Je höher die Ölpreise klettern, um so gefährdeter sind Kredite an ölimportierende Entwicklungsländer. Damit dieses Risiko begrenzt werde, möchten Bundesregierung und Bundesbank die – international tätigen Banken gern verpflichten, dem Berliner Aufsichtsamt die gesamten Risiken der Mütter und Töchter offenzulegen. Das wäre mit Bilanzen möglich, die die Mütter- und Töchter-Verbindlichkeiten zusammen ausweisen, mit konsolidierten Bilanzen. Der Grundsatz, nach dem die Gesamtverbindlichkeiten ein Vielfaches des haftenden Eigenkapitals – gegenwärtig das Achtzehnfache – nicht überschreiten dürfen, schlösse dann auch die Töchter mit ein. Dazu könnten die Banken nur durch eine Änderung des Kreditwesengesetzes verpflichtet werden. Die Bundesregierung will dieses Gesetz jedoch erst in der nächsten Legislaturperiode novellieren.

Deshalb hat die Bundesbank über eine raschere Lösung nachgedacht. Sie möchte gern den international tätigen Banken auftragen, konsolidierte Monatsausweise über die Bundesbank an das Aufsichtsamt einzureichen. Dazu bedürfte es keiner Gesetzesnovelle, nur einer Rechtsverordnungsermächtigung an das Aufsichtsamt, die Einzelheiten festzulegen.

Daraus wird jedoch nichts. Der Finanzausschuß des Bundestags, der dazu ja sagen müßte, ist bis zur Wahl ausgebucht. Arme Bank vorstände – sie müssen vorerst ohne Inge Lore Bähre, die Aufsichtschefin, auskommen. R. H.