Schreiben ist sehr leicht; darum, weil es so leicht ist, ist es so schwer.

Ludwig Hohl: „Vom Schreib-Arbeiten“, aus dem Band „Nuancen und Details“.

Petrarca-Preis für Ludwig Hohl

Der Petrarca-Preis 1980 (25 000 Mark), wird dem 1904 in Netsal geborenen, in Genf lebenden Schweizer Schriftsteller Ludwig Hohl verliehen. Neben Erzählungen („Bergfahrt“) besteht Hohls Werk vor allem aus einem umfangreichen Journal, aus betrachtender Prosa, Essays und Aphorismen („Nuancen und Details“, „Nächtlicher Weg“, „Vernunft und Güte“). Der Preis, 1974 zum 600. Geburtstag des italienischen Renaissance-Dichters und -Philosophen Francesco Petrarca von dem Kunstwissenschaftler und Verleger Dr. Hubert Burda als (damals höchster) deutscher Literaturpreis gestiftet, wird vergeben von einer Jury, der Bazon Brock, Peter Handke, Michel Krüger, Urs Widmer und, bis zu seinem Tod vor wenigen Wochen, Nicolas Born angehörten und die vor einem Jahr um den schwedischen Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Lars Gustafsson und den Preisträger 1979, den polnischen Lyriker Zbigniew Herbert erweitert wurde. In der Begründung der Jury heißt es, Hohl werde geehrt für sein „mutiges und Mut machendes, keiner Ideologie verschriebenes und deshalb offenes Denken, in dem sich eine in der deutschen Literatur der Gegenwart selten gewordene Haltung verbirgt, die sowohl mit dem Namensgeber des Preises wie mit der Intention der Jury vieles gemeinsam hat“.

Everding for ever?

Nichts in unserer Kulturbürokratie kann so schlecht sein, als daß es nicht noch mieser werden könnte. An einem Tiefpunkt seiner Karriere (glänz- und glücklos als Intendant in München, hilflos als Regisseur, zuletzt in Berlin mit der „Glücklichen Witwe“) fällt August Everding, genannt Cleverding, wieder einmal nach oben. Weil der um den Wahlkampf seines Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß als Kanzlerkandidat ten bangende CSU-Schöngeist auf dem Kultursessel, Hans Maier, eine Fortsetzung des grotesken Kompetenzgerangeis zwischen dem Intendanten (Everding) und dem Generalmusikdirektor der Münchner Staatsoper (Wolfgang Sawallisch) fürchtet, verhält er sich so, wie es ihm der Name seines Herrn und Meisters Strauß nahelegt: Kopf in den Sand. Also beförderte er beide Streithähne und feiert sich dafür noch selber als Krisenmanager, der eine „einfache und großzügige“ Lösung gefunden haben will. Sawallisch wird 1981/82 Operndirektor, aber Everding, allzeit hoppelnder Swinegel des deutschen Theaters, kann wieder rufen: ick bün all hier. Denn als Generalintendant aller Bayerischen Staatstheater sitzt er seinem Intim-Feind auch dann im Nacken und vor der Nase. Schon hört man, daß dieser kluge August des bajuwarischen Theaters auch die Bayreuther Festspiele ins flinke Händchen kriegen soll. Ein Retter des Theaters? Nein, das Theater muß vor diesem Gschaftlhuber gerettet werden. Everding for ever? Auch darüber wird am Wahlsonntag im September, entschieden.

Ausverkauft – doch leer