Vom Wetter zu sprechen, ist im allgemeinen ein Ausdruck der Höflichkeit oder der Verlegenheit unter Deutschen, die sich nichts zu sagen haben. „Was sagen Sie zu diesem Wetter?“ – „Na, doll!“ Solcher Dialog war immer richtig – bei Sonnenschein oder Regensturm – und verpflichtete zu nichts. Aber augenblicklich ist das anders.

Der Portier sagt jedem, der es hören will, daß es so nicht weitergehen dürfe. „Das sind die Atome!“ sagt er. Er hat die Mächtigen dieser Erde in Verdacht, daß sie – und sie allein – das schlechte Wetter verursacht hätten, wobei er ihnen zugute hält, möglicherweise unachtsam gehandelt zu haben.

Der Taxifahrer ist überzeugt, daß die Weltraum-, raketen die Schuld an dem miserablen Wetter trügen. – „Meinen Sie die Kapseln oder die Treibsätze?“ – „Die Kapseln“, so erwidert er, „kommen ja nicht wieder zur Erde zurück. Aber die leeren Treibsätze und die künstlichen Satelliten sausen massenweise um den Globus und wühlen die Atmosphäre auf.“ – „Können es nicht die Atome sein?“ – „Ja, die Atome selbstverständlich auch!“

Aus solchen Gesprächen geht hervor, daß man nur die Nuklear-Versuche, ob es sich dabei um friedliche oder kriegerische Zwecke handelt, einzustellen brauchte – schon würde das Wetter besser. Leider ist dieser Hinweis nutzlos. Denn die allgemeine Überzeugung lautet, daß die Kernphysiker und die Militärs niemals ihre Karriere wegen des Wetters aufgeben würden. Im Gegenteil: Die Zahl der Atommächte wird zunehmen, desgleichen der Kreis der Raketen werfenden Nationen. Folglich wird das Wetter immer schlechter werden.

Und doch ist die Lage nicht ganz aussichtslos. Zwar haben die Meteorologen kein Glück, wenn sie für den Regen und die Überschwemmungen allerlei Erklärungen suchen – was verstehen sie schon von Raketen und Atomen! Viel besser ist man gerüstet, wenn man den „Hundertjährigen Kalender“ gelesen hat: Der hat nämlich die betrübliche Wetterlage, beispielsweise des Sommers 1979, ziemlich genau vorausgesagt.

„So?“ meint anerkennend der Portier. „Sieh mal an!“ sagt beifällig der Taxifahrer.

Daraus aber geht für jemanden, der logisch denken kann, hervor, daß es nicht nötig wäre, die Raketen- und Atomversuche zu verbieten. Man braucht nur den „Hundertjährigen Kalender“ abzuschaffen – schon bessert sich die Wetterlage. Klar?