„Heyne Filmbibliothek“ – Neun Filmstar-Porträts, Berühmt geworden sind sie alle: Humphrey Bogart, Elizabeth Taylor, James Stewart, Bette Davis, Gary Grant, Jean Harlow, Marlon Brando, Katharine Hepburn und Spencer Tracy. Daß sie – mehr oder weniger – für ihre Karriere kämpfen mußten, geht aus einer im vergangenen Jahr erschienenen Taschenbuch-Edition des Heyne Verlages hervor. Diese beruht auf der amerikanischen Reihe „Pyramid Illustrated History of the Movies Die Bände, von verschiedenen Autoren verfaßt, sind weitgehend nach dem gleichen Schema angelegt: Sie beschreiben die zumeist schwierige Anfangsphase der Schauspieler, gehen auf Privataffären nur flüchtig ein und konzentrieren sich dann auf die Filme. Kurze Inhaltsangaben wechseln mit prä-– gnanten Sätzen aus Filmritiken oder Einschätzungen durch die Autoren selber. Oft werden, besonders aus Komödien, ganze Dialogpassagen abgedruckt. Wie sehr die Schauspieler von den „Major Companies“ abhängig waren, machen viele Beispiele deutlich. Selbst Katharine Hepburn, eine der couragiertesten und ehrgeizigsten Hollywood-Damen, löste sich erst mit 45 Jahren aus langfristigen Verträgen und konnte danach über Drehbücher und Co-Stars selber bestimmen. – Die Sprache der einzelnen Schauspielerporträts ist von unterschiedlicher Qualität. So bedient sich Alan G. Barbour im Band über Humphrey Bogart eines betulichen Stils („Lauren Bacall schenkte ihm zwei Kinder. ...“), während Curtis F. Brown sich zu kühnen Vergleichen hinreißen läßt: „Wer heute einen Harlow-Film sieht, dem weht die forsche Schauspieltechnik dieser Darstellerin wie eine scharfe Meeresluftbrise an einem schwülen Sommertag entgegen“ Allen Büchern gemeinsam sind knappe Filmographien und viele Photos, die erfreulicherweise so plaziert sind, daß der dazugehörige Text unmittelbar daneben oder darunter erscheint. – Nach den harten Anfangsjahren hören sich viele Karrieren märchenhaft an; scheinbar löst ein Erfolg den anderen ab. Gary Grant freilich gibt eine realistischere Darstellung des Schauspielerlebens: „Alle sagen mir dauernd, was für ein interessantes Leben ich doch gehabt hätte, aber manchmal glaube ich, daß es nur aus Magenbeschwerden und Selbstbesorgnis bestanden hat.“ (Wilhelm Heyne Verlag, München, 1979; pro Band 5,80 DM)

Anne Frederiksen