Schlittrig: Die Schweiz, Musterland des Wintertourismus, hat von jeher ein Einsehen mit Nichtskifahrern. Für alle, die beim Wintersport lieber gleich auf ihren vier Buchstaben sitzen und lieber gleich rutschen statt wedeln, hat die-Verkehrszentrale eine Rodelliste zusammengestellt. Der können alle, die gern Schlittenfahren gehen, entnehmen, in welcher Region und in welchem Ort man’s kann, wie die Streckenführung verläuft, wie lang die Wege sind und was die Miete kostet, ja sogar, wo man noch nachts und mit Beleuchtung runterrodeln kann. Die Liste gibt es kostenlos beim Schweizer Verkehrsbüro, Kaiserstraße 23, 6000 Frankfurt.

Abgeleitet: Das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, muß die Devise im Naturpark Frankenwald gewesen sein, als sparsame und findige Franken aus einer Trasse, die beim Bau der Fernwasserleitung Rieblich–Hof geschlagen wurde, flugs eine Skipiste machten. 1500 Meter ist sie lang und 20 Meter breit und die längste Abfahrt in den fränkischen Wintersportgebieten. Auch den Skilift sparten sich die sparsamen Frankenwäldler. Jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr fährt ein Bus hinauf zum Pistenstart. Allerdings nur wenn Schnee liegt, und der liegt zur Zeit nicht.

Hüttenzauber: Wer einmal einen Skiurlaub lang auf perfekten Hotelkomfort verzichten und dafür wieder richtig gemütlich-einfach Skiferien machen will, findet vom 1. bis 15. März am Jakobshorn in der Nähe von Davos noch ein Hüttenquartier. Die Hütte liegt zwar fern vom Après-Ski-Highlife, aber dafür nah am Lift. 465 Mark sind für Halbpension zu zahlen. Auskunft: Le Kock-Reisen, Grindelallee 91, 2000 Hamburg 13.

*

Firnfunken: In Vorarlberg fliegen am 24. Frbruar die Funken. „Funken“ sind große Holzstöße. Mit ihrem Abbrennen wird der Winter verabschiedet und der Frühling eingeleitet und sicher auch der ein oder andere Bruchski in Flammen aufgehen. Unermüdliche Abfahrer brauchen jedoch nicht zu verzweifeln: Bis Ende April bieten nämlich verschiedene Wintersportorte Vorarlbergs noch Firnpauschalen an, so Zürs vom 12. bis 16. und Brand vom 5. bis 20. April. Bleibt nur zu hoffen, daß der alte alemannische Brauch an Kraft verloren hat und wenigstens noch ein paar Funken Firnschnee bleiben. Auskunft: Landesverkehrsamt, A-6900 Bregenz.

*

Familienpolitik: „Für Eltern mit beliebig vielen Kindern“ hält das Verkehrsamt von Schleching im oberbayerischen Achental für 45 Mark einen Familientagesskipaß bereit. Väter und Mütter mit skiwilligem Nachwuchs, die sich den Weg zum Lift aus Angst vor Kostenlawinen bisher versagten, können ihren Nachwuchs getrost auf Spitze und Piste treiben. Je zahlreicher, desto billiger.