In seinem eigenen Unternehmen zahlt der Großindustrielle Herbert Quandt fürstliche Vorstandsgehälter: Nach einer Erhebung der Kienbaum Unternehmensberatung überwiesen die Quandt-Gesellschaften Altana Industrie-Aktien und Anlagen AG und Varta AG ihren Vorständen 1977 durchschnittlich 946 000 beziehungsweise 933 400 Mark im Jahr und waren damit Spitzenreiter in der deutschen Industrie. Vorstandsvorsitzender in beiden Unternehmen – und damit nach den Usancen der Industrie jeweils mit erheblich höherem Einkommen bedacht: Herbert Quandt.

Die Quandt-Unternehmen liegen mit ihren Vorstandsgehältern weit über der gesamten Industrie, die sich ihr Topmanagement 1977 pro Kopf 262 800 Mark im Jahr kosten ließ. Spitzenreiter war wieder der Einzelhandel, der seinen Vorständen im Durchschnitt über 500 000 Mark zukommen ließ. Schlußlicht sind der Wohnungsbau und die Wohnungswirtschaft, deren Vorstandsmitglieder sich mit 110 000 Mark begnügen müssen.

Grundlage der Kienbaum-Untersuchung waren die Geschäftsberichte von 811 Aktiengesellschaften in der Bundesrepublik.

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Die fernöstlichen Niedriglohnländer Hongkong, Taiwan und Korea bekommen Konkurrenz: Delegationen aus der Volksrepublik China offerieren Unternehmen in der Bundesrepublik die Arbeitskraft von „zwei Milliarden Händen“ zu einem Preis, der die ohnehin schon billigen asiatischen Nachbarn noch deutlich unterbietet: Die chinesischen Arbeiter – so das konkrete Angebot an einen Vorstand – sind im Monat mit dem zufrieden, was ein deutscher Kollege an einem Tag bekommt; das entspricht nach Berechnungen der Industrie einem Stundensatz von 65 bis 95 Pfennig. Selbst in Asien muß in anderen Ländern das Vierfache aufgewendet werden.

Die Chinesen wollen sogar ausländische Direktinvestitionen zulassen und auch rechtlich absichern. Das Angebot ist interessant für lohnintensive Montage, etwa von elektronischen Bauelementen, bei der die Transportkosten keine Rolle spielen.