Als Bildunterschrift lesen wir unter dieser Photographie in dem zum 1. Festival der Weltkulturen in Berlin, „Horizonte 79“, erschienenen Buch „Afrika – Texte, Dokumente, Bilder“ diese Sätze: „Hochdekoriert, weil er sich für fremder Herren Interessen geschlagen hat, ist dieser Veteran aus Kamerun. Er konnte in Deutsch, Englisch und Französisch Befehle geben und bekommen – wem zugute?“ Solch kritische Fragen sind in „offiziellen“ Broschüren, gar zu einem „Festival“, ungewöhnlich. Geist und Inhalt des von Jochen R. Klicker, Rolf Steinberg und Wolfgang von Lonski im Auftrag der Berliner Festspiele herausgegebenen Bandes sind damit gut bezeichnet: Ohne sich den Gästen aus dem Schwarzen Kontinent anzubiedern, untersuchen die rund fünfzig Mitarbeiter die Kolonialgeschichte Afrikas und behandeln die Gegenwart, von den Befreiungsbewegungen bis zu Missions-Kritik, von Entwicklungspolitik bis zu afrikanischen Spruchweisheiten. Kleine Wörterbücher, Stichwortkataloge, Landkarten machen das Buch zum willkommenen Nachschlagewerk. (Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 1979; 208 S., 12,– DM.) -s