KursbarometerGebremste Verluste

Aktienfonds, die im richtigen Land die richtigen Papiere zur richtigen Zeit besaßen, konnten 1979 für ihre Sparer viel Geld verdienen. Dieses Kunststück vollbrachte im vergangenen Jahr – wie sich aus der nebenstehenden Tabelle ablesen läßt – praktisch nur der zum Dresdner-Bank-Bereich zählende Fonds Transatlanta, der auf US-Aktien fixiert ist und trotz der auch in den USA schwierigen Börsenlage eine Wertverbesserung von 22,8 Prozent erwirtschaftet hat.

Dieser Wertanstieg tut den Transatlanta-Sparern wohl. In der Vergangenheit hatten sie wahrlich nichts zum Lachen. Denn in den Perioden 1968 bis 1978 und 1973 bis 1978 war Transatlanta der Fonds mit den höchsten Verlusten. Das anerkennenswerte Plus des vergangenen Jahres hat er einer sehr wendigen Anlagepolitik zu verdanken. Zeitweilig war der Fonds voll in Aktien investiert, zu anderen Zeiten nur zu 50 Prozent. Es wurde rechtzeitig auf Energiewerte gesetzt, die im vergangenen Jahr an der Wall Street förmlich „explodiert“ sind.

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Uniglobal, ebenfalls in nordamerikanischen Aktien anlegend, schaffte immerhin ein Plus von 12,4 Prozent. Es ist zustande gekommen, weil im Dezember hervorragend operiert worden war. Dadurch gelang es, die unmittelbar vorher eingetretenen Einbußen wieder auszugleichen.

Schlecht gefahren sind die deutschen Besitzer japanischer Aktien. Ihre Kurse sind im vergangenen Jahr zwar gestiegen. Der daraus, resultierende Gewinn ging jedoch durch gefallenen Yen-Kurs mehr als nur verloren. Nippon Dynamik, Spezialfonds für japanische Aktien, mußte sogar einen Wertschwund von fast 20 Prozent hinnehmen.

Die überwiegend in deutschen Aktien anlegenden Fonds litten naturgemäß unter der Börsenschwäche in der Bundesrepublik, die den Aktienindex um etwa 12 Prozent fallen ließ. Wenn die Fonds den Wertschwund im ungünstigsten Falle auf etwas mehr als sechs Prozent begrenzten, große Publikumsfonds sogar unter fünf Prozent blieben, dann ist das kein schlechtes Ergebnis. Damit bestätigt sich die bisherige Erfahrung, wonach bei fallenden Kursen die Verluste der Fonds geringer sind als der Indexrückgang. Bei fester Tendenz ist die Entwicklung in der Regel umgekehrt. Die Fonds pflegen dann mit ihren Wertsteigerungen hinter dem Index zurückzubleiben.

Aktienfonds waren in der Vergangenheit sicherlich nicht die gewinnträchtigste Anlage. Mit Wertsteigerungen von 98,4 Prozent bis 146,1 Prozent haben sie sich nach einer Rechnung des Bundesverbandes Deutscher Investment-Gesellschaften in den letzten 20 Jahren im Schnitt nur mehr als verdoppelt. Gold hätte selbst unter Berücksichtigung der Zinslosigkeit mehr gebracht. Doch das sind theoretische Betrachtungen. Wer Aktienfonds-Anteile im Rahmen einer vernünftigen Anlagediversifizierung erworben hat, ist mit ihnen zumindest nicht schlecht gefahren, wobei anzumerken ist, daß die Wertvergleiche natürlich nicht nur die Differenz der Rücknahmepreise berücksichtigen, sondern unter der Prämisse zustande kommen, daß die jährlichen Ausschüttungen wieder angelegt worden sind.

Auch Rentenfonds blieben 1979 von der allgemeinen Kapitalmarktentwicklung, also von den Folgen der gestiegenen Zinsen, nicht verschont, Wenn es dennoch zu Wertsteigerungen bis knapp zwei Prozent kam, ist dies den zwischenzeitlich vorgenommenen Ausschüttungen zu verdanken.

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