Verstaubte Jet-Set-Phantasien will Amerikas „Playboy“ noch einmal ausschlachten – Stewardessen sollen für das Blatt posieren, ein Vorhaben, das die Fluglinien womöglich in Schwierigkeiten bringt.

Der Lack ist längst ab vom Job der Flugbegleiterinnen, wie Stewardessen nunmehr offiziell benannt sind. Das weibliche Kabinenpersonal der Fluglinien leistet eine zwar gut bezahlte, aber auch anstrengende Arbeit. Vom „Traumberuf“ spricht kaum noch jemand. Hefners „Playboy“ jedoch, berufen, Männerträume zu bebildern, baut auf die ungebrochene Attraktivität der fliegenden Damen. Er will eine einschlägig belichtete Serie mit zwanzig Stewardessen drucken und zu jeder Photoserie in einem Interview die Namen der Abgebildeten und deren Arbeitgeber nennen.

Das Magazin soll bereits 75 Fluglinien-Mitarbeiterinnen befragt haben, die sich an der publizistischen Luftnummer beteiligen wollen, berichtete kürzlich das Fachblatt „Travelnews Asia“. Hefners Häschenhefte wollen dabei möglichst viele Fluggesellschaften berücksichtigen – wen wundert’s, angesichts der polyglotten Ausschlachtung der Zeitschrift.

Die Luftlinien sind nicht sehr glücklich über das Vorhaben, wie das Touristikblatt in Amerika eruierte. American Airlines erklärte, es erteile seinen Mitarbeitern nur selten Genehmigung, in Uniform in einem Magazin zu erscheinen. Was „Travelnews Asia“ zu der sinnigen Überlegung brachte, wie American Airlines wohl reagiere, wenn die Damen erwartungsgemäß ohne Uniform abgebildet seien.

Eastern Airlines verwies knapp auf seine Politik, wonach irgendein Nebenjob seiner Mitarbeiter nicht mit den Interessen der Gesellschaftkollidieren dürfe. United und Braniff International kümmert des Magazins Werbung offenkundig weniger: Es sei Privatsache der Mitarbeiter, was diese in ihrer Freizeit täten.

Das sehen aber nicht alle so. Eine der Gewerkschaften, die in ten USA die Flugbesatzungen vertritt, hat schon Protest angemeldet gegen die Serie. Dies sei ein Rückschlag gegen alle Bemühungen, aus dem Stewardessen-Job einen richtigen Laufbahnberuf zu machen.

Mit Protesten der Berufsorganisationen rechnen auch die deutschsprachigen Fluglinien, die wir befragten. Die Lufthansa sieht das Berufsbild der Stewardessen kompromittiert. Sprecher der deutschen Linie wie auch der Swissair wiesen darauf hin, daß sogar sie selbst bisweilen Schwierigkeiten hätten, ihre Stewardessen für die eigene (natürlich züchtige) Werbung zu gewinnen.