Noch dampft sie als „Robin Hood“ für die TT-Linie durch die Ostsee, doch sie fährt nur noch einen Sommer nach Schweden. Im Winter soll die Fähre eine neue Etappe im Nahost-Tourismus eröffnen: Als „Dana Sirena“ wird sie vom 7. Dezember an Ägypten für den Autotourismus aus Europa erschließen, dann wieder unter der Flagge ihres Besitzers, der dänischen Reederei DFDS. Eine weitere Hypothek auf den Frieden beiderseits des Suezkanals.

Während die deutsche Linie noch nicht über eine Nachfolgerin für die „Robin Hood“ entschieden hat, liegt der Fahrplan für die „Dana Sirena“ bereits fest. Das 8000 Bruttoregistertonnen große Schiff fährt jeweils freitags um 23.59 Uhr von Ancona ab. Zweite Station nach Patras ist Heraklion auf Kreta. Damit wurde die bislang schnellste Direktverbindung auf die beliebte Griecheninsel geschaffen, zugleich gibt sie den Inselurlaubern die Möglichkeit zu einem Abstecher nach Ägypten. Die Ankunft in Alexandria ist jeweils dienstags. Die Preise, liegen je nach Kabinenklasse zwischen 350 und 850 Mark. Die Autotarife sind nach Wagengröße und Insassenzahl gestaffelt. Ermäßigungen gibt es auf Rückfahrkarten und für Kinder.

Das 1970 gebaute Schiff kann 650 Passagiere und 150 Personenwagen transportieren. Es ist mit beheizbarem Schwimmbad, Gesellschaftsräumen und Einkaufsstätten versehen, um neben dem reinen Fährverkehr auch für Kurzkreuzfahrten gerüstet zu sein.

Die Reederei, die bereits seit 1971 im westlichen Mittelmeer eine Linie betreibt, hat verschiedene Landprogramme für die neue Ägyptenroute aufgelegt und bietet an den drei Häfen Hotelpauschal-Arrangements an. Insbesondere für das chronisch hotelbettenarme Ägypten ist dies ein zusätzlicher Buchungsanreiz.

Das über hundert Jahre alte, umsatzstarke Seefahrtsunternehmen setzt bei dieser Neueinrichtung auch auf Fortschritte bei den ägyptisch-israelischen Friedensverhandlungen und hofft auf einen lebhaften Fremdenverkehr über die Sinai-Grenze. Bis zu deren Öffnung will es die touristischen Angebote in Ägypten weiter ausbauen, mit Badeaufenthalten im Sommer am Mittelmeer und in den Wintermonaten am Roten Meer.

Ali D. Touni, der Touristik-Repräsentant Ägyptens in Deutschland, begrüßte die neue Route ab Italien als Ergänzung der Linie von Piräus nach Alexandria („Espresso Cagliari“, Adriatica Line, Abfahrt sonntags). Touni verwies in diesem Zusammenhang auf die derzeitigen Vorschriften für die Einreise mit einem Auto in sein Land. Dazu werden ein Triptik (erhältlich bei den Autoklubs) und ein internationaler Führerschein gefordert. In Alexandria erhalten die Autofahrer gegen etwa 25 Mark Gebühr ein ägyptisches Kennzeichen, das über das vorhandene Kennzeichen gehängt wird. Die Benzinversorgung ist laut Ali Touni problemlos, auf den touristischen Routen sollen die Wegweiser auch in lateinischer Schrift beschrieben sein. Für die Straßen Kairo–Alexandria und Kairo–Luxor will das Land zwanzig Straßenwachtwagen speziell zur Betreuung von Autotouristen einsetzen. Axel Thomas