Ein positives Bild zeichnet – trotz Ölpreiserhöhung – die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für die Bundesrepublik Deutschland in den nächsten zwölf Monaten. Zwar werden nach OECD-Berechnungen durch die jüngsten Preisbeschlüsse der Erdölländer die Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt nach unten, die Preissteigerungsrate um einen halben Prozentpunkt nach oben gedrückt, dennoch werde die deutsche Wirtschaft „ziemlich stark“ bleiben. Die OECD führt die derzeitige günstige Wirtschaftslage auf die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik wie auch auf die verantwortungsbewußte Haltung der Gewerkschaften zurück. Zugleich warnt die Organisation vor der ungünstigen Entwicklung in der „internationalen Umgebung“, die mit einer gewissen Zeitverzögerung auch auf die Bundesrepublik durchschlagen und das günstige Bild beeinträchtigen kann.

Hoch entwickelte, dezentralisierte und international integrierte Wirtschaften müssen mit dem Problem Inflation leben. Nach Meinung des Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Manfred Lahnstein, ist Inflation für diese Länder zu einem großen Teil Schicksal. Auch wenn die Erfolge in der Inflationsbekämpfung des vergangenen Jahres diese Ansicht zu widerlegen scheine, so seien sie mit konjunktureller Verlangsamung und hoher Arbeitslosigkeit bezahlt worden. Nach Lahnstein muß noch bewiesen werden, daß annehmbare Preissteigerungen über eine Reihe von Jahren hinweg unter Beibehaltung eines ausreichenden realen Wachstums erreicht werden können. Zweistellige Inflationsraten prognostizierte Lahnstein in diesem Jahr für die USA, Großbritannien und Frankreich.

Dienstleistungsunternehmen tragen zunehmend zur Belebung der Investitionsgüterkonjunktur bei. Nach Ermittlungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft haben Dienstleistungsunternehmen seit 1970 mit jährlich elf Prozent den weitaus größten Zuwachs an Investitionen erzielt. Nach Ansicht des Kölner Instituts wurden seit 1970 Unternehmen des Gesundheitswesens, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbefirmen sowie Rechts- und Wirtschaftsberatungsunternehmen verstärkt mit aufwendigen technischen Geräten, Büromaschinen und Datenverarbeitungsanlagen ausgestattet.

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