren für die ARD in Rom arbeitet. Denn Wolf Feller kann kein Interview auf italienisch führen, seine Sprachkenntnisse reichen allenfalls, sich im Restaurant Spaghetti zu bestellen. Er hat deshalb den Südtiroler Michael Waicek angeheuert, der für ihn Recherchen erledigt.

Ohne seinen Handlanger ist der hochbezahlte Studioleiter hilflos. Telebiss verbeißt sich, alle die Geschichten wiederzugeben, die über Feller im Umlauf sind, über seine mangelnde Kenntnis der italienischen Verhältnisse, über seine Unkollegialität – das Ergebnis wäre ein Haufen schmutziger Wäsche.

Der Grund, warum Feller seine Kollegin Magnani nicht mag, ist simpel: Sie ist mit einem kommunistischen Funktionär verheiratet. Und das ist für ihn, dessen geistige Heimat eine rechtskonservative Gruppierung, die „Democrazia Nationale“ ist, unerträglich. Allerdings hat Feller heute auch in den ARD-Zentralen, sein Heimathafen ist der Bayerische Rundfunk, nicht mehr viele auf seiner Seite. Immer mehr ARD-Anstalten favorisieren für viele Aufträge Franca Magnani, und sie lassen Feller wissen, sein Verhalten sei wohl, milde gesagt, nicht sehr gentlemanlike...

Zudem machen sie sich Sorgen, daß das ZDF ihnen in Rom den Rang ablaufen könnte. Dort agiert nun wahrlich kein Überflieger, doch Karl-Günther Renz ist ein solider Handwerker, dessen ruhige Art durch die hektische Eilfertigkeit des ARD-Fellers plötzlich eine besondere Qualität bekommt. Das jüngste Gerücht aus München besagt, Feller bewerbe sich um den Intendantenposten des Bayerischen Fernsehens. Nun – viele Wege führen aus Rom...

Ein Nachwort zu der wahlnächtlichen Fernsehberichterstattung.

Hier hielt die ARD es für angemessen, ihre Zuschauer in die klassischen Tänze der Peking-Oper einzuführen und hatte sich zudem verpflichtet, die Akrobatik der Chinesen nicht zu unterbrechen. So war es kein Wunder, daß das ZDF die Nase vorn hatte: Sie hielten ihren Chaplin-Film an, und Detlef Sprickmann meldete aus Mannheim die Sensation: Wahlsieger Stoltenberg.

Den norddeutschen Zuschauern der ARD blieb zwar das Dritte Programm, wo Rudolf Borchers („ich muß mal...“) zwei Neulinge bei Infas – sie sollten „ausprobiert werden“ – an der Leine hatte. Beide nuschelten vor sich hin und konnten trotz vieler Purzelbäume dem Zuschauer das d’Hondtsche Verfahren nicht erklären. Wie schön war es noch mit Rohlinger! Die ARD-Chefredakteure sparten tags darauf denn auch nicht mit Kritik. Nur Winfried Scharlau vom NDR zeigte sich uneinsichtig – er fand lediglich das „Design“ schlecht.

Doch Telebiss will nicht ungerecht sein: Die ARD erfüllt ihren hehren Bildungsauftrag mit Bildern aus dem fernen China natürlich eher als mit der Widerspiegelung spannender Szenen aus Kiel... Telebiss