Etwa 300 000 Touristen kommen jedes Jahr allein aus Deutschland in Entwicklungsländer

Von Monika Putschögl-Wild

Tourismus ist wie ein Feuer. Du kannst dein Essen kochen oder dein Haus abbrennen K. Balendra, Tourismusmanager auf Ceylon

Barhäuptig und barfüßig, um den Hals die Kamera, in der Hand eine Lotosblume, schieben sich Menschenscharen in die Tempelhalle und gruppieren sich sofort um eine Trommlergruppe. Die Trommler sind aus den Farbprospekten bekannt. Es ist Pooja-time in Kandys „Tempel des Zahns“, einem der Weltheiligtümer des Buddhismus und einem der Pilgerzentren rundreisender Sri-Lanka-Touristen. Täglich um 18.45 Uhr wird der Schrein mit der – Buddhisten heiligster Reliquie gezeigt, der Schrein, in dem, so will’s die Legende, Buddhas linker oberer Eckzahn ruht.

Trommelwirbel verheißen Bedeutendes, ein Tempelwächter gibt Regieanweisungen. Der Kollege kassiert, derweil die Kameras klicken, 90 Rupien für Film- und Photoerlaubnis. Ein junger Mann läßt sich vor dem Heiligtum im Buddhasitz ablichten. Die meisten wandern verlegen herum. Wohin mit der Lotosblüte? Ein Stockwerk höher soll mehr los sein. Zumindest hat sich eine Schlange gebildet, beginnt sich irgendwann auch zu bewegen, schiebt sich unversehens am Reliquienschrein vorbei, fünf Sekunden für jeden, Photographieren verboten.

Zehn Ceylonesen haben sich unter die Touristen gemischt, zwei, drei gläubige Buddhisten knien andachtsversunken in Schreinnähe. Sonst ist man unter sich.

Nächster Programmpunkt: Volkstanz mit den Kandyan Dancers, 19.30 Uhr Rotkreuzhalle. Eintritt 50 Rupien, einschließlich Programmheft in Englisch, Französisch, Deutsch und Schwedisch. Individualbesucher werden in die letzte Reihe abgeschoben. Vorne ist alles reserviert: für NUR und TUI, für ADAC und Tjaereborg. Am Halleneingang werden Verkaufsstände aufgebaut, Batik und Postkarten, Bücher und Souvenirs. Eine warme Cola kostet sieben Rupien. Eine Stunde traditionelle Volkstänze, Akrobaten, Feuerschlucker, Geistervertreiber. „Auf Wiedersehen, empfehlen Sie uns an Ihre Freunde!“