Im Laufe der letzten Jahre haben sich immer mehr Urlaubsorte Dialysegeräte angeschafft, um auch chronisch Nierenkranken Ferien anbieten zu können. Dialyse-Kliniken gibt es nunmehr in vielen Erholungsgebieten des In- und Auslands.

Um den Kranken die Wahl eines Ferienortes zu erleichtern, hat die Interessengemeinschaft der Dialysepatienten Deutschland e. V., Stettiner Weg 1, 7035 Waldenbuch (Dachverband für 26 Interessenverbände), einen Ferienführer zusammengestellt.

Außer Anschriften von Kliniken und Arztpraxen (auch für Kinderdialyse) in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol, die auch auswärtige Patienten aufnehmen, nennt die Broschüre die Anzahl der vorhandenen, Dialysegeräte (davon die Anzahl der Geräte für positive Patienten) der jeweiligen Stationen, Art der Maschinen und Dialysatoren, Dialysezeit für die Kranken, Zahl der ausgeführten Dialysen pro Woche und deren Dauer sowie die entstehenden Kosten inklusive Pflegesatz. Man erfährt auch, ob während der Dialyse Essen und Getränke gereicht werden, wo sich der nächste Kurort befindet und welches nahe liegende Ziel einen Ausflug lohnt.

Vor der Entscheidung für einen Urlaubsört sollte auf jeden Fall der behandelnde Arzt gefragt werden, denn nicht jede Region ist geeignet für Patienten, die etwa außerdem unter Herz- und Kreislaufschwächen leiden.

Da die Kapazität der Dialysestationen begrenzt ist, sollten sich die Nierenkranken frühzeitig anmelden (dem Ferienführer liegt ein Anmeldeformular bei); – die größte Chance, einen Platz zu bekommen, besteht natürlich in der Nebensaison. Um die entstehenden Kosten brauchen die Patienten sich nicht zu sorgen: Die Krankenkassen kommen voll dafür auf. Allerdings sollte eine Kostenübernahmebescheinigung besorgt werden.

Auch einer Reise ins Ausland steht nichts im Wege: Der Interessenverband verschickt Adressen-Zusammenstellungen von Dialysestationen auf allen Kontinenten. Die Kosten für Dialysen im Ausland werden ebenfalls von den Kassen getragen, und zwar in der Höhe, die auch hierzulande anfallen würde. In den südlichen Ferienländern wie zum Beispiel Spanien und Italien sind die Gebühren für eine Blutwäsche sogar noch niedriger.

Hella Leißner