Harry J. Gray, Boß des amerikanischen Konzerns United Technologies, hat für Verwirrung unter den Gesellschaftern der deutschen Luftfahrtunternehmen MBB und VFW/Fokker gesorgt. Um die von der Bundesregierung gewünschte Fusion der beiden Unternehmen zu erreichen, wollen die MBB-Gesellschafter den VFW-Gesellschaftern ihre Werke abkaufen – möglichst zum Nulltarif, weil sie VFW keinen Wert mehr zumessen. In einem Brief hat UT-Boß Gray nun klargemacht, daß er nicht daran denke, seinen VFW-Anteil (26,4 Prozent) abzugeben.

Um die Ernsthaftigkeit seiner Absicht zu unterstreichen, schickte er den VFW-Managern gleich noch einen Millionen-Dollar-Scheck für notwendige Investitionen bei der Airbus-Produktion. Das Ziel der Deutschen, die Fusion bis zum 31. März unter Dach und Fach zu haben, scheint damit wieder in die Ferne gerückt. Lässig meinte Gray: „Ich hoffe, daß wir im Laufe dieses Jahres zu einer Lösung kommen.“

Es verdichten sich Gerüchte, daß Walter Trux den Chefsessel bei der Schweinfurter Fichtel & Sachs AG nach Auslaufen seines Vertrages zum Jahresende räumen muß. Der jetzt 51jährige Trux hatte sich erst vor vier Jahren als Vorstandsvorsitzender bei Fichtel & Sachs anheuern lassen und wagte sich damit in eine für ihn völlig ungewohnte Branche. Denn fast zwei Jahrzehnte lang war er zuvor zielstrebig beim Computerkonzern IBM auf der Karriereleiter nach oben geklettert und zuletzt als ranghöchster Deutscher Group-Director in Paris gewesen.

Daß Trux jetzt um die Verlängerung seines Vertrages über 1980 hinaus bangen muß, mag an dem Wechsel auf der Aktionärsseite liegen. Geholt hatten ihn die Sachs-Brüder Gunther und (der inzwischen tödlich verunglückte) Ernst Wilhelm, die damals praktisch allein bei Fichtel & Sachs regierten. Nach dem vom Kartellamt gestoppten Verkauf eines knappen 75-Prozent-Anteils an den britischen Maschinenbauer Guest, Keen and Nettlefolds kamen dann als neue Aktionäre mit 25 Prozent die Commerzbank und mit 23 Prozent der bundeseigene Salzgitter -Konzern.

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Der Zentralausschuß der Werbewirtschaft (ZAW) tut sich weiterhin schwer, mit dem Verlegerverband Deutscher Anzeigenblätter (VVDA) an einen Tisch zu kommen. Nachdem nach eineinhalbjährigen vergeblichen Bemühungen seitens der Anzeigenblattverleger endlich für den 22. Januar ein Gespräch vereinbart war (Hauptthema: Beitritt des VVDA in den ZAW), wurde dieser Termin vom ZAW kurzfristig zunächst auf den 31. Januar und dann auf einen unbestimmten späteren Termin verschoben. Begründung: „Im Hinblick auf die Darlegungen in der ZEIT vom 18. Januar 1980 hält es der ZAW für richtig, vor dem geplanten Gespräch eine Meinungsäußerung unseres Präsidiums einzuholen. Dies wird am 27. März der Fall sein.“

Die ZEIT hatte am Beispiel des Anzeigenblattes Stadtpanorama in Wanne-Eickel geschildert, wie rüde die Tageszeitungsverleger gegen die neue Konkurrenz der Anzeigenblätter vorgehen. Die Zeitungsverleger, selbst ZAW-Mitglieder, mochten nun offenkundig der ungeliebten Konkurrenz nicht zu gesellschaftlichem Ansehen durch die ZAW-Mitgliedschaft verhelfen.