Der Taunus, Fords Arbeitstier, feiert Jubiläum 40 Jahre auf dem Buckel

Vor vierzig Jahren lief in Köln ein Auto vom Band, das sofort seinen Spitznamen weg hatte: der „Buckel“. Fords erste eigene Entwicklung in Deutschland, der Taunus, war eine Fortsetzung des (von den englischen Ford-Werken übernommenen) Eifels. Das Modell, das in späteren Jahren zum „Arbeitspferd“ der Kölner und zu einem der meistgefahrensten Autos Deutschlands wurde, hatte unter seinen charakteristisch runden Formen einen 1172-Kubikzentimeter-Motor, der 34 PS lieferte, es kostete 2870 Reichsmark (22 Mark Aufpreis für splitterfreies Glas). Der kleinste Taunus hat heute nur rund 100 Kubikzentimeter mehr, liefert daraus 59 PS und kostet in einer abgemagerten Version 12 295 Mark.

Dem verheißungsvoll gestarteten Auto war nur ein kurzes Leben beschieden, der Krieg verlangte nach anderen Wagen als dem schnell beliebt gewordenen Rundling: 1942 sank die Jahresproduktion auf 41 Wagen, ehe sie eingestellt wurde. Aber 1948 rollten wieder die ersten Taunus-Wagen, die damals viele Karosseriebauer anregten: Es erschienen „bildschöne“ Kabrioletts, Kombiversionen und sogar eine Staatskarosse mit sechs Sitzen.

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In den nächsten Jahrzehnten folgten Modelle, die Autogeschichte machten – auch wegen ihrer eigenwilligen Formgebung: So prunkte das 52er-Modell mit neuer Pontonform und Weltkugel am Kühler. Der Nachfolger von 1957, nicht zu Unrecht als „Gelsenkirchener Barock“ verspottet, bereitete den Weg zur „Linie der Vernunft“ von 1960, im Volksmund als „Badewanne“ geführt. Derlei Eigenwilligkeiten sind dem Taunus mittlerweile ausgetrieben, er ist heute ein braves, unauffälliges Auto – das meistverkaufte bei Ford. K. V.

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  • Quelle DIE ZEIT, 21.12.1979 Nr. 52
  • Schlagworte Ford | Jubiläum | Auto | Band | Barock | Glas
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