Erstmals seit Januar 1979 hat die Zahl der Arbeitslosen diesen Januar die Millionengrenze wieder überschritten. Josef Stingl, der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, sieht darin – allerdings „keine ausgesprochene Verschlechterung“ der allgemeinen Konjunkturlage. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,8 Prozent im Dezember 1979 auf 4,5 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch bei 5,1 Prozent gelegen. Die Quote der arbeitslosen Frauen liegt allerdings noch bei 5,5 Prozent. Die Zahl der Kurzarbeiter kletterte auf 98 100, die offenen Stellen erhöhten sich auf 282 000.

Die Auftragslage der deutschen Unternehmen und die Produktionszahlen am Jahresende 1979 übertrafen nach Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums die „konjunkturell bereits recht günstigen“ Zahlen des Vorjahres. In den Monaten November/Dezember wurden beim verarbeitenden Gewerbe Auftragszuwächse von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. In der Grundstoff und Produktionsgüterindustrie lag das Auftragsplus sogar bei 14,5 Prozent, bei den Investitionsgütern bei 4,5 und bei Verbrauchsgütern bei neun Prozent.

Im vergangenen Jahr hat die Bundesrepublik Deutschland insgesamt 107,4 Millionen Tonnen Rohöl für 29,95 Milliarden Mark eingeführt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde damit das Ergebnis des Jahres 1978 mengenmäßig um 14 Prozent, wertmäßig hingegen um 50 Prozent übertroffen. Zurück um 14 Prozent ging demgegenüber die Einfuhr von Mineralölprodukten, von denen 39 Millionen Tonnen importiert wurden. Dafür wurden die Produkte aber um 52 Prozent teurer.

gf