Am 27. Juli hat die ZEIT den ersten Aufruf an ihre Leser gerichtet, für die Aktion Vietnam-Flüchtlinge zu spenden. Das Echo war überwältigend. Bis zum 24. September sind auf den von uns angegebenen Spendenkonten

DM 2 193 000

eingegangen. Dazu kommen Zinsen in Höhe von DM 9300, ferner die Hälfte des Erasmus-Preises (50 000 Gulden), gestiftet von der ZEIT. Tagtäglich treffen weitere Spenden ein: größere Beträge und kleine, viele kommentarlos, manche mit bewegenden Begleitbriefen.

vollen Spendern sagen wir Dank. Für die Redaktion war dies eine beglückende Erfahrung: daß Leser nicht nur Käufer sind, sondern mitdenkende, mitfühlende, mithelfende ZEIT-Genossen. Dank ihrer Großzügigkeit haben wir mehr tun können, als wir je zu hoffen gewagt hätten.

Wie sind die 2,2 Millionen Mark verwendet worden?

Für den Transport von 277 Flüchtlingen – die die Freie und Hansestadt Hamburg über ihr offizielles Kontingent hinaus aufnimmt – von Kuala Lumpur nach Hamburg entstanden Flugkosten von DM 176 382.

Medikamente und medizinisches Gerät, von der Luftwaffe nach Kuala Lumpur geflogen, kosteten DM 150 000.

Die Ausstattung eines Notkrankenhauses in Kota Bahru kam auf DM 60 644; das Krankenhaus geht bald in Betrieb.

Auf ein besonderes Senatskonto wurden DM 54 000 überwiesen – für die Ersteinkleidung der Flüchtlinge (100 Mark pro Kopf), für Fahrtkosten, Eintrittsgelder und Gebühren.

Miete und Kilometerpauschale für zwei VW-Busse in Hamburg (für Behörden- und Arztbesuche bis Ende Oktober) belaufen sich auf DM 13 500

Für fünf Fernseher, im Übergangswohnheim Halskestraße, für Straßenkarten, Wörterbücher und Lexika wurden DM 11 404 ausgegeben.

Erste Honorare für zwei Sprachlehrer und drei Dolmetscherinnen: DM 7716.

Zusammen mit den Nebenkosten für das Auswahlverfahren (DM 9240) sind bisher DM 484 086 ausgegeben worden.

Dazu kommen, bereits eingegangene Zahlungsverpflichtungen in Höhe, von rund DM 350 000: die Jahresgehälter für drei Dolmetscherinnen und drei Sprachlehrer (DM 140 000), eine Aufstockung der amtlichen Sozialhilfe um DM 1200 für jede Familie (DM 102 000) zuzüglich DM 250 pro Familienmitglied (DM 105 000).

Diese Leistungen und Verpflichtungen beziffern sich zusammen auf DM 830 000.

Über die Verwendung der übrigen Spendengelder ist bisher im Einvernehmen mit dem Hamburger Senat und dem Deutschen Roten Kreuz folgendes beschlossen worden:

1. Rund 70 Familienmitglieder der bereits in Hamburg lebenden Vietnamesen sollen aus den Lagern Malaysias nachgeholt werden. Außerdem will der Senat bis Weihnachten weitere 100 Flüchtlinge aufnehmen. Sie sollen aus den ZEIT-Spenden die gleichen Zuwendungen erhalten wie der erste Transport. Kosten: rund DM 100 000.

2. Um die Not der Kambodscha-Flüchtlinge in Thailand zu lindern, finanziert die ZEIT in Aranyaprathet ein Gesundheitszentrum. Die Kosten für Gebäude und Ausstattung (Möbel, medizinisches Gerät, Medikamente) veranschlagt das DRK auf DM 690 000. Das Krankenhaus soll schon im Oktober in Dienst gestellt werden, wenn – nach dem Ende der Monsunzeit – ein neuerliches Anschwellen des Flüchtlingsstroms erwartet wird.

3. Weitere Projekte – so das Chartern eines Versorgungsbootes für die Anambas-Inseln oder der Kauf eines mobilen Röntgengerätes für die Betreuung von Flüchtlingen in thailändischen Lagern durch den Hermann-Gmeiner-Fonds – werden derzeit überprüft.

Die rund 600 000 Mark, die noch auf unserem Spendenkonto verbleiben, wollen wir für rasches Handeln in dringenden Notfällen reservieren, wie sie sich in den kommenden Monaten gewiß ergeben werden.

Die ZEIT hat nicht nur ihren Lesern zu danken. Unser Dank gilt auch der Luftwaffe und der Lufthansa, die für den Transport günstige Preise berechnet haben. Er gilt vielen einzelnen und vielen Firmen, die Hilfe angeboten und geleistet haben (ein Beispiel von unzähligen: Die Firma Bosch bestückte das Übergangswohnheim mit 75 Kühlschränken). Und er gilt dem Hamburger Senat, der durch unbürokratisches Handeln ermöglicht hat, daß aus einer Idee Wirklichkeit wurde. D. Z.