Es gibt für jeden Menschen nicht nur einen idealen Partner, sondern viele. Die Entwicklung sozialistischer Persönlichkeiten hat den Kreis möglicher Partner größer werden lassen, denn eine eheliche Verbindung wird heute vom Wesen des Menschen und nicht von Geld und Gut, von Namen und Rang beeinflußt.

Die hellerleuchteten Städte lassen dieser Romantik der Liebe wenig Raum. Und dennoch. Durch die hellen Straßen gehen die Pärchen engumschlungen, ungeachtet des Lichts. Sie vergessen die Helligkeit, sind nur für sich da. Sie verheimlichen ihre Zuneigung nicht. Nur Prüde erregen sich darüber, empfinden es als obszön.

Das Zubereiten der Mahlzeit ist für manche Frau und manchen Mann Steckenpferd. Sie vermögen in kurzer Zeit ein appetitliches Abendbrot zu zaubern. Meist geben kleine Dinge der Mahlzeit den Glanzpunkt: eine nette Garnierung, ein schnell zubereitetes Mixgetränk, ein erfrischender Salat... Oft entspinnt sich ein Gespräch aus Ereignissen des Tages oder aus einem Erlebnis, das mitteilenswert ist. An der Unterhaltung nehmen alle teil. Es bewähren sich Bescheidenheit und Einfühlungsvermögen Die Themen kennen keine Grenzen. Sie entstehen spontan. Ausgangspunkt bilden nicht selten Veröffentlichungen in der Presse und gemeinsame Erlebnisse, die Rundfunk und Fernsehen vermittelten. Selbstverständlich wird sich die Familie über politische Tagesfragen unterhalten und dabei ihren Standpunkt festigen.

Wird die Familie größer, wächst die Wohnung leider selten mit.

Zitate aus „Unsere Familie, Ratgeber für jung und alt“. Verlag für die Frau.

Diesen Buchauszug lasen wir in der Ostberliner Kulturzeitung „Sonntag“.