Wer seinen Winterurlaub im Süden verbringen will, muß deshalb nicht aufs Schneevergnügen verzichten. In den Gebirgen einiger Mittelmeerländer läßt’s sich recht ordentlich Ski fahren, und diese Wintersportorte sind obendrein noch nicht so überlaufen wie die Alpenorte. Außerdem besteht die gute Gelegenheit, Badeurlaub mit Ferien im Schnee zu verbinden. Und da diese Skizentren alle sehr hoch liegen, muß niemand fürchten, auf der Wiese zu Wedeln.

Vier große Wintersportzentren hat das nordafrikanische Marokko. Das Gebiet des Oukaimeden (2600 Meter) südbiet von Marrakesch im Hohen Atlas gilt als das bedeutendste. Von Ende November bis Ende März fällt hier genügend Schnee, um Anfängern die Möglichkeit zum Lernen auf den Übungshängen zu geben und Könnern das Vergnügen rasanter Abfahrten. Drei Lifte führen zu den Pisten, Ausrüstungen können ausgeliehen werden. Und wer des Schnees überdrüssig ist, fährt hinab in die Ebene und nimmt in Marrakesch bei (meist) strahlendem Sonnenschein ein Bad. Auskünfte: Staatl. Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, Graf-Adolf-Straße 59, 4000 Düsseldorf.

Als südöstlichstes Mittelmeer-Skigebiet präsentiert sich das Troodos-Gebirge auf Zypern. Mittelpunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der Berg Olympos (1951 Meter), der Cyprus Ski Club unterhält hier drei Lifte. Der Urlauber kann „Mitglied auf Zeit“ werden für einen Beitrag von sieben Pfund. Anfängern bringt ein österreichischer Skilehrer den Umgang mit den Brettln bei. Näheres bei der Fremdenverkehrszentrale Zypern, Kaiserstraße 13, 6000 Frankfurt.

In bewaldeten Mittelgebirgen, oft in der Nähe von Badeorten wie Antalya oder Bursa, tummeln sich türkische Skifans von Januar bis April auf schneereichen Pisten. Buludag (2500 Meter) zum Beispiel liegt rund 36 Kilometer von Bursa entfernt und ist von der Küste aus über eine Asphaltstraße oder per Seilbahn zu erreichen. Drei Sessel- und drei Skilifte helfen beim Aufstieg. Könner finden am Berg unter anderem Riesenslalompisten, Anfänger harmlosere Abfahrtshänge. Wer das Wedeln erst lernen muß, kann sich einem türkischen Skilehrer anvertrauen. Auskünfte; Fremdenverkehrsamt der Türkei, Baseler Straße 37, 6000 Frankfurt.

Nur drei Autostunden von Athen entfernt wurde Griechenlands größtes Ski-Zentrum, der „Skizirkus“ am Parnassos (2400 Meter), dem heiligen Berg des Apoll, eingerichtet. Schnee erwartet die Skiläufer bis Ende März. Eine Kabinenbahn, fünf Sessel- und sechs Schlepplifte transportieren die Wintersportler zu den Pisten. Neulinge finden Hilfe bei acht griechischen Skilehrern. Wer diese Schneeregion ausprobieren möchte: Ein einwöchiger Pauschalaufenthalt in Delphi, einschließlich Frühstück und täglichem Transfer zum Parnassos (oder aber an die Küste zum Surfen) kostet von 974 Mark an. Hierüber und über weitere dreizehn griechische Wintersportregionen erteilt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Straße 22, 6000 Frankfurt, Auskünfte.

Wenn der Ätna (3323 Meter) auf Sizilien nicht gerade Feuer speit, finden Wintersportbegeisterte auf seinen Hängen gute Abfahrtsmöglichkeiten. Von Dezember bis März ist dieser Berggigant schneebedeckt, und es lohnt sich, von Catania oder Taormina aus in die Skiorte Nicolosi und Linguaglossa zu fahren. Linguaglossa ist der bedeutendere Ort, von hieraus gehen vier Lifte in eine Höhe von 2350 Meter. Eine Skischule hilft Anfängern. Auskünfte beim Staatlichen Italienischen Fremdenverkehrsamt ENIT, Berliner Allee 26, 4000 Düsseldorf.

In Spaniens Sierra Nevada geht es professionell zu. Solynieve versucht es den französischen Skizentren gleichzutun. Der Anfänger wird hier ebenso zufriedengestellt wie der Könner, das Après kommt nicht zu kurz, und selbst für die Kleinen wird in einem Kindergarten gesorgt. Zwei Gondelbahnen, vier Sessel- und zehn Schlepplifte führen zu den Gipfeln Veleta (3470 Meter), Borreguiles, Loma Dilar und Pradollano hinauf. Anfänger können auf sieben Hügeln üben, neun Pisten, schneesicher bis Mai, finden Fortgeschrittene vor. Auskünfte: Spanisches Fremden-Verkehrsamt, Bethmannstraße 50–54, 6000 Frankfurt. Hella Leißner